Herbert Mertin

deutscher Politiker (FDP), Justizminister des Landes Rheinland-Pfalz

Herbert Mertin (* 29. April 1958 in Temuco, Chile) ist ein deutscher Politiker (FDP). Von 1999 bis 2006 war er Minister der Justiz des Landes Rheinland-Pfalz und bekleidet dieses Amt seit dem 18. Mai 2016 erneut (Kabinette Dreyer II und Dreyer III). Von 1996 bis 2011 war er Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtages und ist es seit Mai 2021 wieder.

Herbert Mertin, 2019

Leben und BerufBearbeiten

Mertin besuchte zunächst die Deutsche Schule in Santiago de Chile und machte 1978 in Linz am Rhein sein Abitur. Nach dem Wehrdienst studierte er ab 1980 Rechtswissenschaften in Mainz und Bonn, legte 1985 sein Erstes und 1988 das Zweite Staatsexamen ab. Danach arbeitete er als Rechtsanwalt in Neuwied und Koblenz. Mertin ist verheiratet und hat vier Söhne.

PolitikBearbeiten

 
Herbert Mertin (oberste Reihe, rechts) nach seiner Vereidigung als Minister der Justiz am 18. Mai 2016

Mertin ist seit 1983 Mitglied der FDP. Nach der Landtagswahl am 24. März 1996 war er ab dem 18. Mai 1996 Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtags.

Am 22. September 1999 wurde er von Ministerpräsident Kurt Beck zum Nachfolger des aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Ministers der Justiz Peter Caesar berufen. Da die FDP nach der Landtagswahl am 26. März 2006 nicht mehr als Koalitionspartner der von nun an mit absoluter Mehrheit regierenden SPD benötigt wurde, schied Mertin am 18. Mai 2006 aus der Landesregierung aus und übernahm den Vorsitz der FDP-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag.

Bei der Landtagswahl 2011 war Mertin Spitzenkandidat seiner Partei. Mediale Aufmerksamkeit erweckte er während des Wahlkampfes im Dezember 2010, als er seinen Parteifreunden riet, auf Auftritte des FDP-Bundesvorsitzenden Guido Westerwelle zu verzichten.[1] Bei der Wahl scheiterte die FDP zum zweiten Mal seit 1983 an der Fünf-Prozent-Hürde, sodass Mertin am 17. Mai 2011 aus dem Landtag ausschied.

Bei der folgenden Landtagswahl am 13. März 2016 kandidierte Mertin nicht, übernahm aber am 18. Mai 2016 in der neugebildeten Ampelkoalition aus SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen erneut das Amt des Ministers der Justiz. Bei der Landtagswahl am 14. März 2021 bewarb sich Mertin als Direktkandidat im Wahlkreis 9 (Koblenz) und auf Platz 2 der FDP-Landesliste.[2] Über die Landesliste erhielt er ein Mandat im neuen Landtag.

Siehe auchBearbeiten

Kabinett Beck IIKabinett Beck IIIKabinett Dreyer II

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Severin Weiland: FDP-Wahlkämpfer verzichten auf Westerwelle. In: Spiegel Online. 15. Dezember 2010, abgerufen am 25. Januar 2021.
  2. Über mich. Herbert Mertin, abgerufen am 25. Januar 2021.

WeblinksBearbeiten

Commons: Herbert Mertin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien