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Die Eisenbahnhochbrücke Hochdonn (im Jahr 2013) ...
... wurde 1914–19 von der Union AG und Louis Eilers Stahlbau erbaut.

Die Eisenbahnhochbrücke Hochdonn liegt in Schleswig-Holstein. Auf ihr überquert die Marschbahn den Nord-Ostsee-Kanal. Gebaut wurde die Hochbrücke von 1913 bis 1920 als Ersatz für eine Drehbrücke, die ungefähr 12 km weiter südwestlich (Koordinaten: 53° 55′ 32″ N, 9° 12′ 4″ O) am alten Streckenverlauf der Marschbahn bei Taterpfahl den Kanal querte.

Die lichte Durchfahrtshöhe für Schiffe beträgt wie bei allen Hochbrücken des Kanals 42 m. Die größte Höhe ist 56,38 m. Die Eisenbahnbrücke bei Hochdonn ist in den Randbereichen die niedrigste der Kanalbrücken des Nord-Ostsee-Kanals, ihre Zufahrten befinden sich größtenteils auf der höherliegenden Geest.

Die Stahlfachwerkbrücke besitzt eine Gesamtlänge von 2.218 m und ist damit die viertlängste Eisenbahnbrücke in Deutschland. Sie hat bei der größten Brückenöffnung über dem Kanal einen Achsabstand bei den beiden kanalseitigen Pfeilern, den Eilersböcken, von 143,1 m. Das Brückenelement über dem Kanal wird als Schwebeträger bezeichnet. Der Schwebeträger hat eine Länge von 121,03 m. Das Stahlgewicht der Gesamtkonstruktion beträgt 14.745 t. Der im November 2006 ausgetauschte Schwebeträger wiegt 1.275 t. Bis April 2008 wurde die Brücke von Grund auf saniert. Seit Herbst 2008 ist sie wieder zweigleisig befahrbar.

TriviaBearbeiten

Das Amt Burg-Sankt Michaelisdonn führt in seinem Wappen ein stilisiertes silbernes Bild der Eisenbahnhochbrücke Hochdonn.

Ab 1992 erlangte die Hochdonner Brücke überregionale Bekanntheit durch den „Fäkalienprozeß“,[1] in dem schließlich 1995 das Oberlandesgericht Schleswig der Klage eines Hausbesitzers recht gab, der ein Ende der Fäkalienemission aus den damals noch offenen Plumpsklos der Eisenbahnwaggons verlangte, die von der Hochbrücke regelmäßig auf sein Grundstück herniederging. Die Bahn wurde dazu verurteilt, binnen fünf Jahren nur noch Züge mit geschlossenen Toilettensystemen auf der Hochbrücke einzusetzen.[2] Nachdem dies bis zum Jahr 2000 noch nicht vollständig möglich war, wurde vorübergehend den Reisenden die Toilettenbenutzung auf der Brücke per Durchsage untersagt.[3]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Das stille Örtchen, DIE ZEIT vom 28. Februar 1992, hier über die seit 1991 anhängige Klage vor dem Landgericht Itzehoe
  2. Urteil OLG Schleswig, 20.03.1995, 1 U 191/92
  3. „Fäkalienprozess“: Schaffner müssen Zugtoiletten dichtmachen, Spiegel.de vom 28. März 2000

WeblinksBearbeiten