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GeographieBearbeiten

 
Das Flüsschen Elsava bei Hobbach
 
Alte Filialkirche St. Johannes der Täufer in Hobbach

Hobbach liegt im südwestlichen Teil des Spessarts im Tal der Elsava. Bekannte Städte in der Umgebung sind Aschaffenburg und Obernburg am Main. Durch den Ort führt die Staatsstraße 2308.

NameBearbeiten

Der Name Hobbach stammt von dem Namen Hofbach ab. Hofbach ist eine Bezeichnung, die sich aus Streudorf herleiten lässt. Hobbach bestand aus vielen entfernt voneinander liegenden Höfen. Während der Ort im Jahre 817 noch den Namen Hobbahe trug, war er im Jahr 1248 unter dem Namen Hoinbuch bekannt. Hieraus wurden im Jahre 1468 die Namen Hoenbach sowie schließlich im Jahr 1594 der Name Hohenbach. Allerdings wurde die Gemarkung auch Hoppach, Hopach oder Hobach benannt.

TerritorialBearbeiten

Die Gemarkung Hobbach grenzt an den Weiler Unteraulenbach und an die Waldungen der Familie von Mairhofen mit dem Wasserschloss Oberaulenbach. Auch der Neuhammer, ein ehemaliger Eisenhammer der Familie Rexroth, zur Nachbargemeinde Dammbach im Landkreis Aschaffenburg gehörig, grenzt nordöstlich an die Gemarkung Hobbach. Nördlich von Hobbach grenzen Waldungen an den Landkreis Aschaffenburg bzw. an die Gemeinde Heimbuchenthal.

GeschichteBearbeiten

 
Hobbach („Hohenbach“) in der Karte des Spessarts von Paul Pfinzing von 1594 (Norden ist rechts)

Die Ritterortschaft wird im Jahre 817 erstmals urkundlich mit dem Namen Hobbahe erwähnt und wechselte seinen Namen häufig. Die Geschichte Hobbachs war vom frühen Mittelalter bis 1814 durch die Landeshoheit der Kurfürsten von Mainz geprägt[1].

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Obernburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Hobbach lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Hobbach war nun eine der 35 Gemeinden im Landkreis Obernburg am Main (Kfz-Kennzeichen OBB). Mit Auflösung des Landkreises Obernburg kam Hobbach 1972 in den neu gebildeten Landkreis Miltenberg (Kfz-Kennzeichen MIL).

Die ehemals eigenständige Gemarkung Hobbach, mit einer Gebietsfläche von 5 km²[2], wurde am 1. Mai 1978 durch die Gebietsreform in den Markt Eschau eingegliedert.[3]

In Hobbach bestand etwa von 1700 bis 1920 eine jüdische Gemeinde. Ab 1700 entstand ein erster Eisenhammer am Ufer der Elsava. Die Eisenverarbeitung fand um 1900 ihr Ende. Im Jahr 1910 wurde Hobbach durch die Bahnstrecke Obernburg-Elsenfeld–Heimbuchenthal erschlossen.

Dillhof/GewerbegebietBearbeiten

Um 1975 entstand das Gewerbegebiet Dillhof, es ist benannt nach einem in der Nähe zu Unteraulenbach gelegenen und um 1920 abgebrochenen Bauernhof. Eine Karte von 1746 und ein Foto des Wasserwirtschaftsamtes vom 30. Dezember 1919 belegen den Standort und die Existenz des sog. Dillhofes.

Nach der Firma Fenster Herrmann siedelten sich auch das Sägewerk Bachmann aus Wintersbach-Neuhammer an. Später siedelten sich u. a. weitere Firmen an wie Kinetics und Gerlach Gerüstbau.

Bereits 1961 entstand ein Fußballplatz in den sog. Bruchwiesen an der Elsava, in der Nachbarschaft zum Gewerbegebiet "Dillhof".

70 % des Einkommens der Gemeinde Eschau wird in Hobbach erwirtschaftet.

Hobbocher Blättsche und BürgerstammtischBearbeiten

Das Hobbocher Blättsche ist als Informationsblatt für die Hobbacher seit dem Jahr 2011 erhältlich. Es dient dazu, den Hobbacher Bürgern sowohl historische als auch aktuelle Informationen zu vermitteln.

Der Bürgerstammtisch befasst sich mit der Dorferneuerung sowie der gerechten Mittelverteilung von Gütern und Finanzmitteln in der Gemeinde Eschau. Unter anderem setzt sich der Stammtisch für die Veranstaltung neuer Feste ein. Die daraus gewonnenen Mittel werden an gemeinnützige Organisationen wie z. B. dem Kindergarten („Zwergenvilla“ in Hobbach) oder dem Bayerischen Roten Kreuz in Eschau gespendet.

Vom Eisenhammer zum SchullandheimBearbeiten

Dem 1700 errichteten ersten Eisenhammer folgte 1767 das „Untere Eisenwerk Hobbach“[4]. 1876 kaufte Konrad Lahr den bankrotten Hobbacher Hammer von den Rexroths und betrieb neben der Landwirtschaft ein Sägewerk, der Hammerbetrieb erlosch 1888 vollends. Ein um das Jahr 1830 von Johann Ludwig Rexroth[5] erbaute Herrenhaus wurde in den Jahren 1870 bis 1876 von Wilhelmine Lahr, Schwester des Arztes Dr. Richard Wehsarg, und Gattin des Hammerherren, unter dem Namen „Villa Elsava“ als Kurheim betrieben. Danach als Hotel genutzt, wurde es von den Erben dem Landkreis Main-Spessart vermacht. Die Gebäude des ehemaligen Eisenhammers und die Villa Elsava wurden nach dem Zweiten Weltkrieg als Altenheim genutzt. Seit dem Jahr 1984 besteht ein Schullandheim des Schullandheimwerks Unterfranken e. V. mit 135 Betten. Das im Jahr 1991 eingerichtete Umweltlabor – heute Roland-Eller-Umweltzentrum – bietet Projekte zur Umwelt- und Naturpädagogik. Im März 2007 wurde es um eine Wasserschule erweitert. Diese wurde in den Jahren 2006/2007 und 2007/2008 als Projekt zur UN-Dekade der Biodiversität ausgezeichnet.

Hobbacher KirchenBearbeiten

In den Jahrhunderten entstanden in Hobbach jeweils drei Kirchen. Zwei davon sind heute noch zu besichtigen.

St. Johannes der Täufer in der RenaissanceBearbeiten

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bestand bereits eine Kapelle mit 6,5 m Länge und 3 m Breite und kaum höher als ein einstöckiges Wohnhaus. Die Kapelle hatte ein ziegelgedecktes Satteldach mit einem Dachreiter. Sie hatte einen Altar. Aufgrund des kleinen Raumes konnten nur wenige Bürger dem Gottesdienst beiwohnen. Zu der damaligen Zeit war es üblich, dass die Hobbacher Gläubigen die Pfarrkirche St. Laurentius in Sommerau zum sonntäglichen Gottesdienst besuchten. Die Steine der abgebrochenen Kapelle wurden für die Friedhofsmauer verwendet und der Altar wurde in der neuen Kirche als Seitenaltar genutzt. Der damalige Friedhof lag im direkten Umfeld der Kirche.

St. Johannes der Täufer in der BarockzeitBearbeiten

Die im Volksmund genannte „Alte Kirche“ wurde vom Miltenberger Baumeister Johan Martin Schmidt als Plan in der Rokokozeit angefertigt und dieser vom Aschaffenburger Mauermeister Franz Bokorni ausgeführt. Nach der Bezahlung von 2130 Gulden und 30 Kreuzern, für den Bau und 587 Gulden für den Schreinermeister Johann Georg, der für das Innere drei Altäre, Kanzel, Stühle und Schränke anfertigte. Die Einweihung erfolgte am 2. September 1766 durch den Mainzer Weihbischof Christoph Nebel.

Urkundlich von J. Georg als „Meine Capellen“ erwähnt, wurde das Gebäude von ihm mit Altargeräten und Kirchenschmuck ausgestattet, inklusive der Stiftung des Hauptaltars mit 250 fl., der Orgel mit 200 fl., drei Messgewändern, einer silbernen Monstranz und zwei Kelchen. Er fügte zusätzlich vier Gulden aus seinem Privatvermögen zum Bau hinzu. Dieser wurde im Jahr 1759 konsekriert. Der Kirchenbau sollte den Schutzpatron, des deutschen Vaterlandes, Johannes der Täufer näher zur Ortschaft bringen und vor allem der Größe der Einwohnerzahl entsprechen.

Den Bau der Kirche steuerte Franz Lothar, Freiherr von Mairhofen an. Bis zu sechs verschiedene Erbauer geben sich mit den Symbolen K, Z, H, I, W, + zu erkennen. In den goldenen Kugeln auf den Kirchendächern wurden wertvolle Urkunden, Münzen und Familienschmuck gelegt.

Das Wappen über den Eingang stammt vom Freiherr des Dorfes. Das Innere der Kirche ist im Barockstil eingerichtet. Statuen und Gemälde zieren das Gebäude, wie z. B. zwei Ölgemälde des Hochaltares, von dem bekannten Maler Johann Conrad Seekatz. Die Kirche überdauerte den Ersten und den Zweiten Weltkrieg. Im Jahre 1955 wurden vier neue Glocken eingesetzt, da die alten dem Krieg zum Opfer gefallen waren.

Die Kirche ist das Wahrzeichen des Ortes. Auch eine Weihnachtsgeschichte von ihr ist bekannt.

Mariä HeimsuchungBearbeiten

Im Jahr 1959 wurde ein Neubau der Kirche als Anbau geplant. Modern und schlicht sollte das Gebäude werden. Aus Platznot baute man das neue Gebäude über die Elsava. Anfangs zierten noch bunte Kirchenfenster die Kirche. Als Vorbild dienten die Fenster des Bamberger Doms. Nach dem man feststellte, dass die Glasscheiben undicht waren, fügte man andere farblose Fenster ein. Im Jahr 1964 konnte die Kirche bezogen werden. Der Spitzname „Turnhalle“ entstand durch das großräumige Kirchenschiff. Die Einweihung erfolgte am 5. Dezember 1964 durch den Würzburger Weihbischof Alfons Kempf.

Drei MaibäumeBearbeiten

Das Brauchtum des Maibaumsaufstellens in Hobbach ist zurückzuführen auf die Vorkriegsgeschichte. Bereits in den Nachkriegszeiten wurden regelmäßige „Tanz-in-den-Mai“-Veranstaltungen gepflegt. Diese fanden im zentral liegenden Neuhammer (heutiges Schullandheim) statt. In den weiteren Jahrzehnten legte man das Fest inklusive Maibaumaufstellung über die Grundwiesenhalle zum Feuerwehrhaus. Feuerwehr und weitere Vereine der Ortschaft pflegten diese Aufstellung bis zu einem Unfall im Jahre 2003.

Nach ein paar Jahren legte man sich darauf fest, im Gasthof Engel (Hobbach) ein Fest mit einem zehn Meter hohen Zunftbaum zu erstellen. Nachdem diese Mittel nicht mehr zur Verfügung standen, pflegte das Gasthaus Spessarterhof mit einem etwa sechs Meter hohen Baum des Vereins Spessart Klang Hobbach die Tradition. Seitdem im Jahr 2012 ein etwa acht Meter hoher Baum von zehn Jugendlichen aufgestellt wurde, wurde im Jahr 2013 ein etwa 20 Meter hoher Marien-Zunftbaum aufgestellt. Die Zahl der Hilfeleistenden Jugendlichen verdoppelte sich auf 20. So kommt Hobbach zu der Möglichkeit, noch heute drei Maibäume und einen davon als größten in der Gemeinde Eschau zu besitzen.

Weitere BautenBearbeiten

  • Filialkirche Mariä Heimsuchung, teilweise über die Elsava gebaut, Einweihung 1963
  • Hobbacher Eisenhammer (später Kuranstalt, dann Altenheim, jetzt Schullandheim)
  • Dillhof (Einöd-Gehöft, um 1920 abgerissen)
  • Gemeinschaftshaus Hobbach (früher Volksschule und Rathaus)

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Klaus Miltenberger (* 1963), Erziehungswissenschaftler und Spieleautor

EhrenbürgerBearbeiten

  • Peter Seubert (1908–2001) war Pfarrer in der Pfarrei "St. Laurentius" Sommerau von 1957 bis 1975. Unter seiner aktiven Mithilfe wurde Ende der 1950er Jahre in Sommerau das neue Pfarrhaus und 1963/64 in Hobbach die neue Kirche "Mariä Heimsuchung" gebaut. Ehrenbürger der Gemeinde Hobbach wurde er 1976. Seubert ist im Priestergrab auf dem Sommerauer Friedhof bestattet.

LiteraturBearbeiten

  • Peter Körner: Biographisches Handbuch der Juden in Stadt und Altkreis Aschaffenburg. Veröffentlichungen des Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg, Bd. 39, Aschaffenburg 1993, ISBN 3-87965-062-4.
  • Felix Mader: Die Kunstdenkmäler von Bayern. Unterfranken XXIII. Bez.-Amt Obernburg. Verlag R. Oldenbourg, München 1925.
  • Baruch Zvi Ophir, Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918– 1945. Verlag R. Oldenbourg, München 1979.
  • Theo Schneid, Burkhard Spatz: 250 Jahre St. Johannes der Täufer in Hobbach. Kath. Pfarramt St. Laurentius Sommerau, 2009.
  • Otto Pfeifer: Die Geschichte der Pfarrei und der Kirchen St. Laurentius Sommerau. Hinckel-Druck, Wertheim, Hrsg. Markt Eschau, Selbstverlag, 2012.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.spessartprojekt.de/wordpress/wp-content/uploads/2015/03/KW-Eschau-2-Taf-02.pdf
  2. Karl Appel: Eschauer Heimatbuch 1985 – 700 Jahre Markt Eschau, S. 247
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 751.
  4. http://www.spessartprojekt.de/wordpress/wp-content/uploads/2015/03/KW-Eschau-2-Taf-07.pdf
  5. Franz Michael Ress: Bauten, Denkmäler und Stiftungen deutscher Eisenhüttenleute. Verfasst im Auftrage des Vereins Deutscher Eisenhüttenleute. Verlag Stahleisen, Düsseldorf 1960, DNB 453998070, S. 189. .