Herman van Veen

niederländischer Sänger, Schriftsteller, Liedertexter und Liederkomponist

Hermannus „Herman“ Jantinus van Veen (* 14. März 1945 in Utrecht, Niederlande) ist ein niederländischer Singer-Songwriter, Violinist, Schriftsteller, Clown und Schauspieler. In Deutschland wurde er unter anderem mit dem Lied Ich hab’ ein zärtliches Gefühl sowie als geistiger Vater der Zeichentrick-Ente Alfred Jodocus Kwak bekannt.

Herman van Veen (2013)

LebenBearbeiten

Als Sohn eines Schriftsetzers und einer Hausfrau besuchte Herman van Veen in Utrecht eine Montessori-Schule und erhielt als Achtjähriger Geigen- und Gesangsunterricht.

 
Herman van Veen (1968)

Van Veen absolvierte ein Studium am Utrechter Konservatorium (Fächer: Geige, Gesang, Musikpädagogik). Dort lernte er 1961 den Pianisten Erik van der Wurff kennen. 1965 trat van Veen zum ersten Mal mit einem Soloprogramm auf. Mit van der Wurff gründete er die Kabarett-Gruppe Cabaret Chantant Harlekijn. 1967 hatten sie ihre ersten Auftritte, die von der niederländischen Theaterkritik gleich positiv aufgenommen wurden. Schnell folgten die ersten Schallplattenaufnahmen und Fernsehauftritte. Van Veen und van der Wurff arbeiteten bis zu van der Wurffs Tod am 22. September 2014 regelmäßig zusammen. In den frühen 1970er-Jahren gehörte der niederländische Gitarrist Harry Sacksioni zu van Veens Begleitmusikern.

Herman van Veen etablierte sich als Kabarettist, Entertainer und Liedermacher. 1968 gründete er seine bis heute bestehende Produktionsfirma Harlekijn.

Karriere im deutschsprachigen RaumBearbeiten

 
Herman van Veen (1998)

1972 wurde Herman van Veen von Alfred Biolek und Thomas Woitkewitsch für das deutsche Publikum entdeckt. Woitkewitsch übersetzte die niederländischen Lieder ins Deutsche. Van Veens erstes deutschsprachiges Album erschien 1973 und hieß Ich hab’ ein zärtliches Gefühl. Seitdem veröffentlichte er zahlreiche weitere deutsche Alben.

Am 13. November 1977 wurde in der ARD die erste Folge der sechsteiligen Serie Die seltsamen Abenteuer des Herman van Veen (Originaltitel: De wonderlijke avonturen van Herman van Veen) ausgestrahlt. Im Mittelpunkt standen Herman van Veen selbst, seine damalige Ehefrau Marlous Fluitsma und mehrere Musiker, darunter Erik van der Wurff, Harry Sacksioni, der Flötist Martijn Alsters und der Tubist Hans Koppes. Sie leben zusammen in einer Windmühle und erleben Abenteuer mit und in Bildern, die van Veen zum Leben erwecken kann.

1980 erschien erstmals die deutschsprachige Ausgabe des Kulturmagazins Harlekijn, dessen Herausgeber van Veen war. Die Auflage betrug anfangs 80.000 Exemplare. Bis Januar 1984 erschienen elf Ausgaben in unregelmäßigen Abständen.

1987 lernte van Veen den Musiker und Texter Heinz Rudolf Kunze kennen. Mit der 1989 erschienenen Langspielplatte/CD Blaue Flecken begann eine Reihe von Alben, auf denen Kunze die Mehrzahl der Texte beisteuerte und auch als Übersetzer in Erscheinung trat.

 
Das Holzschuhhaus im Veenpark Barger Compascuum

Weltweite KarriereBearbeiten

 
Herman van Veen (2009)

Ende der 1980er-Jahre schuf van Veen auf der Grundlage seiner Musikfabel der Ente Kwak die Zeichentrickserie Alfred J. Kwak, die mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. Ein „Haus des Alfred J. Kwak“ ließ der Künstler 1999 unweit der niederländisch-deutschen Grenze im Veenpark Barger Compascuum errichten.[1]

Herman van Veen hat in den über 40 Jahren seiner bisherigen Schaffenszeit fast 140 Tonträger (Langspielplatten, CD und DVD), über 60 Bücher sowie eine ganze Reihe von Drehbüchern veröffentlicht. Bei seinen zahlreichen Konzerten wurde er von unterschiedlichen Musikern begleitet. Die Spannbreite reichte dabei von einem Begleitmusiker bis zum Sinfonieorchester.

Im Jahre 2006 inszenierte van Veen die Visualisierte Linzer Klangwolke, die jedes Jahr in Linz an der Donau stattfindet. Der Titel der visualisierten Klangwolke 2006 lautete Ente gut alles gut.

Herman van Veen inszenierte anlässlich des Varusjahres 2009 in Detmold das Musical Op een dag in september (Ein Tag im September). Die Premiere des Stückes fand am 22. August 2009 auf der Waldbühne am Detmolder Hermannsdenkmal statt.

FamilieBearbeiten

Herman van Veen war mit Marijke Hoffman und Marlous Fluitsma verheiratet und hat vier Kinder, von denen eine Tochter, Babette van Veen, Schauspielerin ist. Heute ist er mit der Tänzerin Gaëtane Bouchez verheiratet und lebt in der Gemeinde Soest bei Utrecht.

Gesellschaftliches Engagement und PolitikBearbeiten

Im Jahre 1999 wurde ihm wegen seines Beitrages zur deutsch-niederländischen Verständigung das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Van Veen engagiert sich in mehreren Organisationen, die er teilweise selber gegründet hat, für die Rechte von Kindern und ist UNICEF-Botschafter. Die Stiftung Euriade verlieh ihm 2005 die Martin-Buber-Plakette, die alljährlich für besondere Verdienste um die Menschlichkeit verliehen wird.[2]

Am 7. November 2009 erschien ein offener Brief van Veens und Edith Leerkes’, in dem sie Angst davor äußerten, dass die niederländische Partij voor de Vrijheid (PVV) sich in Richtung der Nationaal-Socialistische Beweging (die mit Hitler kollaboriert hatte) entwickeln könnte.[3] In Folge dessen wurde er bedroht und trat nur noch mit Leibwächtern auf.

DiskografieBearbeiten

AlbenBearbeiten

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[4][5]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   BEW   NLTemplate:Charttabelle/Wartung/Charts inexistent
1969 Herman van Veen (II) NL6
(7 Wo.)NL
1971 Carré Amsterdam NL2
 
Gold

(8 Wo.)NL
1976 Carré III - Amsterdam NL14
(4 Wo.)NL
1977 Overblijven NL7
(7 Wo.)NL
1978 Op handen NL23
(10 Wo.)NL
1979 Carré IV - Een voorstelling NL24
(7 Wo.)NL
De wonderlijke avonturen van Herman en de Zes NL8
 
Gold

(17 Wo.)NL
Kerstliederen NL8
 
Platin

(5 Wo.)NL
1981 Iets van een clown NL10
(15 Wo.)NL
Die Anziehungskraft der Erde DE32
(12 Wo.)DE
1982 Zolang de voorraad strekt
deutsch: Solange der Vorrat reicht
NL49
(1 Wo.)NL
1984 Signalen
deutsch: Signale
DE32
(14 Wo.)DE
NL2
(16 Wo.)NL
1985 De wisselaars NL32
(7 Wo.)NL
1986 Anne NL10
 
Gold

(15 Wo.)NL
1987 Carre V - De zaal is er NL87
(6 Wo.)NL
In vogelvlucht - 20 jaar zijn mooiste liedjes BEW39
(4 Wo.)BEW
NL3
 
Gold

(61 Wo.)NL
1989 Rode wangen
deutsch: Rote Wangen
NL72
(13 Wo.)NL
Alfred Jodocus Kwak NL32
(11 Wo.)NL
Blauwe plekken
deutsch: Blaue Flecken
NL15
 
Gold

(22 Wo.)NL
1991 In vogelvlucht 2 – Zijn mooiste liedjes NL26
 
Gold

(17 Wo.)NL
1992 You Take My Breath Away –
Herman van Veen Sings Popclassics
NL73
(9 Wo.)NL
1993 Voor wie anders NL63
(5 Wo.)NL
Ja DE82
(7 Wo.)DE
1994 Stille nacht
deutsch: Weihnachten
NL27
(6 Wo.)NL
mit Ton Koopman; in Frankreich als Douce nuit
1996 Sarah NL21
(21 Wo.)NL
De Voetbalsupporter NL73
(4 Wo.)NL
1997 Carré 7 – Alles in de wind NL85
(4 Wo.)NL
1998 Nu en dan – 30 jaar Herman van Veen NL11
 
Gold

(26 Wo.)NL
1999 Je zoenen zijn zoeter
deutsch: Deine Küsse sind süßer
NL16
(19 Wo.)NL
mit The Rosenberg Trio; auf englisch: Your Kisses are Sweeter;
auf französisch: Tes bisous sont plus doux
2001 Carré 8 (2000) NL78
(4 Wo.)NL
Er was eens… Herman van Veen
zingt en vertelt een kerstverhaal
NL66
(1 Wo.)NL
2002 Andere namen BEW36
(2 Wo.)BEW
NL12
(24 Wo.)NL
2005 Vaders BEW52
(6 Wo.)BEW
NL19
(14 Wo.)NL
Hut ab! DE89
(1 Wo.)DE
2007 Nederlanders NL24
(13 Wo.)NL
limitierte Doppel-CD
Chapeau NL70
(2 Wo.)NL
mit Edith Leerkes; als CD/DVD
2009 100 BEW70
(2 Wo.)BEW
NL7
 
Gold

(48 Wo.)NL
Im Augenblick DE50
(2 Wo.)DE
2012 Vandaag NL28
(8 Wo.)NL
2014 Kersvers BEW39
(15 Wo.)BEW
NL2
 
Gold

(28 Wo.)NL
Hin und Wieder DE73
(1 Wo.)DE
2015 10 keer Herman van Veen – Een keuze NL94
(… Wo.)Template:Charttabelle/Wartung/vorläufig/2015NL
2016 Vallen of springen
deutsch: Fallen oder springen
DE59
(1 Wo.)DE
AT48
(1 Wo.)AT
BEW62
(1 Wo.)BEW
NL15
(9 Wo.)NL
in NL 2017

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[6]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  NL
1969 Suzanne NL3
(11 Wo.)NL
1970 Rozegeur & Marjolein NL18
(3 Wo.)NL
1979 Opzij NL11
(8 Wo.)NL
Uit elkaar NL28
(5 Wo.)NL
1984 Hilversum III NL6
(11 Wo.)NL
handelt vom Rundfunksender Hilversum 3; Original von Haindling (Lang scho nimmer g'sehn)
1986 Anne NL30
(5 Wo.)NL
1987 Toveren NL45
(7 Wo.)NL
1988 Praatjes NL87
(3 Wo.)NL
De clowns NL65
(6 Wo.)NL
1990 Blauwe plekken NL35
(8 Wo.)NL
Genoeg NL80
(5 Wo.)NL
1999 Staakt makkers staakt NL92
(3 Wo.)NL
2002 Andere namen NL94
(3 Wo.)NL

Weitere VeröffentlichungenBearbeiten

Auf DeutschBearbeiten

Studioalben

  • 1973: Ich hab’ ein zärtliches Gefühl
  • 1975: Wunder was
  • 1977: Unter uns
  • 1977: An eine ferne Prinzessin
  • 1979: Elf Lieder
  • 1981: Weihnachtslieder
  • 1985: Auf dem Weg zu dir
  • 1993: Ja
  • 1994: My Cat and I
  • 1995: Zwei Reisende
  • 1997: Nachbar
  • 1997: Du bist die Ruh’
  • 2001: Weihnachten mit Herman van Veen
  • 2001: Was ich dir singen wollte
  • 2003: Unter einem Hut
  • 2008: Du, weißt Du … – Herman van Veen liest Gedichte von Selma Meerbaum-Eisinger
    (Gitarre: Edith Leerkes)
  • 2009: Op een dag in september (zwei Songs, limitierte Sonderausgabe)
  • 2009: Einige Gedichte
  • 2012: Für einen Kuss von Dir
  • 2019: Neue Saiten

Kompilationen

  • 1977: Liederbuch
  • 1978: Die Lieder – Zugabe
  • 1988: Bis hierher und weiter
  • 1990: A Souvenir
  • 1992: Das Beste von Herman van Veen
  • 1994: Meisterstücke

Live-Alben und -DVDs

  • 1974: Inzwischen alles Gute
  • 1980: Heute Abend (Doppel-LP)
  • 1981: Herz (Doppel-LP)
  • 1984: Und er geht und er singt
  • 1986: Ein Holländer – Live in Wien
  • 1994: Grand Hotel Deutschland (Doppel-CD)
  • 1996: Live – Bitte nicht stören
  • 1998: In echt
  • 1998: Vorstellung 999 – Nachbar-Tour
  • 2002: Was ich dir singen wollte (Doppel-DVDplus)
  • 2002: Für Elise
  • 2003: Was ich dir singen wollte (Doppel-DVD)
  • 2003: Unter einem Hut (DVD)
  • 2005: Hut ab! (DVD)
  • 2007: Lieber Himmel (Doppel-CD)
  • 2010: Im Augenblick (DVD)
  • 2011: Ein Tag im September (DVD)

Kinder-Alben

  • 1977: Die seltsamen Abenteuer des Herman van Veen
  • 1985: Die Musikfabel der Ente Kwak (live)
  • 1992: Die seltsame Geschichte der Clowns
  • 1992: Alfred Jodocus Kwak Teil 2
  • 2004: Alfred J. Kwak – Lachen verboten
  • 2004: Alfred J. Kwak – Abgemacht ist Abgemacht
  • 2005: Alfred J. Kwak – Lachen verboten (live, DVD)
  • 2008: Das Geheimnis von Theofilius
  • 2008: Die seltsamen Abenteuer des Herman van Veen (3 DVDs)
  • 2009: Pomm, pomm, pomm – ein Eisbär kriegt kein Eis mehr
  • 2009: Do, die Delfinin
  • 2009: Alfred J. Kwak – Und sie lebten noch lange …
  • 2010: Alfred J. Kwak – Papa

Auf Niederländisch (Auswahl)Bearbeiten

  • 1968: Herman van Veen I
  • 1970: Morgen
  • 1971: Voor een verre prinses
  • 1971: Goed voor een glimlach
  • 1972: Bloesem
  • 1973: Alles
  • 1974: En nooit weerom
  • 1975: Gezongen – 10 jaar Herman van Veen (NL:  )
  • 1975/1976: Eenentwintig Van Een Kwartje (EP)
  • 1999: Nu en dan (Doppel-CD/4-CD)
  • 2000: Alle liedjes van de beer gaan over honing
  • 2002: In vogelvlucht – levende herinneringen (live) (DVD)
  • 2003: Andere namen (live) (DVD)
  • 2004: 30 jaar Herman van Veen – Carré (live) (3-DVD)
  • 2005: Vaders in Carré (live) (Doppel-DVD)
  • 2016: Damadamadance

Auf FranzösischBearbeiten

  • 1985: Herman van Veen chante en V.F.
  • 1990: Des bleux partouts

Auf EnglischBearbeiten

  • 1980: Broadway (live)
  • 1980: Fourteen Songs

Auf AfrikaansBearbeiten

  • 1997: ’n Teer gevoel
  • 2006: Sprakeloos – Vir die naamlose vrou

Literarische Werke (Auswahl)Bearbeiten

Auszeichnungen (Auswahl)Bearbeiten

 
Steinplatte zum Münchhausen-Preis vor dem Rathaus in Bodenwerder

VariaBearbeiten

2012 erschien das Album Ich bin von Heinz Rudolf Kunze mit einem Duett-Titel mit Herman van Veen.[7]

WeblinksBearbeiten

 Commons: Herman van Veen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Herman van Veen in de Pers“: Alfred J. Kwak in (Herman van) Veenpark. Nieuwsblad van de Noorden, 13. Januar 1999.
  2. a b 4. Internationale Martin-Buber-Lesung im Rahmen der Verleihung der Martin Buber-Plakette 2005 an Herman van Veen (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive)
  3. Brief auf Hermanvanveen.com, zuletzt gesehen am 25. Oktober 2016.
  4. Chartquellen Alben:
  5. Auszeichnungen für Musikverkäufe: NL
  6. Chartquellen Singles:
  7. Album Ich bin bei heinzrudolfkunze.de