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Henriette Baranius

deutsche Schauspielerin und Opernsängerin (Sopran)

Henriette Rahel Baranius, geb. Husen (* 20. September 1768 in Danzig; † 5. Juni 1853 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin und Opernsängerin (Sopran).

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Henriette Baranius geb. Husen wurde 1784 an die Berliner Hofoper berufen, an der sie bis 1797 tätig war.

1788 heiratete sie den Schauspieler August Wilhelm Baranius, von dem sie nach zwei Jahren wieder geschieden wurde. 1799 wurde sie die zweite Gattin des Geheimen Kämmerers Johann Friedrich Ritz (1755–1809). Er war in erster Ehe mit Wilhelmine Enke verheiratet, der Geliebten von Friedrich Wilhelm II., die von diesem zur Gräfin Lichtenau erhoben worden war.

Ritz erbaute für Henriette 1799 die Villa Ritz im Potsdamer Stadtteil Berliner Vorstadt, Berliner Straße Nr. 136.

In einem anonymen Beitrag über die Mitglieder des Berliner Theaters aus dem Jahre 1796 wird Henriette Baranius als große Schönheit und ausgezeichnete Sängerin und Schauspielerin geschildert. Darüber hinaus bewältigte sie ein enormes Arbeitspensum und trat fast jeden Abend in einer Hauptrolle auf.[1] Ihr im Jahr darauf erfolgter Abschied von der Bühne wurde allgemein als großer Verlust angesehen.

Begegnung mit MozartBearbeiten

Zu den bekanntesten Rollen von Henriette Baranius gehörte das Blondchen in Mozarts Oper Die Entführung aus dem Serail, die in Berlin unter dem Titel Belmonte und Constanze gespielt wurde. Als Mozart sich im Mai 1789 in Berlin aufhielt, soll er häufig bei ihr verkehrt und sich in sie verliebt haben.

LiteraturBearbeiten

  • Hermann Abert, W. A. Mozart, 8. Aufl., Leipzig 1973
  • Clemens Alexander Wimmer, Das Leben des ehemaligen Geheimkämmerers J. F. Ritz in Potsdam 1797–1809, in: Mitteilungen der Studiengesellschaft Sanssouci e.V. Verein für Kultur und Geschichte Potsdam, Potsdam 1998

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Anonym, Ansicht der Lage des Berliner Nazionaltheaters, beim Schlusse des Jahres 1796, in: Lyceum der schönen Künste, Band 1, Teil 1, Berlin 1797, S. 79–131.