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Hippolyte

Königin der griechischen Mythologie
Herakles tötet Hippolyte (schwarzfigurige attische Amphore, um 530 v. Chr.)

Hippolyte oder Hippolyta (altgriechisch Ἱππολύτη Hippolýtē) ist in der griechischen Mythologie die Tochter der Amazonenkönigin Otrere und des olympischen Kriegsgottes Ares.[1] Im Theseus- und im Herakles-Mythos ist sie selbst Königin der Amazonen.

Inhaltsverzeichnis

Theseus-MythosBearbeiten

Im Mythos um Theseus, der am Feldzug des Herakles gegen die Amazonen teilnimmt, wird Hippolyte von ihm entführt – in manchen Versionen heißt die Entführte allerdings Melanippe[2] oder Antiope und ist ihre Schwester. Zuerst, als Theseus mit seinem Schiff bei den Amazonen anlandet, erwarten diese nichts Böses, und Königin Hippolyte kommt mit Geschenken zu seinem Schiff. Als sie an Bord ist, segelt Theseus los und macht sie zu seiner Braut.

Theseus’ Verhalten entzündet den Amazonischen Krieg zwischen den Athenern und den Amazonen, bei dem viele Helden des alten Griechenland mitkämpfen. Hippolyte gebiert Theseus schließlich einen Sohn, den Hippolytos, der Teil eines eigenen Sagenkreises ist.[3] Dies hält aber Theseus nicht davon ab, Hippolyte zu verstoßen und sich der Phaidra zuzuwenden, der Schwester von Ariadne und Enkelin des Sonnengottes Helios. Hippolyte geht daraufhin zurück zu ihrem Volk, den Amazonen.

Herakles-MythosBearbeiten

Im Herakles-Mythos soll Herakles als neunte Aufgabe für Admete, Tochter des Königs Eurystheus, den Zaubergürtel der Amazonenkönigin Hippolyte rauben, den kostbaren Gürtel ihres Vaters Ares. Als Herakles bei den Amazonen landet, heißen sie ihn herzlich willkommen und Hippolyte kommt zum Schiff, um ihn zu begrüßen. Als sie von seiner Aufgabe hört, verspricht sie, ihm den Gürtel freiwillig zu überlassen. Aber Hera, die Gattin und Schwester des Göttervaters Zeus, ist mit dieser Übergabe nicht einverstanden. Um Herakles zu stoppen, mischt sich Hera als Amazone verkleidet unter das Volk und verbreitet die Nachricht, er wolle Hippolyte entführen. Das wiegelt die Amazonen auf und sie greifen die Schiffe des Herakles an, um ihre Königin zu retten. Herakles tötet viele ihrer besten Kriegerinnen, darunter Alkippe, und nimmt einige gefangen. Im Austausch gegen ihre gefangene Schwester Melanippe übergibt Hippolyte schließlich den Zaubergürtel an Herakles, der daraufhin nach Griechenland zurücksegelt.[4]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Nacherzählungen:

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Scholion zu Homers Ilias 3, 189; Hyginus Mythographus, Fabulae 30. 223.
  2. Bibliotheke des Apollodor 4,1,16.
  3. Euripides, Franz Fritze: Hippolytus: Tragödie des Euripides. Förstner, Berlin 1846, S. 65 (Seitenansicht in der Google-Buchsuche).
  4. Heinrich Wilhelm Stoll: Die Sagen des classischen Alterthums. Erzählungen aus der alten Welt. 2. Auflage. Band 1, Teubner, Leipzig 1868, S. 124–125 (Seitenansicht bei archive.org).