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Hermann Böhrnsen

deutscher Politiker, MdL, Landesminister in Schleswig-Holstein
Hermann Böhrnsen beim Stapellauf des Forschungsschiffs Otto Hahn (1964)

Hermann Böhrnsen (* 18. September 1900 in Rendsburg; † 19. Mai 1976 ebenda) war ein deutscher Politiker (DP, später CDU). Er war von 1952 bis 1967 Wirtschaftsminister des Landes Schleswig-Holstein.

Leben und BerufBearbeiten

Böhrnsen verließ das Realgymnasium mit der Obersekundareife und absolvierte anschließend eine Lehre zum Tischler. Ab 1927 war er Mitinhaber der väterlichen Tischlerei, die er nach bestandener Meisterprüfung 1929 ganz übernahm. 1935 bis 1948 war er Obermeister der Flensburger Tischlerinnung, ab 1945 auch Landesinnungsmeister. Seit 1948 war Böhrnsen Vizepräsident der Handwerkskammer Flensburg. 2013 stellte sich heraus, dass Böhrnsen als Geschäftsführer der „Kampfgruppe für deutsche Kultur“ eine der treibenden Kräfte für die Bücherverbrennung am 9. Oktober 1933 in Rendsburg auf dem Paradeplatz gewesen war.[1][2]

Hermann Böhrnsen war verheiratet und hatte sechs Kinder.

ParteiBearbeiten

Böhrnsen war zunächst Mitglied der DP, schloss sich aber 1953 der CDU an.

AbgeordneterBearbeiten

Von 1950 bis 1967 war er Mitglied des Landtages von Schleswig-Holstein. Zunächst gehörte er hier der DP-Fraktion, die er aber am 14. April 1952 verließ. Nach einigen Monaten als fraktionsloser Abgeordneter, trat er am 30. Januar 1953 der CDU-Fraktion bei.

Vom 5. März bis zum 17. September 1952 war er Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Landtages.

Böhrnsen zog stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Rendsburg-Nord in den Landtag ein.

Öffentliche ÄmterBearbeiten

Am 13. September 1952 wurde er als Minister für Wirtschaft und Verkehr in die von Ministerpräsident Friedrich-Wilhelm Lübke geführte Landesregierung von Schleswig-Holstein berufen. Dieses Amt behielt er auch unter dessen beiden Amtsnachfolgern Kai-Uwe von Hassel und Helmut Lemke, bis er nach der Landtagswahl 1967 am 3. Mai 1967 aus der Regierung ausschied. In diesen Jahren stand mit ihm sein Amtsleiter, der Landesdirektor und spätere Staatssekretär Fritz Sureth, für die erforderliche politische Kontinuität des Wiederaufbaus der Wirtschaft des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg.

EhrungenBearbeiten

Am 30. November 1966 wurde ihm das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Bundesverdienstkreuzes verliehen.

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Ton Sinnen und Högen. Plattdeutsche Gedichte, Rendsburg, 1950.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Günter Neugebauer: Gegen das Vergessen. Opfer und Täter in Rendsburgs NS-Zeit. Rendsburger Druck- und Verlagshaus, Osterrönfeld, ISBN 978-3-9810912-6-7. Insbesondere auch Kapitel 8.1. Hermann Böhrnsen – vom Mitorganisator der Bücherverbrennung zum Wirtschaftsminister des Landes. S. 222–232.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.shz.de/lokales/landeszeitung/nordkolleg-verbannt-ex-minister-id3269591.html
  2. Nordkolleg: Kein Platz für Böhrnsen (Memento vom 30. Januar 2016 im Internet Archive)