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Hermann Apelt

deutscher Politiker (DVP, BDV, FDP), MdBB

BiografieBearbeiten

Familie, Ausbildung und BerufBearbeiten

Apelt war der Enkel des Philosophen Ernst Friedrich Apelt aus Jena und der Sohn des Weimarer Gymnasialdirektors Otto Apelt und seiner Frau Cornelia Apelt, geborene Rassow. Seine Enkeltochter Julie Kohlrausch ist FDP-Bürgerschaftsabgeordnete in Bremen.

Er absolvierte das Wilhelm-Ernst-Gymnasium Weimar und studierte ab 1888 Rechtswissenschaften an der Universität Jena, der Universität Tübingen und der Universität Leipzig. 1900 zog er nach Bremen und absolvierte dort sein Assessorexamen. Er promovierte 1901 zum Dr. jur. Seit 1904 arbeitete er in einer Rechtsanwaltspraxis. 1906 wurde er Syndicus der Handelskammer Bremen. Im Ersten Weltkrieg war er Soldat.

PolitikBearbeiten

1908 wurde Apelt in die Bremische Bürgerschaft gewählt. Er war dort Mitglied der Deputation für Häfen und Eisenbahnen. 1917 erfolgte seine Wahl zum Bremer Senator.

Er schloss sich nach dem Ersten Weltkrieg 1919 der liberalen Deutschen Volkspartei (DVP) an. Er war 1919/20 Mitglied der verfassungsgebenden Bremer Nationalversammlung, von der er am 10. April 1919 in den Senat gewählt wurde. Als Senator war in den Senaten von 1919/20 unter Karl Deichmann, von 1920 bis 1925, von 1925 bis 1928 und von 1928 bis 1933 unter dem parteilosen Präsidenten Martin Donandt. Seit 1919 organisierte Apelt den Wiederaufbau der bremischen Schifffahrt und des bremischen Hafens. Eine seiner schwersten Aufgaben war die Lösung der Finanzkrise Bremens von 1930, bei der er als Inspektor des Staatshauptkasse fungierte. Durch sein Verhandlungsgeschick konnte er die staatliche Selbstständigkeit Bremens erhalten.

Nach dem am 6. März 1933 auf Forderung der Nationalsozialisten bereits die SPD-Senatoren zurücktreten mussten wurde er mit den übrigen Mitgliedern des Senats am 16. März 1933 zum Rücktritt gezwungen und aufgrund seiner öffentlichen Ablehnung des Nationalsozialismus aus allen öffentlichen Ämtern ausgeschlossen.[1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er Mitgründer der Bremer Demokratischen Volkspartei (BDV), der späteren FDP. Es folgte 1945 seine erneute Berufung zum Senator für Wirtschaft, Häfen und Verkehr im Senat Vagts und im Senat Kaisen I, später teilweise ergänzt um die Ressorts Schifffahrt und Arbeit in den Senaten Kaisen II, Kaisen III und Kaisen IV. 1955 schied Apelt aus dem Senat aus.

Nach 1945 war es sein Grundsatz, beim Neuaufbau des Bremer Staatswesens die Wiederherstellung der Häfen als Existenzgrundlage allen anderen Aufgaben voranzustellen. Sofort nach dem Zusammenbruch 1945 wurde mit der Räumung der Weser und der Häfen begonnen. Der Wiederaufbau der Seefahrtschulen in Bremen und Bremerhaven, des Flugplatzes sowie der Ausbau der Unterweser und der Mittelweserkanalisierung gehören zu seinen Verdiensten.

Weiter Mitgliedschaften und ÄmterBearbeiten

  • Apelt war 1921 der Mitbegründer des Weserbundes zur Förderung der Wirtschaft im Weserraum.
  • Er war seit 1913 Mitglied im Vorstand und von 1922 bis 1934 Vorsitzender des Kunstvereins Bremen. 1934 musste er auf Druck der Nationalsozialisten von diesem Amt zurücktreten, nachdem er 1933 den damaligen gefährdeten Kunsthallendirektor Emil Waldmann schützte, er blieb aber als Schatzmeister weiterhin für den Verein tätig. Von 1945 bis 1957 war er wieder Vorsitzender des Vereins.[2]
  • Ganz besonders lag ihm seit 1917 die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger am Herzen.
  • 1949 gehörte er zu den Neugründern der Carl-Schurz-Gesellschaft, die die Fäden zwischen der Hansestadt und den Vereinigten Staaten wieder anknüpfen sollte. Er war zeitweise Präsident der Gesellschaft.
  • 1948 wurde er Vorsitzender des Verkehrsvereins Bremen.

EhrungenBearbeiten

Mitgliedschaften (Auswahl)Bearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hermann Apelt: Reden und Schriften. Bremen, 1962 (postum).
  • Richard Duckwitz: Apelt, Ernst Otto August Hermann. In: Historische Gesellschaft Bremen, Staatsarchiv Bremen (Hrsg.): Bremische Biographie 1912-1962. Hauschild, Bremen 1969, S. 16 (Sp. 1) bis S. 19 (Sp. 1).
  • Peter Gleißner: Die Apelts. Weg und Weite einer Exulantenfamilie. In: Die Oberlausitz und Sachsen in Mitteleuropa. Görlitz/Zittau 2003.
  • Herbert Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon. 2., aktualisierte, überarbeitete und erweiterte Auflage. Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-693-X.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Herbert Schwarzwälder: Geschichte der Freien Hansestadt Bremen. Band IV, S. 26, 59, 76, 80, 95. Edition Temmen, Bremen 1995, ISBN 3-86108-283-7.
  2. Herbert Schwarzwälder: Geschichte der Freien Hansestadt Bremen. Band IV, S. 208. Edition Temmen, Bremen 1995, ISBN 3-86108-283-7.