Herbert Hömig

deutscher Historiker

Herbert Hömig (* 22. September 1941 in Gotha) ist ein deutscher Historiker und Hochschullehrer.

Leben und WerkBearbeiten

Hömig schloss 1968 sein Studium der Geschichte, Germanistik und Philosophie an der Universität Köln mit dem Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab und promovierte anschließend bei Adam Wandruszka über die Rolle der Rheinischen Katholiken und Liberalen in den Auseinandersetzungen um die Preußische Verfassung von 1850. Nach seiner Habilitation in Köln 1976 mit einer Arbeit über die Zentrumspartei in der Weimarer Republik übernahm er zunächst eine Professur an der RWTH Aachen. Später lehrte er als Professor für Neuere Geschichte an der Universität Dortmund und hielt daneben seit Ende der 1970er Jahre auch an der Kölner Universität Lehrveranstaltungen ab. Im Wintersemester 1991/92 nahm er einen Gastlehrauftrag an der Universität Leipzig wahr. 2008 wurde er emeritiert.

Im Jahrzehnt vor der Wende wurde er zum Präsidenten der (westdeutschen) „Stiftung Thüringen“ gewählt. Hömig amtiert als ehrenamtlicher Senator der 1754 errichteten Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt,[1] deren Mitglied er seit 1990 ist.

Hömigs Forschungsschwerpunkte sind die Verfassungs- und Parteiengeschichte (insbesondere Preußens) im 19. und 20. Jahrhundert, die Politische Ideengeschichte und die Rheinische und Thüringische Landesgeschichte der Neuzeit. Hömig war Herausgeber der Zeitschrift „Kultur und Geschichte Thüringens“ (1990 eingestellt). Zurzeit gibt er die mit Erfurt verbundenen „Subsidia academica“ zur Zeitgeschichte heraus.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

MonographienBearbeiten

  • Rheinische Katholiken und Liberale in den Auseinandersetzungen um die preußische Verfassung unter besonderer Berücksichtigung der Kölner Presse. Ein Beitrag zur Geschichte der politischen Parteien im 19. Jahrhundert. Wienand, Köln 1971. (Dissertation)
  • Das preußische Zentrum in der Weimarer Republik. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1979 (Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe B: Forschungen, Band 28), ISBN 3-786-70784-7. (Habilitationsschrift)
  • Brüning – Kanzler in der Krise der Republik. Eine Weimarer Biografie, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2000, ISBN 3-506-73949-2.
  • Brüning – Politiker ohne Auftrag. Zwischen Weimarer und Bonner Republik. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2005, ISBN 3-506-72938-1.
  • Carl Theodor von Dalberg. Staatsmann und Kirchenfürst im Schatten Napoleons. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2011, ISBN 978-3-506-77240-4.

AufsätzeBearbeiten

  • Absolutismus und Demokratie. Das Reformprogramm des Marquis d'Argenson (1737). In: Historische Zeitschrift Band 226, 1978, S. 146–168.
  • Zeitgeschichte als "kämpfende Wissenschaft". Zur Problematik nationalsozialistischer Geschichtsschreibung. In: Historisches Jahrbuch Band 99, 1979, S. 355–374.

HerausgeberBearbeiten

  • (Hrsg.): Katholiken und Gewerkschaftsbewegung 1890-1945. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2003 (Beiträge zur Katholizismusforschung, Reihe A: Quellentexte zur Geschichte des Katholizismus, Band 19), ISBN 3-506-70881-3. (online)

LiteraturBearbeiten

  • Irene Gückel: Prof. Dr. phil. Herbert Hömig. In: Erik Gieseking (Hrsg.): Zum Ideologieproblem in der Geschichte. Herbert Hömig zum 65. Geburtstag. Europaforum-Verlag, Lauf an der Pegnitz 2006 (Subsidia Academica, Reihe A, Band 8), ISBN 3-931070-46-8, S. 4–16. (online als PDF)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Präsidium und Senat der Akademie zu Erfurt (Memento des Originals vom 7. Februar 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.akademie-erfurt.de, Stand 14. April 2010 (abgerufen am 18. Dezember 2011).