Hluchiw

Stadt in der Oblast Sumy in der nördlichen Ukraine
Hluchiw
Глухів
Wappen von Hluchiw
Hluchiw (Ukraine)
Hluchiw (51° 40′ 29″ N, 33° 54′ 48″O)
Hluchiw
Basisdaten
Oblast: Oblast Sumy
Rajon: Kreisfreie Stadt
Höhe: 166 m
Fläche: 84,00 km²
Einwohner: 32.686 (2020)
Bevölkerungsdichte: 389 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 41400
Vorwahl: +380 5444
Geographische Lage: 51° 40′ N, 33° 55′ OKoordinaten: 51° 40′ 29″ N, 33° 54′ 48″ O
KOATUU: 5921500000
Verwaltungsgliederung: 1 Stadt, 1 Dorf
Bürgermeister: Mischel Tereschtschenko
Adresse: вул. Шевченка 6
41400 м. Глухів
Website: Offizielle Webseite der Stadt
Statistische Informationen
Hluchiw (Oblast Sumy)
Hluchiw (51° 40′ 29″ N, 33° 54′ 48″O)
Hluchiw
i1

Hluchiw (ukrainisch Глухів; russisch Глухов Gluchow, polnisch Głuchów) ist eine kreisfreie Stadt in der nordukrainischen Oblast Sumy mit etwa 33.000 Einwohnern. (2020)[1] Hluchiw liegt 141 km nordwestlich vom Oblastzentrum Sumy und stellt das Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons Hluchiw dar, ist jedoch selbst kein Teil desselben.

Der Anteil der städtischen Bevölkerung beträgt 99,3 %. Die Stadt verfügt über sieben Kindergärten (2004; 1990 noch 16), sieben allgemeinbildende Schulen (Schuljahr 2004/05) und acht Kulturhäuser (2004). Am 1. Januar 2005 waren in der Stadt 171 gesellschaftliche Vereinigungen registriert, darunter 116 Parteien und 55 gesellschaftliche Organisationen. Die Stadtgemeinde gliedert sich in die eigentliche Stadt und das Dorf Sliporod. Hluchiw ist über seinen Busbahnhof an das nationale Fernbusnetz angebunden.

Geografische LageBearbeiten

Die Stadt liegt auf einer Höhe von 166 m am Ufer des Esman (ukrainisch Есмань), einem 50 km langen Nebenfluss des Klewen. In Hluchiw kreuzen sich die Regionalstraßen P–44 und P–65 und wenige Kilometer nördlich der Stadt verläuft die Fernstraße M 02.

GeschichteBearbeiten

 
Hluchiw um 1900

Die Ortschaft wird erstmals 1152 in der Hypatiuschronik erwähnt, als sie Zentrum eines kleinen Fürstentums war. Sie gehörte später zum Königreich Polen und Polen (zuletzt in der Woiwodschaft Czernihów). 1667 wurde sie durch den Vertrag von Andrussowo ein Teil des Zarentums Russland. Die Ortschaft wurde auf Initiative des russischen Zaren Peter der Große wiederbelebt, der Hluchiw 1708 zur Hauptstadt des Kosaken-Hetmanats machte, die sich vorher in Baturyn befunden hatte. Unter den letzten Kosaken-Hetmanen wurde der Ort im barocken Stil umgestaltet. Nachdem das Hetmanat 1765 von Katharina der Großen aufgelöst wurde, verlor Hluchiw an Bedeutung, wozu auch etliche Feuer beitrugen.

1897 lebten in der Stadt 14.828 Einwohner, wovon 58,1 % Ukrainer, 25,9 % Juden und 15,0 % Russen waren. Kleinere Minderheiten stellten Polen (0,5 %), Deutsche (0,2 %) und Weißrussen (0,2 %). Insbesondere in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stieg die Bevölkerung stark an, so dass 1979 bereits 32.386 Einwohner in der Stadt lebten. Bis 1989 wuchs die Einwohnerzahl auf 35.869 an. Im Gegensatz zu vielen anderen ukrainischen Städten verzeichnete Hluchiw in den 1990er Jahren nur geringe Bevölkerungsverluste, so dass 2001 35.768 Einwohner in der Stadt lebten. Seitdem ist die Bevölkerung wieder angestiegen, so dass momentan wieder mehr Einwohner in der Stadt leben als vor der Transformationskrise.

PersönlichkeitenBearbeiten

In Hluchiw studierte der Komponist Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski. Wahrscheinlich erhielt auch Maxim Beresowski einen Teil seiner Ausbildung in Hluchiw.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Hluchiw – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerungszahlen auf pop-stat.mashke