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Heute hier, morgen dort

Lied von Hannes Wader (2007)

Heute hier, morgen dort ist ein Lied von Hannes Wader. Es erschien erstmals 1972 auf seinem Album 7 Lieder. Die Melodie entstammt dem Song Indian Summer des US-amerikanischen Musikers Gary Bolstad, der in den 1960er Jahren in Berlin Tiermedizin studierte und in Folk-Clubs auftrat. Der deutsche Text stammt von Hannes Wader.

1997 übersetzte Bolstad, inzwischen wieder in den USA, Waders Text wiederum ins Englische. Das Ergebnis, Day to Day, sang Wader 1998 auf dem Live-Album Auftritt: Hannes Wader. 2001 sang er für das Album Wünsche erstmals auch die Urfassung Indian Summer.

Heute hier, morgen dort wurde mit seiner eingängigen Melodie und dem – gemessen an vielen anderen Wader-Songs – wenig komplexen Text zu einer Art modernem Volkslied. Der Titel des Liedes ist darüber hinaus ein „geflügeltes Wort“ der deutschen Alltagssprache geworden, siehe Liste geflügelter Worte. Das Lied beschreibt das Lebensgefühl eines Menschen, der immer unterwegs ist, nie nach „Gestern und Morgen“ fragt, aber gelegentlich deswegen „schwere Träume“ hat. Das „Ich“ drückt seine äußere und innere Mobilität angesichts des allgemeinen Prinzips eines stetigen Wandels der Welt aus, dem es sich in seiner Lebensweise anheimgibt.

Titel und Text des Liedes knüpfen an die Tradition und Lebenshaltung der Wandervogel-Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts an. Generell werden Liedermacher oft mit der Tradition fahrender Sänger in Verbindung gebracht, was Heute hier, morgen dort als eine Art Hymne dieser Künstlergruppe erscheinen lässt. In diesem Sinne nannte Michael Köhler in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung das Lied einen „Song über die vielfältigen Eindrücke, die einem wie ihm [sc. Wader] im unsteten Tourneeleben begegnen“.[1]

Seit 1972 beginnt Wader seine Konzerte stets mit diesem Stück. Nur zwischenzeitlich, als ihm das zu eintönig wurde, spielte er Gut wieder hier zu sein als erstes Stück, wechselte aber nach zwei Jahren wieder zu Heute hier, morgen dort. Nach eigener Aussage[2] sei dies auf Wunsch seines Publikums geschehen und er plane nicht, dies noch einmal zu ändern.

Eine französische Fassung des Liedes wurde mit dem Titel "Je suis ci, je suis là" von dem deutsch-belgischen Chanson-Sänger Didier Caesar aus Konstanz als Auftragsarbeit erstellt. Sie wurde von Hannes Wader, der auch Französisch beherrscht, für gut befunden. Die Fassung wird bei Begegnungen zwischen Städtepartnerschafts-Gesellschaften und bei Reisen nach Frankreich im Rahmen des Schüleraustausches benutzt.

CoverversionenBearbeiten

2007 coverte die Band Die Schröders den Song in einer Punkrock-Version. 2012 wurde das Lied von der Düsseldorfer Band Die Toten Hosen auf dem Album Die Geister, die wir riefen und von Slime auf dem Album Heute hier, morgen dort – Salut an Hannes Wader gecovert. Eine Version des Liedermachers Philipp Poisel erschien als Bonustrack auf seinem Album Bis nach Toulouse.[3]

BelegeBearbeiten