Hauptmenü öffnen

Hirschneuses ist ein Ortsteil des Marktes Neuhof an der Zenn im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Mittelfranken.

Hirschneuses
Koordinaten: 49° 26′ 35″ N, 10° 40′ 30″ O
Höhe: 366–380 m ü. NHN
Einwohner: 184 (2017)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 90616
Vorwahl: 09107
Blick auf Hirsneuses/Zenn
Blick auf Hirsneuses/Zenn
St. Johannes

GeografieBearbeiten

Durch das Kirchdorf fließt der Weihergraben, ein rechter Zufluss der Zenn. Im Südwesten liegt die Steinleite, im Nordosten der Heubuck. Ca. 1 km östlich liegt die Weiherleite, ca. 0,5 km südöstlich das Reitstück.[2]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wird 1169 als „Niusezze“ in einer Urkunde erstmals namentlich erwähnt. In dieser wird der Tausch von Gütern zwischen Bischof Konrad von Eichstätt und dem Abt Konrad des Klosters Heilsbronn besiegelt. Das Kloster erwarb in dieser Gegend Güter und Gefälle, für Hirschneuses waren es zwei Morgen Land.[3] Erst später erhielt der Ortsname von dem in der Nähe gelegenen Hirschberg den Zusatz „Hirsch–“.[4] 1246 überließen die Burggrafen Konrad I. und Friedrich III. die Gefälle von ihrem Hof zu „Nuisese“ dem 9. Abt Edelwinus als Sühne und Ersatz für Schädigungen, die sie dem Kloster zugefügt hatten. 1305 kaufte das Kloster weitere Güter. Insgesamt erwarb das Kloster 25 Anwesen. Während des Dreißigjährigen Krieges verödete der Ort ganz.[5] Mit Annahme der Reformation im Jahr 1528 zählt Hirschneuses mit Kirchfarrnbach als eine der ältesten evangelischen Gemeinden Frankens.[6]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Hirschneuses 26 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Neuhof inne. Alle Anwesen hatten das Kastenamt Neuhof als Grundherrn.[7]

1810 kam Hirschneuses an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 das Steuerdistrikt Hirschneuses gebildet, zu dem Altkatterbach, Dietenholz, Dippoldsberg, Kreben, Lösleinshäuslein, Meiersberg, Neudorf, Neudietenholz, Neukatterbach, Oberndorf, Riedelshäuslein und Walburgswinden gehörten. 1813 wurde die Ruralgemeinde Hirschneuses gebildet, zu der Dietenholz, Neudietenholz, Neudorf und Walburgswinden gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) kam es zur Aufspaltung in

  • Ruralgemeinde Hirschneuses;
  • Ruralgemeinde Neudorf mit Dietenholz, Neudietenholz und Walburgswinden.[8]

Die Gemeinde Hirschneuses unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim.[9] Ab 1862 wurde Hirschneuses vom Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1938 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 vom Rentamt Markt Erlbach (1920–1929: Finanzamt Markt Erlbach, ab 1929: Finanzamt Fürth) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt Erlbach, 1880–1950er Amtsgericht Markt Erlbach, ab 1950er Amtsgericht Fürth. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 5,605 km².[10]

Am 1. Januar 1972 wurde Hirschneuses im Zuge der Gebietsreform nach Neuhof an der Zenn eingemeindet.[11]

BaudenkmälerBearbeiten

Baubeschreibungen: → Liste der Baudenkmäler in Neuhof an der Zenn#Hirschneuses

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2017
Einwohner 212 242 253 243 234 232 219 224 229 225 189 199 192 211 217 208 222 203 205 252 244 217 210 197 158 184
Häuser[12] 32 39 44 45 45 40 39 40 47
Quelle [13] [14] [15] [15] [16] [15] [17] [15] [15] [18] [15] [15] [19] [15] [15] [15] [20] [15] [15] [15] [21] [15] [10] [22] [23] [1]

VerkehrBearbeiten

Die Kreisstraße NEA 18/Kreisstraße AN 11 führt nach Neukatterbach bzw. zur Staatsstraße 2245 bei Neudorf. Die Kreisstraße NEA 10 führt an der Straußmühle und Ziegelhütte vorbei nach Neuhof bzw. nach Kreben.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b www.neuhof-zenn.de
  2. Hirschneuses im BayernAtlas
  3. G. Muck, Bd. 1, S. 51. Nach H. Sponholz (S. 103) soll der Ort 1132 in der Gründungsurkunde des Heilsbronner Klosters als „Niusaze“ erstmals namentlich erwähnt worden sein. Diese Aussage lässt sich jedoch nicht verifizieren.
  4. H. Sponholz, S. 103.
  5. G. Muck, Bd. 2, S. 356.
  6. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a. d. Aisch 1950, OCLC 42823280; Neuauflage anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828–1978. Ebenda 1978, ISBN 3-87707-013-2, S. 195.
  7. H. H. Hofmann, S. 101.
  8. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 33–34 (Digitalisat). H. H. Hofmann S. 224.
  9. H. H. Hofmann, S. 201.
  10. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 805 (Digitalisat).
  11. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 535.
  12. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  13. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 41 (Digitalisat).
  14. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 96 (Digitalisat). Dort fälschlicherweise 89 Häuser angegeben.
  15. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 179, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  16. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1060, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  17. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1226, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  18. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1160 (Digitalisat).
  19. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1233 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1271 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1097–1098 (Digitalisat).
  22. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 176 (Digitalisat).
  23. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 341 (Digitalisat).