Hep-Hep-Krawalle

Welle gewalttätiger antijüdischer Ausschreitungen in Europa von August bis Oktober 1819

Die Hep-Hep-Krawalle („Hep-Hep“ oder „Hepp-Hepp“ [wahrscheinlich abgeleitet vom Ruf der Viehtreiber], auch Hep-Hep-Unruhen) 1819 waren eine Welle gewalttätiger antijüdischer Ausschreitungen in vielen Städten und Ortschaften des Deutschen Bundes und über seine Grenzen hinaus, insbesondere in Dänemark. Die Krawalle begannen am 2. August 1819 in Würzburg. Weitere schwere Ausschreitungen ereigneten sich kurz darauf in Frankfurt am Main und in Städten von Franken und Baden, Ende August in Hamburg, im September in Kopenhagen und Danzig sowie im Oktober 1819 in Dormagen. Aus 70 Orten sind zwischen August und Oktober 1819 kleinere Vorfälle überliefert.

Karte der Hep-Hep-Krawalle 1819 (von 2022, s. Liste der Orte der Hep-Hep-Krawalle)

Bei den Hep-Hep-Krawallen handelte es sich um die „erste weiträumige Judenverfolgung seit dem Mittelalter“[1] und „die bedeutendste Welle antijüdischer Ausschreitungen im frühen 19. Jahrhundert“.[2] Weiter gefasst waren sie der größte überregionale Aufruhr im Deutschen Bund in der Restaurationsphase bis zur Revolution 1848 überhaupt.

Hintergrund der spontanen und unkoordiniert stattfindenden Unruhen war die damals kontroverse Debatte um die Judenemanzipation. Als maßgebliche Anstifter der Ausschreitungen gelten vor allem Kaufleute oder Handwerker, die vor Ort den vermehrten Zuzug oder den sozialen Aufstieg jüdischer Bürger missbilligten. An den Schauplätzen schwerer Ausschreitungen zog ein gewaltbereiter Mob durch die Städte und warf die Fenster jüdischer Wohn- und Geschäftshäuser ein. Relativ häufig wird auch von körperlichen Angriffen auf jüdische Personen berichtet. Zu Plünderungen von Geschäften oder zur Verwüstung von Synagogen kam es in Einzelfällen. Während der Hep-Hep-Krawalle gab es keine jüdischen Todesopfer, in Würzburg wurden bei den Ausschreitungen ein Kaufmann und ein Soldat getötet. Bei den zahlreichen kleineren Vorfällen handelte es sich meist um einzelne Steinwürfe, Menschenaufläufe, „Hep-Hep“-Rufe oder Drohungen verschiedener Art.

Polizei, Militär und Regierungsbehörden begegneten den Krawallen regional unterschiedlich und in der Anfangsphase oft zögerlich, ab September griffen sie energisch gegen aufkommende Unruhen durch. Die geheime Ministerialkonferenz, die zeitgleich ab dem 6. August 1819 in Karlsbad zusammentrat, missdeutete die Ausschreitungen als organisierte „revolutionäre Umtriebe“, weshalb die Hep-Hep-Krawalle maßgeblichen Einfluss auf die Verhandlungen und rasche Verabschiedung der Karlsbader Beschlüsse hatten.

Übersicht: Orte der Hep-Hep-KrawalleBearbeiten

 
Karte Verbreitung der Juden im Deutschen Reich in den 1890er Jahren

Die Liste der Orte der Hep-Hep-Krawalle 1819 weist insgesamt 84 Städte und Ortschaften aus, an denen es zwischen August und Oktober 1819 zu Vorfällen kam. Der Vergleich von Ausmaß und dem Grad der Gewalttätigkeiten macht deutlich, dass die Ereignisse in Würzburg, Frankfurt am Main und Hamburg die Schauplätze der heftigsten Krawalle waren, daneben kam es in weiteren 11 Städten und Ortschaften zu schweren Ausschreitungen: im August 1819 in Bamberg, Bayreuth, Darmstadt, Heidelberg, Heidelsheim, Karlsruhe und Rimpar, im September 1819 in Danzig, Kopenhagen, und Odense sowie Mitte Oktober 1819 in Dormagen. Daneben gab es 70 kleinere dokumentierte Vorfälle in verschiedenen Städten und Ortschaften innerhalb und außerhalb des Deutschen Bundes, darunter auch Berlin, Breslau, Dresden, Düsseldorf, Graz, Halle, Kassel, Köln, Königsberg, Krakau, Leipzig, Mainz, Mannheim, Marburg, Pressburg, Regensburg, Schwerin, Straßburg und Wien.

Die Krawalle fanden vor allem in Städten und Regionen in Südwestdeutschland statt, in denen vergleichsweise viele jüdische Menschen lebten.[3] Während des ganzen 19. Jahrhunderts haben antijüdische bzw. antisemitische Krawalle und Ausschreitung auch in vielen anderen Städten und Ortschaften der deutschen Länder, ab 1871 im Deutschen Reich sowie in den Nachbarstaaten stattgefunden, insbesondere um 1830, 1848, 1866, zwischen 1881 und 1883 sowie zwischen 1898 und 1900.[4] Zu keiner Zeit aber gab es gleichzeitig so viele Ausschreitungen wie während der Hep-Hep-Krawalle.

VerlaufBearbeiten

Würzburg – 2. bis 8. August 1819Bearbeiten

 
Johann Michael Voltz: „Würzburg 1819“ – „Hepp-Hepp!“, Radierung von 1819. Es handelt sich um die einzige überlieferte Bildquelle zu den Hep-Hep-Krawallen, siehe hierzu den Abschnitt Überlieferung.

Die Hep-Hep-Krawalle nahmen am 2. August in Würzburg ihren Anfang,[5] als eine Menschenmenge den aus München zurückkehrenden Landtagsabgeordneten Wilhelm Joseph Behr erwartete, der sich bei den dortigen kontrovers geführten Verhandlungen über das bayerische Judenedikt gegen eine weitere Emanzipation der Juden eingesetzt hatte.[6] Würzburg gehörte erst seit 1814 zu Bayern. Die Stadt zählte 1819 etwa 400 jüdische Bewohnerinnen und Bewohner, von denen viele seit Beginn des 19. Jahrhunderts neu hinzugezogen waren.

Abends formierten sich hunderte Angreifer, die unter „Hep-Hep“-Rufen randalierend durch die Würzburger Innenstadt zogen. Die Krawalle richteten sich vor allem gegen jüdische Geschäftsinhaber und ihre Familien. Ihre Läden, Warenlager und Wohnhäuser wurden attackiert, Fensterscheiben eingeworfen, die Firmenschilder abgerissen und vereinzelt auch Waren und Auslagen geplündert. Berichte erwähnen eine nicht genauer überlieferte Zahl verletzter Personen, die sich gegen die Ausschreitungen wehrten.[7] Am 3. und 4. August erreichten die Gewaltexzesse ihren Höhepunkt, und zwei Menschen wurden getötet. Ein Stadtpolizist, der das Wohnhaus des Bankiers Jakob von Hirsch schützen sollte, erschoss am Abend des 3. August den judenfeindlichen und an den Angriffen beteiligten Kaufmann Josef Konrad, am folgenden Tag erschoss ein Schuhmacher einen Wachsoldaten. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits die meisten der jüdischen Familien aus der Stadt in die umliegenden Dörfer und Städte geflohen. Viele fanden keine Unterkunft und übernachteten unter freiem Himmel. Das von der Würzburger Kreisregierung am 5. August auf 700 Soldaten aufgestockte Militär konnte die Situation erst nach drei Tagen unter Kontrolle bringen. Die meisten jüdischen Familien kehrten ab dem 8. August in ihre Häuser zurück. Die Krawalle flammten in der Folgezeit immer wieder auf. Drei Wochen nach den Krawallen wurde die Würzburger Synagoge verwüstet. Aus der Zeit nach den Krawallen sind außerdem verschiedene Drohschriften überliefert, die sich unter anderem gegen den Würzburger Hochschullehrer Sebald Brendel richteten, der sich in der Debatte um die Judenemanzipation für deren Gleichberechtigung eingesetzt und sich kritisch zu den Positionen seines Universitätskollegen Behr geäußert hatte.

Die Würzburger Ereignisse erregten in der Presse große Aufmerksamkeit. In einem Bericht des Frankfurter Journals vom 7. August 1819 wurde die Schilderung der dortigen Gewaltexzesse mit antijüdischen Ressentiments verwoben:

„Wir haben zwei schreckenvolle Tage erlebt: Schon lange herrschte hier eine dumpfe Unzufriedenheit über die bedeutende Vermehrung der hiesigen Juden, von welchen in der Vorzeit gar keine hier geduldet waren, die endlich, wie der Ausbruch eines Vulkans in eine volle Empörung gegen dieselben ausbrach. Grosse Volksmassen stürmten am 3. die Häuser der hiesigen Juden; rissen unter wildem Geschrei ihre Aushängeschilder herunter, zertrümmerten solche, warfen Thüren, Fenster und Läden ein, und da sich mehrere der Juden zur Wehre setzten, so wurden sie durch Prügel sehr misshandelt. […] Nun flüchteten die Juden in Schaaren zur Stadt hinaus, was einen erschütternden Anblick gewährte, indem man sich von dem Heulen und Wehklagen derselben, auf ihrer Flucht, kaum einen Begriff machen kann. Das ausgerückte Militair stellte endlich die Ruhe wieder her; jedoch büssten auch von diesem Einige ihr Leben ein. Noch heute sieht man keinen Juden in hiesiger Stadt. Wenn solche Vorfallenheiten das Herz jedes Menschenfreundes mit Schmerz erfüllt, so ist es auf der anderen Seite leider nur zu wahr, dass die Juden in Deutschland in jeder Hinsicht besser daran sind, als die Christen: Sie arbeiten nicht, und wollen nicht arbeiten, bemächtigen sich alles Handels, und da sie sich über jede Beschimpfung und Erniedrigung hinaussetzen, so gelingt es ihnen durchaus, ihre Waaren zu Spottpreisen an den Mann zu bringen, während der ehrliebende christliche Kaufmann oft nahrungslos in seinem Gewölbe sitzt.“[8]

Von Würzburg aus griffen die Krawalle in den kommenden Tagen zuerst auf verschiedene Städte und Orte in der näheren Umgebung über.

Frankfurt am Main – 8. bis 12. August 1819Bearbeiten

 
Bekanntmachung der Stadt Frankfurt vom 11. August 1819: „Es ist in verwichener Nacht auf der Straße vor den Wohnungen einiger hiesiger Juden durch einen Zusammenlauf vieler junger, meistens fremder Leute, die öffentliche Ruhe und Sicherheit auf eine höchst sträfliche Weise gestört worden.“

Frankfurt, damals Freie Reichsstadt und Hauptstadt des Deutschen Bundes, war zwischen dem 8. und 12. August 1819 Schauplatz der neben Würzburg schwersten Gewaltexzesse. Jüdische Geschäfte und Wohnhäuser in der Umgebung der Judengasse wurden mit Steinen beworfen und Personen körperlich angegriffen. Während der Krawalle, bei denen auch Schusswaffen eingesetzt wurden, gab es Verletzte, anders als in Würzburg aber keine Toten. Die Zahl der Tumultanten und Angreifer, die sich am Abend des 10. August vor dem Geschäftshaus Rothschilds versammelten, wird zeitgenössischen Quellen mit bis zu 6.000 angegeben. Viele jüdische Bewohnerinnen und Bewohner verließen an diesem Tag fluchtartig die Stadt. Obwohl einige Abgeordnete der Bundesversammlung den Stadtrat sofort zum Eingreifen drängten, wurden die Polizeiwachen erst am Folgetag verstärkt. Der Bürgermeister und der Rat der Stadt Frankfurt gaben am 11. August eine Verfügung bekannt, in der die Krawalle als ein „Zusammenlauf vieler junger, meistens fremder Leute“ bezeichnet werden und „vor unbedachtem Reden, wodurch Haß und Erbitterung erzeugt, und der Weg zu sträflicher Thätlichkeit gebahnt wird“, gewarnt wird. Der Verfügung richtet sich auch an die „Judenschaft, daß sie jeder Veranlassung zur Beunruhigung hiesiger Stadt sorgfältig vermeiden und durch unbescheidenes Benehmen und Anmaßung der christlichen Einwohnerschaft nicht Anlaß zu gerechten Beschwerden geben werde.“[9] Ab dem 12. August konnte eine massive Militärpräsenz die Lage beruhigen und die jüdischen Familien kehrten in den folgenden Tagen wieder nach Frankfurt zurück.

Franken, Baden, Kurhessen – August 1819Bearbeiten

Etwa zeitgleich zu Frankfurt griffen die Krawalle auf das bayerische Ober- und Unterfranken über. Zu schweren mehrtägigen Ausschreitungen kam es zwischen dem 8. und 12. August in Bamberg und Bayreuth, wo jüdische Häuser mit Steinen beworfen wurden und die örtlichen Polizeikräfte Mühe hatten, die Krawalle zu unterbinden. Weil sich die Betroffenen nicht ausreichend beschützt sahen, wandten sie sich mit Petitionen direkt an die Staatsregierung. Diese machte die Gemeinden kollektiv für etwaige Schäden und Kosten für notwendige Soldatenquartiere haftbar, um so deren Schutz für die jüdischen Bürger zu erzwingen.[10] Ein weiterer schwerer Vorfall ereignete sich in Rimpar in der Nähe von Würzburg, wo am 18. August die Synagoge verwüstet wurde.[11] Das nahe Würzburg gelegene Heidingsfeld, wohin sich einige der jüdischen Bürger aus Würzburg geflüchtet hatten, war ab dem 21. August Schauplatz von Brandstiftungen, weshalb dort einigen jüdischen Mietern gekündigt wurde.

 
Bericht der Rheinische Blätter vom 31. August 1819 über die Krawalle in Heidelberg

Baden war im weiteren Verlauf des Augusts die Region mit den häufigsten schweren Ausschreitungen. Die Krawalle in Darmstadt, bei denen hauptsächlich Fensterscheiben eingeworfen wurden, dauerten vom 12. bis zum 14. August. In Karlsruhe kam es am 16./17. August zu ersten „Hep-Hep“-Rufen und am 27./28. August zu größeren Ausschreitungen, unter anderem Steinwürfe auf jüdische Häuser. Über die besonders heftigen Krawalle in Heidelberg[12] am 25. August berichteten die Rheinischen Blätter:

„Zwischen 7 und 8 Uhr des Abend zogen Schaaren von Hepmännern gegen die Judenwohnungen, durchbrachen mit Aexten, Brecheisen und ähnlichen Instrumenten bewaffnet, an mehreren derselben die Fenster, Läden und Thüren, und drangen so, da sie zu dieser Operation fast drei Stunden lang vollkommen Muße hatten, in die Häuser selbst, wo sie alles, was sie vorfanden, plünderten oder zerschlugen, alles in verschlossenen Pulten vorräthige Geld raubten, Papiere zerrissen, Bette zerschnitten und eine solche Zerstörung anrichteten, daß fast die ganze Straße von Bettfedern, Trümmern der Möblen und dergleichen gefüllt war.“[13]

Weil hier die Behörden nicht einschritten, beschützten etwa 200 Heidelberger Studenten und der Jurist Anton Thibaut die jüdischen Bürger vor den Angriffen.[14] Die Allgemeine Zeitung aus München kommentierte hierzu:

„Nur mit Hülfe der Akademiker konnte endlich die Ruhe wieder hergestellt werden. Die Regierung hat sich daher veranlaßt gesehen, dis musterhafte, den ganzen Geist der Studierenden so vortheilhaft bezeichnende, Benehmen öffentlich zu loben. Es mag dis zugleich als ein sprechender Beweis dienen, wie unbegründet und voreilig das Urtheil derjenigen ist, welche wähnen, als ginge allein von unsern Universitäten der Geist der Revolution und Unruhe aus.“[15]

Zu weiteren schweren Ausschreitungen kam es auch in Heidelsheim und Untergrombach (heute beide zu Bruchsal). Aus Kurhessen sind verschiedene kleinere Vorfälle überliefert, beispielsweise aus Fulda, Kassel, Rotenburg, Marburg sowie einigen kleineren Ortschaften. Hier verhinderte aber das rigide Durchgreifen der Behörden eine Ausweitung der Krawalle.

Hamburg – 19. bis 26. August 1819Bearbeiten

 
Augsburgische Ordinari Postzeitung vom 6. September 1819 über die Krawalle in Hamburg: „Es ist wieder zu Thätlichkeiten gegen die Juden gekommen. Seit vorigem Freytag durfte sich kein Jude auf den öffentlichen Spaziergängen und in den dort gelegenen Kaffeehäusern blicken lassen, oder er ward mit dem ihren so furchtbar gewordenen „Hep,Hep!“ begrüßt, und ohne Umstände weggeführt.“

In Hamburg begannen die Hep-Hep-Krawalle am 19. August, als jüdische Gäste aus einem Kaffeehaus an der Alster vertrieben wurden. Auch hier kam es anschließend zu massiven Ausschreitungen. Ihren Höhepunkt fanden die Krawalle am 24. August. Die Angriffe richteten sich zunächst gegen jüdische Wohn- und Geschäftshäuser, deren Scheiben eingeworfen wurden. Am nächsten Tag wurden offenbar viele jüdische Bürger verprügelt, die Gewalt richtete sich aber auch gegen Ordnungskräfte, wobei einzelne Mitglieder der Bürgerwehr zu den Angreifern überwechselten. Bemerkenswert ist auch die Bekanntgabe des Hamburger Rates vom 26. August, der zur Beruhigung der Lage auffordert, aber gleichzeitig den jüdischen Bürgern unterstellt, für die Ausschreitungen selbst mit verantwortlich zu sein.[16] Erst am 26. August beendete ein Militäreinsatz „mit gefälltem Bajonett“ die Unruhen. Viele jüdische Bewohner Hamburgs waren aus der Stadt geflohen.

Dänemark – September 1819Bearbeiten

 
Bericht der Karlsruher Zeitung vom 16. September 1819 über die Krawalle in Kopenhagen: „[…] am 4. fielen die ersten Exzesse vor. Am nämlichen Tage waren auch mehrere Schriften, theils gegen die Juden, theils gegen die Regierung gerichtet, an öffentlichen Orten angeschlagen worden. Am 5. stieg der Tumult aufs höchste, und es wurden mehrere Menschen verwundet.“

Anfang September griffen die Krawalle nach Dänemark über. Der dänische König Friedrich VI. hatte 1814 jüdischen Bewohnern das volle Bürgerrecht verliehen. Der Staatsbankrott von 1813 hatte schon zu sozialen Spannungen geführt, die nationale Demütigung durch die erzwungene Abtretung Norwegens an Schweden im Jahr 1814 hatten die Unzufriedenheit in der Bevölkerung zusätzlich verstärkt. Jüdische Bankiers und Großkaufleute wurden für die Geldpolitik verantwortlich gemacht und ihnen wurden betrügerische Transaktionen und Spekulationen vorgeworfen.

Die Hep-Hep-Unruhen in Deutschland führten in diesem gesellschaftlichen Klima auch in mehreren Städten Dänemarks im September 1819 zu antijüdischen Unruhen und Ausschreitungen, weil man befürchtete, die aus Hamburg geflüchteten jüdischen Bürger könnten von der Regierung in Kopenhagen angesiedelt werden. Hier kam es vom 3. bis zum 7. September zu heftigen Ausschreitungen, bei denen jüdische Geschäftshäuser verwüstet und geplündert und Personen misshandelt wurden. Auch in anderen Orten in der Nähe Kopenhagens ereigneten sich Krawalle, besonders heftig am 12. September in Odense. Während der Krawalle richteten die Angreifer ihren Protest auch gegen den König, der aber entschieden reagierte, die königliche Garde entsandte und damit die Krawalle bald beenden konnte. Anders als in vielen Staaten des Deutschen Bundes setzte die dänische Regierung danach ihre Politik der Judenemanzipation fort, verband sie aber mit der Forderung nach einer stärkeren Assimilation der jüdischen Bürger.

Danzig – 28. und 29. September 1819Bearbeiten

Schwere Ausschreitungen ereigneten sich am 28. September in Danzig, wo Personen und Geschäftshäuser angegriffen sowie die Fensterscheiben mehrerer Synagogen eingeworfen wurden. Am nächsten Tag richteten sich die Angriffe gegen jüdische Geschäfts- und Wohnhäuser. Nach Aufrufen zu Plünderungen konnten „mehrere Kompanien Infanterie“ die Krawalle beenden.[17] Außer in Danzig ist es im August und September 1819 in verschiedenen Orten Preußens nur zu kleineren Vorfällen gekommen.

Frankreich – September 1819Bearbeiten

Neben Dänemark sind Vorfälle außerhalb des Deutschen Bundes noch im Elsass und in Lothringen überliefert, wobei sich an den sieben nachgewiesenen Orten nur jeweils kleinere Vorfälle ereigneten.

Rheinland – Oktober 1819Bearbeiten

In Dormagen löste Mitte Oktober ein Kindsmord Ausschreitungen aus, nachdem das Gerücht eines Ritualmords die Runde gemacht hatte. In diesem Zusammenhang gab es am 20. Oktober einen Tumult, als sich dort eine größere Menschenmenge vor dem Haus eines jüdischen Bewohners versammelte und „Hep-Hep“ skandierte.[18] Die örtlichen Behörden griffen schnell ein und verhinderten die Ausweitung der Unruhen, allerdings kam es im Laufe des Monats noch zu einigen letzten kleineren Vorfällen im Zusammenhang der Hep-Hep-Krawalle in der näheren Umgebung.[19]

Hintergründe und Deutung der KrawalleBearbeiten

Ursachen und VorgeschichteBearbeiten

Zeitgenossen zeigten sich von den Hep-Hep-Krawallen überrascht, dennoch „geschahen sie keineswegs zufällig. […] Sie stellten auch keinen Rückfall ins Mittelalter dar, sondern waren durchaus Ausdruck einer aktuellen Konfliktsituation“.[2] Während der napoleonischen Herrschaft waren in den besetzten Provinzen, in verschiedenen Rheinbund-Staaten und auch in Preußen viele Reformbestrebungen umgesetzt worden, unter anderem auch Gesetze zur Gleichstellung der jüdischen Bürger. In verschiedenen Judenedikten wurde ihnen das Recht zur Gewerbe- und Niederlassungsfreiheit zuerkannt. Die Edikte auf den gesamten Deutschen Bund zu übertragen scheiterte beim Wiener Kongress. In vielen seiner Mitgliedsstaaten gab es in den Jahren darauf heftige Kontroversen darüber, die Judenemanzipation wieder rückgängig zu machen. In Würzburg war diese Debatte der Auslöser für die Krawalle. Thomas Nipperdey nannte die Proteste deshalb „eine Art Revolte der alten gegen die neue Zeit“.[20]

In der Forschungsliteratur werden die Ursachen der Krawalle unterschiedlich gedeutet. Eleonore Sterling, die bereits in den 1950er Jahren zu den „Anfängen des politischen Antisemitismus“ geforscht hat, erklärte sie als eine Form eines allgemeinen Sozialprotests im Übergang vom religiös motivierten Antijudaismus zum modernen Antisemitismus.[21] Die durch das Jahr ohne Sommer und dem zunehmenden Import billiger englischer Manufakturwaren ausgelöste Wirtschaftskrise und die wachsende Armut in der Bevölkerung hätten Sozialneid gegen jüdische Bürger geschürt und somit die Krawalle entfacht. Stefan Rohrbacher hat in seiner Dissertation Gewalt im Biedermeier von 1993 hervorgehoben, dass den Krawallen an den verschiedenen Orten jeweils unterschiedliche und spezifische Konfliktsituationen und Ursachen zugrunde lagen.[22] Werner Bergmann sieht in seiner Gesamtdarstellung zur antijüdischen Gewalt im 19. Jahrhundert von 2020 den Hauptgrund für die lokalen Konflikte in der durch die Judenedikte möglichen Neuansiedlung jüdischer Bürger, was zu einer Konkurrenzsituationen und schließlich zu den Gewaltexzessen geführt habe. Dass Menschenrechte und die Judenemanzipation „eben nicht von unten eingeklagt wurden, sondern sich obrigkeitlichem Zwang, z. T. auch durch Napoleon, verdankten“,[23] habe zu dem Eindruck geführt, die jüdischen Bürger hätten mit dem Staat konspiriert, was den Konflikt zusätzlich angeheizt habe.

Die Angreifer setzten sich laut Bergmann wesentlich aus „Handwerkern, Kleinbürgern und dem gewerblichen Mittelstand“[24] zusammen, die laut vieler zeitgenössischer Berichte von Personen aus der Unterschicht unterstützt wurden. Dass die Grenzen fließend waren, macht ein Bericht aus dem Oppositions-Blatt oder Weimarische Zeitung vom 10. September 1819 über die Krawalle in Hamburg deutlich:

„Auf die gewisse Nachricht, daß die Ruhestörer, die in Rotten organisirt und besoldet, mit jedem Tage um Tausende zunahmen, sich ferner nicht mit bloßen Beschimpfungen und Fenstereinwerfen begnügen würden, und daß nicht nur ein großer Theil der hiesigen Bewohner laut und unumwunden dem Unfuge seinen Beifall gab, sondern selbst mehrere aus den höheren Ständen, in der ihnen geziemenden Kleidung des Pöbels vermummt, als die Häupter desselben erkannt wurden, wanderten Hunderte der reichsten jüdischen Familien im Vertrauen auf den Schutz der humanen Dänischen Regierung und der musterhaften Polizey daselbst, nach Altona und dem übrigen benachbarten Dänischen Gebiete aus, und benahmen auf diese Weise den Raubgierigen die Aussicht einer reichlicheren Beute.“[25]

Einige Burschenschafter können als Vordenker der antijüdischen Stimmungen gelten, waren aber keine maßgeblichen Akteure der Ausschreitungen.[26]

Formen der GewaltBearbeiten

Frühere historische Darstellungen der Hep-Hep-Krawalle wie beispielsweise von Léon Poliakov beschreiben den typischen Verlauf der Gewaltexzesse wie folgt:

„Die Unruhen […] begannen im allgemeinen mit einer Zusammenrottung, während der die jüdischen Passanten belästigt wurden; dann stürzte sich die mit Äxten und Eisenstangen bewaffnete Menge unter Hep!-Hep!-Rufen in das jüdische Wohnviertel oder die Judengasse, um sich dort einer systematischen Plünderung hinzugeben. Oft bildete die Synagoge das erste Ziel; sie wurde mit aller Gründlichkeit ausgeplündert. Gewalttaten wurden zwar in einem überreichen Maße verübt, doch blieben Mordfälle dabei selten.“[27]

Stefan Rohrbacher hat durch die ausführliche Rekonstruktion der Vorfälle deutlich gemacht, dass es eine solche Form der Ausschreitungen an keinem Ort gegeben hat. Die meisten Schilderungen der Krawalle bezögen sich erstens auf Menschenansammlungen, die „Hep-Hep“-Rufe skandierten, sowie auf Steinwürfe gegen jüdische Wohn- und Geschäftshäuser. Heftigere Gewaltexzesse oder Tumulte mit einem randalierenden und gewaltbereiten Mob hat es in den oben aufgeführten 17 Orten gegeben. Zu massiven Plünderungen wie etwa in Heidelberg kam es selten. Verwüstungen von Synagogen sind für den 18. August aus Rimpar und für Ende August aus Würzburg (also einige Wochen nach den dortigen Ausschreitungen) belegt. Zu Schießereien kam es in Würzburg und in Frankfurt. Dass es bei den Gewaltexzessen 1819 keine jüdischen Todesopfer gab, erklärt Eleonore Sterling:

„Mitten in diesem Lärm und wütenden Spektakel nach Ermordung des Juden in effigie, nach Vernichtung seines Eigentums und Schändung seiner heiligen Stätten, macht der tobende Haufe [sic!] aber plötzlich halt: die lebenden Menschen werden von keinem angetastet. – Damals kommen die Juden noch mit dem Leben davon.“[28]

Krawalle oder PogromeBearbeiten

Gelegentlich werden die Hep-Hep-Krawalle auch als Pogrome bezeichnet.[29] Werner Bergmann definiert Pogrome als

„eine nicht oder nur gering organisierte, einseitige und nicht-staatliche Form kollektiver sozialer Kontrolle, als extralegale gewaltsame Selbsthilfe seitens einer im Namen der Mehrheit handelnden Gruppe, die dann einsetzt, wenn diese von Seiten des Staates keine Abhilfe gegen eine als Bedrohung empfundene Normverletzung durch eine andere Gruppe erwartet.“[30]

Für die Hep-Hep-Krawalle sind nicht alle Merkmale dieser Definition erfüllt, weil die betroffenen Staaten die Ausschreitungen in der Regel zu unterbinden versuchten. Die Pogrome Ende des 19. Jahrhunderts in Russland, wo der Begriff in den 1880er Jahren geprägt und bei denen hunderte jüdische Menschen getötet wurden, waren in ihrem Ausmaß zudem deutlich exzessiver, weshalb der zwar wenig trennscharfe Begriff „Krawalle“ für die Beschreibung der Ereignisse im Jahr 1819 dem Begriff Pogrom vorzuziehen ist. Der Begriff Hep-Hep-Krawalle hat sich in der Forschungsliteratur weitgehend durchgesetzt, zeitgenössisch wurden die Ausschreitungen auch als Unruhen, Exzesse oder Tumulte bezeichnet.[31]

Entwicklung und Herkunft des Begriffs „Hep-Hep“Bearbeiten

Die Herkunft des antijüdisch konnotierten Ausrufs „Hep-Hep“ (auch „Hepp-Hepp“), der 1819 bereits weit verbreitet war,[32] wird unterschiedlich abgeleitet. Als wahrscheinliche Wortherkunft wird Hep als Ausruf von Viehtreibern gedeutet, wie es auch das Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm von 1877 erklärt. In Franken war Hep geläufig entweder als Lockruf, die Aufforderung an Ziegen, davonzulaufen (hau ab, lauf weg!), oder auch als Befehl zu springen, z. B. bei Dressur und Darbietungen im Zirkus.[33] Rainer Wirtz, Detlev Claussen und Stefan Rohrbacher vermuteten deshalb, der Ziegen- oder Tieranruf sei ursprünglich in Süddeutschland auf jüdische Personen übertragen worden.[34]

Die Zeitzeugin Rahel Varnhagen und der Historiker Heinrich Graetz deuteten Hep als Abkürzung der Kreuzfahrerparole: Hierosolyma est perdita („Jerusalem ist verloren“). Die Antisemitismusforscher Werner Bergmann und Rainer Erb halten diese Deutung für unwahrscheinlich, da die Kreuzfahrerparole korrekt „Hierosolyma sunt perdita“ lautete, ihre Tradierung in Handwerkerkreisen nicht bezeugt sei und diese kaum Latein gekannt und benutzt hätten.[35] Zeitgenössische Zeitungsberichte erklärten Hep auch als Variante von Heb, das Hebräer abkürzen sollte. Andere erklärten es als Kombination der Anfangsbuchstaben von drei großen historischen Judenfeinden: Haman, Esau, Pharao.[36]

Reaktionen und FolgenBearbeiten

Staatliche Reaktionen und Karlsbader BeschlüsseBearbeiten

Die staatlichen Behörden reagierten zwiespältig auf die Ausschreitungen. In der Anfangsphase der Krawalle griffen Regierungsbehörden, Polizei oder Militär oft zögerlich ein, um die Gewalt zu beenden. An anderen Orten reagierten die staatlichen Behörden unverzüglich und konnten so beginnende Ausschreitungen unterbinden, beispielsweise in Preußen. Anne Purschwitz erklärt in ihrer 2018 veröffentlichten Dissertation Jude oder preußischer Bürger hierzu:

„Der wohl entscheidende Grund für die verhältnismäßig geringen Ausschreitungen in Preußen war das zügige Eingreifen der Behörden, die dem Ausbruch von Krawallen durch Ordnungsmaßnahmen zuvorkamen. Dabei basierten diese Maßnahmen nicht ausschließlich auf der Absicht, Juden zu schützen. Der wichtigere Faktor für die massiven Bemühungen war die Angst der preußischen Regierung vor geheimbündlerischen Umtrieben, liberalen Entwicklungen und revolutionären Ideen. Es scheint andererseits fraglich, ob es zu einem solchen Eingreifen gekommen wäre, wenn „nur“ antijüdische Pogrome befürchtet worden wären […].“[37]

Insofern besteht auch ein wichtiger Zusammenhang der Hep-Hep-Krawalle zur zufällig zeitgleich (vom 6. bis zum 30. August 1819) tagenden geheimen Ministerialkonferenz in Karlsbad. Ausgelöst durch die Ermordung Kotzebues im März 1819 standen die Verhandlungen unter unmittelbarem Eindruck der vielerorts eskalierenden Gewalt. Die Regierungsbehörden der Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes vermuteten hinter den Krawallen „revolutionäre Umtriebe“ organisierter Burschenschafter und setzten zur Klärung einen Untersuchungsausschuss in Mainz ein.[38] Metternich äußerte sich in einem Brief vom 14. August 1819:

„Sobald [sich] Ausbrüche der rohen Masse einmal […] in einem Staat gezeigt haben, ist sonst keine Sicherheit vorhanden, dass dieselben nicht zu jedem Augenblick und über jeden anderen Gegenstand wieder entstehen könnten.“[39]

Die durch die Ausschreitungen angeheizte Revolutionsangst führte dazu, dass die Karlsbader Beschlüsse schnell durchgesetzt und am 20. September 1819 in Frankfurt verabschiedet wurden. Die strikten Überwachungs- und Unterdrückungsmaßnahmen führten dazu, dass die Welle der Hep-Hep-Krawalle im Oktober 1819 gebrochen wurde.

Auswirkungen auf die JudenemanzipationBearbeiten

Die Hep-Hep-Krawalle führten zu regional unterschiedlichen Rückschritten bei der jüdischen Emanzipation, so etwa in Bayern, wo die angedachte Reform des Judenedikts zurückgenommen und erst in den 1830er Jahren umgesetzt wurde. Die Krawalle dienten häufig als Vorwand, mögliche weitere Unruhen verhindern zu wollen.[40] Erst mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 wurde die volle Gleichberechtigung der jüdischen Bürger allgemeines Gesetz.

ÜberlieferungBearbeiten

Schriftliche QuellenBearbeiten

 
Augsburgische Ordinari Postzeitung vom 28. August 1819 über die Krawalle in Sommerach und Rimpar bei Würzburg: „Dann drang ein Haufe Pöbel in die Synagoge selbst ein, zerschnitt die Gebethbücher, riß den Vorhang vor der Lade herab, worinn sich die Thora befindet, schleppte ihn auf die Straße hinaus, zertrümmerte die Leuchter, und trieb noch andern schändlichen Unfug. “

Die Rekonstruktion der Vorfälle während der Hep-Hep-Krawalle beruht erstens auf behördlichen Akten,[41] zweitens auf Flugblättern, Proklamationen, Drohbriefen und Plakaten,[42] drittens auf einigen Briefen und anderen persönlichen Aufzeichnungen[43] sowie viertens auf zahlreichen Zeitungsberichten, die selbst auch Auslöser für die Ausbreitung der Krawalle waren.[44] Die Presse berichtete regional unterschiedlich über die Krawalle. Während „eine umfangreiche und detaillierte Berichterstattung in den süddeutschen Zeitungen erfolgte“,[45] wurden in Preußen kaum Zeitungsmeldungen über die Ausschreitungen veröffentlicht.

Gegen jüdische Bürger gerichtete Drohungen waren oft mit antijüdischen und religiösen Behauptungen und Ressentiments unterlegt, wie diese Proklamation aus Danzig (vermutlich vom September 1819) deutlich macht:

„Brüder in Christo!

Auf, auf, sammelt euch, rüstet euch mit Muth und Kraft gegen deine Feinde unseres Glaubens, es ist Zeit, das Geschlecht der Christusmörder zu unterdrücken, damit sie nicht Herrscher werden über euch und unsere Nachkommen, denn stolz erhebt schon die Juden Rotte ihre Häupter und spotten unserer Ehrfurcht, daß wir unsere Knie beugen für den, den sie gewürgt, darum nieder! nieder mit ihnen, ehe sie unsere Priester kreutzigen, unsere Heiligthümer schänden und unsere Tempel zerstören, noch haben wir Macht über ihnen und die Gewalt ist in unseren Händen, darum laßt uns jetzt ihr sich selbst gefälltes Urtheil an ihnen vollstrecken, laut dem sie geschrien: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder! Auf, wer getauft ist, es gilt der heiligsten Sache, fürchtet nichts und zögert keine Stunde, den Streit für den Glauben offen zu wagen. Diese Juden, die hier unter uns leben, die sich wie verzehrende Heuschrecken unter uns verbreiten, und die das ganze preußische Christentum dem Umsturz drohen, das sind Kinder derer, die da schrien: kreutzige, kreutzige.

Nun auf zur Rache! unser Kampfgeschrey sey Hepp! Hepp!! Hepp!!!

Aller Juden Tod und Verderben, Ihr müßt fliehen oder sterben.“[46]

Die Radierung von Johann Michael VoltzBearbeiten

 
Matthäus Merian: Der Fettmilch-Aufstand 1614, Radierung von 1628

Außer der Radierung von Johann Michael Voltz (1784–1858) ist keine weitere Bildquelle zu den Hep-Hep-Krawallen überliefert. Der Druck wurde in Nürnberg bei Friedrich Campe verlegt und wird unterschiedlich entweder mit Würzburg oder Frankfurt untertitelt.[47] Voltz war kein Augenzeuge der Ereignisse, stützte seine bildliche Darstellung offenbar auf damalige Berichte und hat offenbar einen fiktiven Schauplatz gezeichnet, denn die abgebildeten Gebäude lassen sich weder Frankfurt noch Würzburg eindeutig zuordnen. Voltz lehnt sich in seiner Abbildung offenbar an den Stich von Matthäus Merian an, der den Fettmilch-Aufstand 1614 in der Frankfurter Judengasse darstellt.[48]

Das ganze Bild illustriert einen ungeheuren Gewaltexzess. Wohnungen werden geplündert und Stühle, Porzellan, Töpfe, Flaschen, anderer Hausrat, Schubladen, ein Laken und ein großer Spiegel auf die Straße geworfen. Der Zeichner legt nahe, dass auch Frauen an den Ausschreitungen beteiligt waren. Bei der auf den Mann rechts einschlagenden Person mit Weste und Frack könnte es sich laut Amos Elon vielleicht um einen Apotheker oder einen Schullehrer handeln.[48] Von links sieht man Kavallerie in die Stadt einziehen. Im Hintergrund sind einige jüdische Männer mit Dreispitz- und Zylinderhüten und Bärten zu erkennen, die von einem mit zweizinkigen Heugabeln, Holzknüppeln und auch einer Axt bewaffneten Mob angegriffen werden. Ein Mann schießt aus einem Fenster in die Menge. Die Wohnung, aus der er schießt, hat er zuvor offenbar mit einer Leiter erklommen.

RezeptionBearbeiten

Zeitgenössische RezeptionBearbeiten

 
Kommentar der Rheinische Blätter vom 14. August zu den Hep-Hep-Krawallen

Die Hep-Hep-Krawalle stießen 1819 auf ein großes Medienecho und wurden von einer „breiten Öffentlichkeit wie bei Zeitungsschreibern, Politikern und Intellektuellen“[49] aufmerksam verfolgt und von restaurativen Kräften auch dazu instrumentalisiert, Furcht vor revolutionären Umtrieben und Verschwörungen zu schüren. Zur allgemeinen zeitgenössischen Rezeption der Hep-Hep-Krawalle stellt Anne Purschwitz fest:

„Die Wirkung der Übergriffe auf die publizistische Auseinandersetzung war nur gering. Abgesehen von Flugschriften und Anschlägen, die sich auch nach 1819 wiederholt fanden und in denen auf die Hep-Hep-Unruhen Bezug genommen wurde, kam es nur zu einer oberflächlichen zeitgenössischen Analyse der Ereignisse  […].“[45]

Nur gelegentlich findet sich in den Quellen eine kritische Auseinandersetzung mit den Unruhen und Ausschreitungen wie in diesem Kommentar des liberalen Publizisten Johannes Weitzel in den Rheinischen Blättern vom 14. August 1819:

„[…] das von den Juden so gefürchtete Hep! Hep! geht durch die Gauen Deutschlands von Mund zu Mund und weckt den nur schlummernden Haß des Pöbels gegen die Israeliten. Auch diese Vorgänge mögen zeigen, wie unerwartet Unruhen entstehen, und sich auf eine kaum begreifliche Weise verbreiten können. Sie sind, wird man sagen, von keiner Bedeutung, und es lohnt sich der Mühe nicht, so viel Wesens über eine Erbärmlichkeit zu machen. […] Was schreiet ihr denn über das zufällige Ereigniß, das keine bedeutende Folgen haben kann? […] Soll man vielleicht schweigen und sich ruhig verhalten, bis die Ereignisse bedeutend, das heißt mächtiger, als das bestehende Gesetz und die bestehende Gewalt geworden sind? Was wir seit Jahren gesehen, ist an sich nicht wichtig, aber als Symptom eines Zustandes, den nur Wenige erkennen, als Vorzeichen einer Zukunft, die nur Wenige ahnen, von größter Wichtigkeit. […] Was uns retten kann, und allein retten kann, ist ein gesetzmäßiger Zustand und strenge Gerechtigkeit.“[50]

1819 erschienen außerdem zwei Publikationen, in denen die Krawalle zu rechtfertigen versucht wurden. Unter dem Pseudonym Kacadaeus wurde noch während der Krawalle 1819 das Theaterstück Der reiche Moyses in der Klemme, oder, Hep! Hep![51] veröffentlicht, in dem die Gewalt als „verdiente Strafe für das Wuchern und Schachern der jüdischen Figuren“[52] dargestellt wird. Zweitens publizierte Hartwig von Hundt-Radowsky unter unmittelbarem Eindruck der Krawalle Ende Oktober 1819 das auflagenstarke und später oft rezipierte antijüdische Pamphlet Judenspiegel, das als frühes Zeugnis der Forderung nach einer „Ausrottung und Vertreibung der Juden“[53] gilt und in dem er auf die Ereignisse vom August 1819 Bezug nimmt:

„Am Beßten wäre es jedoch, man reinigte das Land ganz von dem Ungeziefer, und hiezu giebt es gleichfalls zwei Mittel. […] Entweder, sie durchaus zu vertilgen, oder sie auch, wie Pharao, die Meininger, Würzburger und Frankfurter es gemacht haben, zum Lande hinausjagen. […] Obgleich ich, meines Orts, die Tödtung eines Juden weder für Sünde, noch für ein Verbrechen, sondern blos für ein Polizeivergehen halte, so werde ich doch nie rathen, sie, wie es jetzt in andern Fällen Mode zu werden scheint, ungehört zu verdammen und zu bestrafen.“[53]

Heutige RezeptionBearbeiten

Detlev Claussen urteilte 1987 in seiner Darstellung Vom Judenhass zum Antisemitismus. Materialien einer verleugneten Geschichte über die Hep-Hep-Krawalle: „Im deutschen Geschichtsbewusstsein sind sie so gut wie gar nicht vorhanden – man hat sie vergessen“.[54] Bis heute spielen die Ereignisse von 1819 in der öffentlichen Erinnerungskultur eine untergeordnete Rolle, es gibt auch keine Erinnerungsorte wie Denkmäler oder Gedenktafeln.

Im Geschichtsunterricht finden die Hep-Hep-Krawalle bislang keine Erwähnung. Hier wird die Restaurationsphase und der Vormärz meist auf die Geschichte der frühen Nationalbewegung und die Ereigniskette Völkerschlacht 1813, Wiener Kongress und Restauration, Wartburgfest 1817, Karlsbader Beschlüsse 1819 und Hambacher Fest 1832 reduziert. Die Thematisierung der Hep-Hep-Krawalle könnte in diesem Zusammenhang erstens zu einer differenzierteren Beurteilung der Gesellschaftskonflikte im frühen 19. Jahrhundert und auch der Karlsbader Beschlüsse führen. Zweitens sind sie ein wichtiges Glied der jahrhundertelangen Kontinuität antijüdischer und antisemitischer Einstellungen und Gewaltakte. Im Geschichtsunterricht wird der Antijudaismus und der Antisemitismus des 19. und 20. Jahrhunderts bisher nur im Zusammenhang des Deutschen Kaiserreichs (zum Beispiel anhand des Bäder-Antisemitismus) und der Judenverfolgung im Nationalsozialismus thematisiert.[55]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Hep-Hep-Krawalle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Hep-Hep-Krawalle – Quellen und Volltexte

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stefan Rohrbacher: Gewalt im Biedermeier. 1993, S. 99.
  2. a b Werner Bergmann: Tumulte ― Excesse ― Pogrome, 2020, S. 137.
  3. Diesen Zusammenhang zu den zahlreichen Orten der Hep-Hep-Krawalle in Franken, Baden und Kurhessen macht die Karte Verbreitung der Juden im Deutschen Reich vom Ende des 19. Jahrhunderts deutlich. S. Meyers Konversationslexikon, 5. Auflage (1893–1897). Eine solche Karte ist für das frühe 19. Jahrhundert nicht belegt.
  4. Siehe hierzu die Liste bei Werner Bergmann: Tumulte ― Excesse ― Pogrome, 2020, S. 767–794.
  5. Gelegentlich wird auch Meiningen als Ausgangspunkt der Hep-Hep-Krawalle genannt, wo es bereits Ende März 1819 zu Vorfällen kam. Angesichts der Bedeutung der Würzburger Ereignisse für die unmittelbar danach um sich greifenden Gewaltexzesse erscheint dies aber wenig plausibel. Vgl. zu Meiningen Christoph Gann: Meiningen als Ausgangspunkt der antijüdischen Krawalle von 1819 („Hep-Hep-Krawalle“), in: Hennebergisch-Fränkischer Geschichtsverein (Hrsg.): Jahrbuch 2017, Kloster Veßra/Meiningen/Münnerstadt 2017, S. 253–284.
  6. Alle der in diesem Abschnitt Verlauf aufgeführten Angaben und Nachweise zu den Ereignissen und zum Verlauf der Hep-Hep-Krawalle finden sich in der Liste der Orte der Hep-Hep-Krawalle 1819, die sich hauptsächlich stützt auf Stefan Rohrbacher: Gewalt im Biedermeier, 1993, S. 94–156 und Werner Bergmann: Tumulte ― Excesse ― Pogrome, 2020, S. 137–183.
  7. Detaillierter zu den Ereignissen in Würzburg vgl. Ursula Gehring-Münzel: Vom Schutzjuden zum Staatsbürger – Die gesellschaftliche Integration der Würzburger Juden 1803–1871. Schöningh, Würzburg 1992, ISBN 3-87717-768-9 (zugleich Dissertation an der Universität Würzburg 1987) und dies.: Die Würzburger Juden von 1803 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. Band III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. Theiss, Stuttgart 2007, DNB 458231886, S. 499–528 und 1306–1308, sowie als Primärquelle auch der Bericht (Zirkular) des königlich bayerischen Staatsrats und Generalkommissärs des Untermainkreises, Freiherrn von Asbeck zu Würzburg, 11. August 1819, unter Würzburg in der Liste der Orte der Hep-Hep-Krawalle
  8. Zitiert nach: Wolfgang Benz: Was ist Antisemitismus?, München 2004, S. 81 f.
  9. S. Warnung des Senats vor antijüdischen Ausschreitungen, Historisches Museum Frankfurt, Inv. Nr. C27689, Sonn1058, Historisches Faksimile:
  10. Johannes Staudenmaier: Die Hep-Hep-Unruhen des Jahres 1819 und ihre Auswirkungen auf die Stadt Bamberg. In: Berichte des Historischen Vereins Bamberg für die Pflege der Geschichte des Ehemaligen Fürstbistums. Band 154, 2018, S. 139–150.
  11. Siehe hierzu den Zeitungsbericht unter Überlieferung – Schriftliche Quellen.
  12. S. hierzu auch die Quellen auf den Seiten des Heidelberger Geschichtsvereins sowie den Beitrag von Hans-Martin Mumm: "Denket nicht: 'Wir wollen's beim Alten lassen.'" Die Jahre der Emanzipation 1803 bis 1862. In: Norbert Giovannini, Jo-Hannes Bauer, ders. (Hrsg.): Jüdisches Leben in Heidelberg. Studien zu einer unterbrochenen Geschichte. Heidelberg 1992, S. 21–60. Mumm macht deutlich, dass sich die Krawalle vor allem gegen solche Juden richteten, die sich im Handwerk betätigten (zum Beispiel der Möbelschreiner Daniel Carlebach; vgl. ebd., S. 29).
  13. Rheinische Blätter vom 31. August 1819.
  14. Zur Rolle der Studenten in Heidelberg vgl. Heinrich Graetz: Hep-Hep-Krawalle im Jahr 1819, Geschichte der Juden, aus Band 11, 2. Auflage von 1900 – S. 334 ff.
  15. Allgemeine Zeitung vom 2. September 1819.
  16. Bekanntmachung des Hamburger Senats vom 26. August 1819, Online unter: Christoph Pallaske: Die Hep-Hep-Krawalle von 1819 gehören in den Geschichtsunterricht. In: Blog Historisch denken – Geschichte machen, 21. Oktober 2021, Quelle 2.
  17. Zu Danzig vgl. auch Michael Szulc: Emanzipation in Stadt und Staat. Die Judenpolitik in Danzig 1807–1847. Wallstein Verlag, Göttingen 2016, ISBN 978-3-8353-1853-3[1], S. 173–230.
  18. Vgl. hierzu Joan Peter Delhoven, Hermann Cardauns: Die rheinische Dorfchronik des Joan Peter Delhoven aus Dormagen (1783–1823), Dormagen 1966, S. 231f.
  19. In Hülchrath nahe Dormagen wurden am 30. Oktober jüdische Gottesdienstbewohner attackiert und verletzt, vgl. Stefan Rohrbacher: Gewalt im Biedermeier, 1993, S. 117.
  20. Thomas Nipperdey: Deutsche Geschichte 1800-1866. Bürgerwelt und starker Staat, München 51991, S. 250.
  21. Eleonore Sterling: Judenhaß. Die Anfänge des politischen Antisemitismus in Deutschland (1815–1850), S. 162–165.
  22. Stefan Rohrbacher: Gewalt im Biedermeier, 1993, S. 131–149.
  23. Werner Bergmann: Tumulte ― Excesse ― Pogrome, 2020, S. 138, Bergmann bezieht sich hier auf Eleonore Sterling.
  24. Werner Bergmann: Tumulte ― Excesse ― Pogrome, 2020, S. 180 ff.
  25. Oppositions-Blatt oder Weimarische Zeitung vom 10. September 1819
  26. Schon in Würzburg hatten sich die bei der Ankunft Behrs am 2. August 1819 anwesenden Studenten der Würzburger Universität nicht an den Ausschreitungen beteiligt, vgl. Ursula Gehring-Münzel: Die Würzburger Juden von 1803 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs, 2007, S. 502 f.
  27. Léon Poliakov: Geschichte des Antisemitismus, Bd. 6, Worms 1987, S. 102 f., zitiert nach Stefan Rohrbacher: Gewalt im Biedermeier, 1993, S. 128.
  28. Zitiert in Eleonore Sterling: Judenhass, 1969, S. 163.
  29. Vgl. beispielsweise „Hep! Hep!“, Neid und Niedertracht, taz, 15. Juli 2019, oder Sven Felix Kellerhoff: „Eine Judenschlacht wie im Mittelalter“, Die Welt, 12. Juli 2019
  30. Kursiv im Original, s. Werner Bergmann: Tumulte ― Excesse ― Pogrome, 2020, S. 53.
  31. Vgl. Werner Bergmann: Tumulte ― Excesse ― Pogrome, 2020, S. 49 f.
  32. Stefan Rohrbacher: Gewalt im Biedermeier, 1993, S. 95.
  33. Im Odenwald riefen Tänzer sich bei der „Judenpolka“ auch ein rhythmisches Hepp zu. Vgl. hierzu Thorsten Muth: Das Judentum: Geschichte und Kultur. Pressel, 2009, ISBN 3-937950-28-1, S. 41.
  34. Rainer Wirtz: „Widersetzlichkeiten, Excesse, Crawalle, Tumulte und Skandale“. Ullstein (Sozialgeschichtliche Bibliothek), 1981, ISBN 3-548-35119-0, S. 289, Fußnote 15; Detlev Claussen: Vom Judenhass zum Antisemitismus, 1989, S. 74; Stefan Rohrbacher: Gewalt im Biedermeier, 1993, S. 94 ff.
  35. Rainer Erb, Werner Bergmann: Die Nachtseite der Judenemanzipation, 1989, S. 218 ff. Eine solche Interpretation findet sich auch bei Lion Feuchtwanger, der diese Herleitung des Begriffs in seinem Werk Der jüdische Krieg von 1932 aufgreift, in dem der Untergang Jerusalems und des Tempels durch die Römer geschildert wird. Demnach hätten bereits die Römer nach der Zerstörung bei gleichzeitiger Prägung der Münze „Iudaea capta“ den Begriff als Siegesruf angewandt, gemäß dem Satz „Hierosolyma est perdita“.
  36. Philologen und Völkerkundler um 1900 führten das Kurzwort auf einen hebräischen bzw. chaldäischen Wortstamm zurück, der Feind oder Widersacher bedeute. Vgl. Christian Anton Krollmann: Warum gab es 1819 eine „Judenhetze“? Berlin 1899; zitiert in Eleonore Sterling: Anti-Jewish Riots in Germany in 1819, S. 108.
  37. S. Anne Purschwitz: Jude oder preußischer Bürger? Die Emanzipationsdebatte im Spannungsfeld von Regierungspolitik, Religion, Bürgerlichkeit und Öffentlichkeit, Göttingen 2018, S. 237.
  38. Zum Einfluss der Hep-Hep-Krawalle auf die Verhandlungen in Karlsbad vgl. Werner Bergmann: Tumulte ― Excesse ― Pogrome, 2020, S. 180 ff.
  39. Zitiert nach Eleonore Sterling: Judenhass, 1969, S. 165.
  40. S. Anne Purschwitz: Jude oder preußischer Bürger? Die Emanzipationsdebatte im Spannungsfeld von Regierungspolitik, Religion, Bürgerlichkeit und Öffentlichkeit, Göttingen 2018, S. 238.
  41. Als Beispiel der „Bericht des Oberpolizeidirektors an den kurfürstlichen Oberschulrat in Kassel vom 16.09.1819“ (HStAM Best. 17 h Nr. 170) als Faksimile auf den Seiten des Staatsarchivs Marburg: „… so stören sie doch die Ruhe und Sicherheit in den Straßen.“ Vor 200 Jahren: Antisemitische „Hepp-Hepp-Unruhen“, 2019.
  42. Als Beispiele die Drohschriften aus Würzburg, oder eine Proklamation aus Danzig, ohne Datum [September 1819], sowie die als Plakat veröffentliche Bekanntmachung des Hamburger Senats vom 26. August 1819, Online unter: Christoph Pallaske: Die Hep-Hep-Krawalle von 1819 gehören in den Geschichtsunterricht. In: Blog Historisch denken – Geschichte machen, 21. Oktober 2021, Quellen 1 und 2
  43. Als Beispiel der Brief von Ludwig Robert an Rahel Verhagen vom 22. August 1819 über die Ereignisse in Heidelberg und in Karlsruhe, Online unter: Christoph Pallaske: Die Hep-Hep-Krawalle von 1819 gehören in den Geschichtsunterricht. In: Blog Historisch denken – Geschichte machen, 21. Oktober 2021, Quelle 5
  44. Zahlreiche Beispiele zur zeitgenössischen Darstellung der Krawalle in der Presse finden sich als Faksimile in der Liste der Orte der Hep-Hep-Krawalle 1819.
  45. a b S. Anne Purschwitz: Jude oder preußischer Bürger? Die Emanzipationsdebatte im Spannungsfeld von Regierungspolitik, Religion, Bürgerlichkeit und Öffentlichkeit, Göttingen 2018, S. 239.
  46. Zitiert nach: Eleonore Sterling: Judenhass, S. 171 [Amtliche Abschrift, Zentralarchiv Merseburg, Rep. 77, Abt. I, Tit. XXX, Nr. 4 (1819)]
  47. Zu Würzburg beispielsweise bei der Museumslandschaft Hessen Kassel [2] und zu Frankfurt beim Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg [3]
  48. a b Amos Elon: The Pity of it All: A History of Jews in Germany, 1743–1933, New York 2002, S. 103 f. Internet Archive
  49. Stefan Rohrbacher: Gewalt im Biedermeier, 1993, S. 94
  50. Der Autor wird nicht explizit angegeben, Johannes Weitzel war aber alleiniger Herausgeber der Zeitung, s. Rheinische Blätter vom 14. August. Vollständiger Text im Faksimile.
  51. Kacadaeus: Der reiche Moyses in der Klemme, oder, Hep! Hep! in F...t: ein Lust- und Thränenspiel in zwey Akten mit einem Epilog vom Zeitgeist, Hadamar 1819.
  52. Hans-Peter Bayerdörfer: Theatralia Judaica I: Emanzipation und Antisemitismus als Momente der Theatergeschichte. Von der Lessing-Zeit bis zur Shoah, Berlin 2015, S. 110 f.
  53. a b Hartwig von Hundt-Radowsky: Judenspiegel: ein Schand- und Sittengemälde alter und neuer Zeit, Würzburg 1819, S. 144 f.; die Begriffe „Ausrottung und Vertreibung der Juden“ auf S. 141.
  54. Detlev Claussen: Vom Judenhass zum Antisemitismus., 1989, S. 73
  55. Christoph Pallaske: Die Hep-Hep-Krawalle von 1819 gehören in den Geschichtsunterricht. In: Blog Historisch denken – Geschichte machen, 21. Oktober 2021.

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