Herbstgeschichte

Film von Éric Rohmer (1998)

Herbstgeschichte ist ein französischer Spielfilm von Éric Rohmer aus dem Jahre 1998 und zugleich der Abschluss von Rohmers Tetralogie Contes des quatre saisons (dt. Erzählungen der vier Jahreszeiten). Die vorherigen drei Teile heißen Frühlingserzählung, Wintermärchen und Sommer.

Filmdaten
Deutscher TitelHerbstgeschichte
OriginaltitelConte d’automne
ProduktionslandFrankreich
OriginalspracheFranzösisch
Erscheinungsjahr1998
Länge112 Minuten
AltersfreigabeFSK o. A.
Stab
RegieÉric Rohmer
DrehbuchÉric Rohmer
ProduktionFrançoise Etchegaray
MusikClaude Martí
Gérard Pansanel
Pierre Payras
Antonello Salis
KameraDiane Baratier
SchnittMary Stephen
Besetzung
Chronologie

← Vorgänger
Sommer

HandlungBearbeiten

Magali, eine Winzerin im Ardèche-Gebiet, diskutiert mit ihrer Freundin Isabelle, einer Buchhändlerin, oft über die Vor- und Nachteile des Landlebens. Magali ist Witwe und hat einen Sohn und eine Tochter. Da sie auf dem Land lebt, gibt es kaum Gelegenheiten für sie, einen neuen Mann kennenzulernen. Rosine, die Freundin von Magalis Sohn Leo, ist zwischen zwei Männern hin- und hergerissen: Étienne, ihrem ehemaligen Philosophielehrer aus dem Gymnasium und Leo. Sie möchte, dass Étienne Magali heiratet und mit ihr nur noch eine platonische Beziehung führt. Isabelle hingegen möchte Magali dazu überreden, eine Kontaktanzeige zu schalten. Da sie Kontaktanzeigen absolut ablehnt, gibt Isabelle an ihrer Stelle die Anzeige auf. Sie trifft sich mit Gérald, der auf die Anzeige geantwortet hat. Nach dem zweiten Treffen macht Isabelle ihn darauf aufmerksam, dass sie ihn angelogen hat und einen Partner für Magali sucht, von der sie Gérald Fotos zeigt. Auf einer Hochzeitsparty kommt Gérald dann mit Magali ins Gespräch. Da Leo Magalis Wagen ausgeborgt hat, bietet Isabelle an, dass Gérald Magali nach Hause fährt. Während der Fahrt kommt Magali auf den Gedanken, dass Isabelle dieses Treffen eingefädelt haben könnte und bittet Gérald, sie nur bis zum nächsten Bahnhof zu fahren. Gérald kehrt daraufhin wieder zur Party zurück. Magali nimmt ebenfalls ein Taxi zurück zu Isabelles Party. Dort stellt sie Isabelle zur Rede. Isabelle klärt Magali auf und sagt ihr, dass sie einen guten Eindruck von Gérald hat. Magali erkennt ihr Glück und kehrt mit Gérald, der gerade ins Zimmer kommt, zur Tanzgesellschaft zurück.

KritikenBearbeiten

Das Lexikon des internationalen Films bezeichnet den Film als „beschwingt erzählt“, obwohl er bei aller Gelöstheit das „existenzielle Thema der Glückssuche“ nie auf die leichte Schulter nehme. Er sei „sorgfältig inszeniert“; mit einer „dezenten Kamera und dem Schwerpunkt auf den pointierten Dialogen“ biete er subtile Unterhaltung, die zum „Nach- und Überdenken“ einlade.[1]

Die Filmzeitschrift Schnitt schrieb, Rohmer führe „unbeschwert und scheinbar an der Hand“ durch die Geschichte und begleite seine Figuren zu ihren kleinen Alltäglichkeiten. Allerdings sei dem tunlichst abgeraten von Éric Rohmer, wer sich bei französischen Filmen langweile. Wer es jedoch „ruhig und romantisch“ möge und wen „all die guten Menschen“ nicht störten, der werde Herbstgeschichte mögen.[2]

Cinema meint, die Gespräche zwischen Magali und ihren Freundinnen seien „langweiliger als der Small talk zwischen Nachbarn im Treppenhaus“. Das Fazit lautet: „Ein plauderhafter Kinoabend.“[3]

Roger Ebert gibt dem Film vier von vier Punkten und schreibt: "Obwohl ich romantische Hollywood-Komödien wie Notting Hill mag, ist es so, als ob sie dort Galoschen trügen im Vergleich zum schlauen Witz eines Films wie Herbstgeschichte.[4]

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Herbstgeschichte. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  2. http://www.schnitt.de/202,1747,01
  3. http://www.cinema.de/kino/filmarchiv/film/herbstgeschichte,1310209,ApplicationMovie.html
  4. http://www.rogerebert.com/reviews/autumn-tale-1999