Hirtstein (Erzgebirge)

Berg im Erzgebirge

Der Hirtstein ist ein 889,8 m ü. NHN[1] hoher Berg bei Satzung im oberen Erzgebirge in Sachsen unweit der deutsch-tschechischen Grenze im Erzgebirgskreis.

Hirtstein
Der Hirtstein von Südosten gesehen

Der Hirtstein von Südosten gesehen

Höhe 889,8 m ü. NHN [1]
Lage Erzgebirgskreis, Sachsen (Deutschland)
Gebirge Erzgebirge
Koordinaten 50° 32′ 11″ N, 13° 11′ 36″ OKoordinaten: 50° 32′ 11″ N, 13° 11′ 36″ O
Hirtstein (Erzgebirge) (Sachsen)
Hirtstein (Erzgebirge)
Typ Quellkuppe
Gestein Basalt
Alter des Gesteins 24 Mill. Jahre
Der Hirtstein

Bekannt ist er durch seinen geologisch bemerkenswerten fächerförmigen Basaltaufschluss, der durch einen inzwischen stillgelegten Steinbruch freigelegt wurde.
Auf dem Gipfel befindet sich eine historische Station der Königlich-Sächsischen Triangulation von 1863.

Der Hirtstein liegt auf dem Gebiet der Stadt Marienberg und ist deren höchster Berg, nicht jedoch deren höchstgelegener Punkt, wie auch oft behauptet. Südlich des Berges unweit der Grenze zu Tschechien gibt es einen Punkt, der mit 899,4 m ü. NHN höher als der Gipfel des Hirtsteins ist.

GeologieBearbeiten

Die Besonderheit des Hirtsteins ist der durch eine Basalt-Intrusion entstandene Basaltfächer, der die Form einer überdimensionalen Blume oder eines Palmwedels hat.

Die säulenförmige Spaltung des Basaltes entsteht durch Spannungsrisse quer zum Temperaturgradienten bei der Abkühlung. Die Basaltlava gelangte beim vulkanischen Ereignis Hirtstein vor ca. 25 Millionen Jahren[2] nicht bis an die Oberfläche, sondern erstarrte zu einer unterirdischen Kuppe.

Der Aufschluss ist einer von vielen Magmatitvorkommen verschiedener Genese in der Gegend vom und um das Erzgebirge, entstanden durch Magmatismus im heutigen Egertalgraben während der Zeit des Tertiärs.[3]

In verschiedenen Basaltproben vom Hirtstein konnten bisher (Stand 2015) die Minerale Augit, Magnetit, Nephelin, Olivin und Perowskit nachgewiesen werden.[4]

Geschichte und WegeBearbeiten

Der Basaltfächer wurde durch Steinbrucharbeiten freigelegt. Die im Laufe des Steinbruchbetriebes immer mehr zutage tretenden Säulenstellungen des Basalts ließen bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts den Gedanken der Schutzwürdigkeit in den Vordergrund rücken. In Verhandlungen mit den Besitzern wurde ein rücksichtsvoller Abbau des Gesteins erwirkt, sodass geologisch wertvolle Stellen erhalten blieben.[5]

Der Aufschluss am Hirtstein wurde im Mai 2006 von der Akademie der Geowissenschaften zu Hannover als eines der 77 bedeutendsten nationalen Geotope Deutschlands prädikatisiert. Der Hirtstein ist ein Naturdenkmal und ein Aussichtspunkt.

Auf dem Gipfel befindet sich die Hirtsteinbaude, ein in der Region bekanntes Ausflugslokal. Die Einweihung der Hirtsteinbaude mit Restaurant und mehreren Hotelzimmern fand am 11. September 1927 statt. Auf dem Berg befindet sich seit 1992 ein Windpark mit fünf Windkraftanlagen. Dieser war der erste Windpark in Sachsen. Am Hirtstein werden im Winter mehrere Langlaufloipen gespurt. Über den Berg führt die Skimagistrale Erzgebirge/Krušné hory. Direkt an der Baude befindet sich ein kleiner Ski-, Snowtubes- und Rodelhang mit Lift.

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Sachsenatlas des Freistaates Sachsen (Hinweise)
  2. https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/geologie/10002.htm Kurt Goth: Palmenwedel Hirtstein, Beitrag in Bedeutende Geotope Sachsens, Website des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft, abgerufen am 21. Mai 2017
  3. Werner Paelchen, Harald Walter (Hrsg.): Geologie von Sachsen. Stuttgart (Schweizerbart) 2008, S. 486–489. ISBN 978-3-510-65239-6
  4. Mineralienatlas: Typlokalität Hirtstein, Fundortbeschreibung und Mineralliste
  5. Beschreibung des Hirtsteins in Erzgebirgische Heimatblätter, 2/2009, S. 3

WeblinksBearbeiten

 Commons: Hirtstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien