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Die Hemmstraße ist eine historische Straße in Nord-Süd-Richtung in Bremen im Stadtteil Findorff. Sie führt von der Borkumstraße bis zum Hochschulring.

Hemmstraße
Wappen
Straße in Bremen
Basisdaten
Stadt Bremen
Stadtteil Findorff
Angelegt 12. Jahrhundert
Querstraßen Kohlenstr., Juiststr., Kastanienstr., Herbststr., Würzburger Str., Tarmstedter Str., Ansbacher Str., Andreesstr., Geibelstr., Frielinger Str., Falkenbenberger, Walsroder Str., Admiralstr., Lohmannstr., Seeberger Str., Lilienthaler Str., Timmersloher Str., Katrepeler Str., Münchener Str., Borgfelder Str., Fürther Str., Eickedorfer Str., Neukirchstr., Bamberger Str., Göttinger Str., Leipziger Str., Mittelwiese, Gandersheimer Str., Anne-Frank-Str., Northeimer str., Utbremer Ring, Meraner Str., Bozener Str., Brixener Str., Innsbrucker Str., Am Kalkberg, Heinrich-Klenke-Weg, Beateweg, Dorotheen Weg, Pappelweg, Sulingskamp, Luisenweg, Wilhelmineweg, Paulinenweg, Ottilienweg,
Bauwerke Martin-Luther-Kirche
Nutzung
Nutzergruppen Autos, Fahrräder und Fußgänger
Technische Daten
Straßenlänge 1700 Meter
Martin-Luther-Kirche

Die Hemmstraße gliedert sich in die drei großen Teilbereiche:

  • der südliche Teil von der Borkumerstraße durch den Hemmstraßentunnel unter der Eisenbahn und die nun belebtere Straße bis zur Fürth-/ Eickedorfer Straße,
  • der mittlere Teil bis zum Utbremer Ring
  • und der nördliche, ruhige Teil bis zum Hochschulring.

Die Querstraßen wurden u. a. benannt als Kohlenstraße nach einer Lagerfläche für Kohle, Frielinger Straße nach einem Ort bei Soltau, Falkenbenberger Straße und Seeberger Straße nach Ortsteilen von Lilienthal, Timmersloher Straße und Katrepeler Straße nach Orten bei Borgfeld, Neukirchstraße nach dem Erbauer Armin Neukirch, Mittelwiese als Flurname, Am Kalkberg wegen der dortigen Kalklagerung, Heinrich-Klenke-Weg (?), Sulingskamp (Flurbezeichnung) sowie nach weiblichen Vornamen; ansonsten siehe beim Link zu den Straßen.

Die Hemmstraße ist in Bremen die Straße mit der viert-höchsten Hausnummer (Nr. 500).[1]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

NameBearbeiten

Im Niederblockland gab es 1139 urkundlich das Dorf Wallerhemme. 1179 wurde es Hemme benannt. Hemm(e) steht für Plätze oder Orte (wie z. B. Hemme, Hemmoor). Die Straße wurde früher auch Hempstraße benannt.

EntwicklungBearbeiten

Die Hemmstraße gab es schon im 12. Jahrhundert. Sie führte 1139 durch das Dorf Wallerhemme von Utbremen an der kleinen Wümme durch das Blockland zur Großen Wümme. Das Dorf hatte 1823 nur 20 bis 30 Einwohner. 1336 stand eine Kapelle an der Straße. Ein dort gebauter Hof, der erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt wurde, führt den Namen Kapelle-Hof. Die an der Straße ansässigen Bauern wurden auch Hemzatere genannt; sie waren für die Reinhaltung des Kuhgrabens zuständig.

1912 hatte Findorff ca. 10.000 Einwohner. In den Missler-Hallen von 1906/07 an der Hemmstraße/Walsroder Straße wurden Auswanderer aus den osteuropäischen Ländern bis zu ihrer Abreise nach Bremerhaven untergebracht. Die Nazis wandelten die Hallen 1933 in ihr erstes Konzentrationslager in Bremen um.

Das Herbst-Straßenfest wird auf der Hemmstraße und Admiralstraße veranstaltet.

VerkehrBearbeiten

Die Kleinbahn Bremen–Tarmstedt, volkstümlich Jan Reiners genannt, war eine Eisenbahnstrecke, die von 1900 bis 1956 vom Bremen Parkbahnhof via Bahnhof Bremen Hemmstraße als Betriebsmittelpunkt der kleinen Bahn über Lilienthal nach Tarmstedt führte. Sie transportierte Torf, Post und andere Güter sowie Personen im Ausflugsverkehr.

1913 bekam mit der neuen Linie 9 von der Hemmstraße zur Sankt-Jürgen-Straße auch Findorff einen Anschluss an das Straßenbahnnetz.[2] In Findorff wurde 1927 die Straßenbahnstrecke, die seit 1890 (und auch heute wieder) am Bürgerpark endet, durch die Eickedorfer Straße bis zur Hemmstraße verlängert. Damit war Findorff durch zwei Strecken erschlossen, und es konnte ein Ringverkehr eingerichtet werden. Nach der Einstellung der Linie 9 wurde diese Liniennummer anschließend nicht neu vergeben.

Im Nahverkehr in Bremen verkehren auf der Hemmsstraße die Buslinien 25 (Weidedamm-Süd – Utbremer Ring – Am Brill – Domsheide – Hauptbahnhof – Schweizer Eck), 26 (Emder Straße – Fürther Str - Hemmstr. - Eickedorfer Str. – Hauptbahnhof – Am Brill – Huckelriede), 27 (Weidedamm Nord – Innsbrucker Str. – Utbremer Ring – Eickedorfer Str. – Hauptbahnhof – Am Brill – Huckelriede) und 28 (Universität-Nord – Innsbrucker Str. – Utbremer Ring – Hemmstr. – Waller Ring – Emder Str.).

GebäudeBearbeiten

An der Straße befinden sich im nördliche Bereich eingeschossige, dann ein-, zwei-, drei-, vier sowie auch fünfgeschossiges Gebäude, die zumeist Wohnhäuser sind und in den zentralen Bereichen Geschäftshäuser.

Erwähnenswerte Gebäude und Anlagen waren und sind:

  • Nr. 130: Verwaltungsgebäude Gustav F. Gerdts von 1959 nach Plänen von Gerhard Müller-Menckens
  • Nr. 157: Hier stand das nach 1908 gebaute Frauen- und Mädchenheim des Vereins für eine Zufluchtstätte für Frauen und Mädchen, dessen Vorsitzende Beta Isenberg war.
  • Nr. 159: 4-gesch. Wohnhaus mit der Findorff-Apotheke
  • Bei Nr. 233: Evangelische Martin-Luther-Gemeinde Findorff (Neukirchstraße 86), Kirche von 1961 nach Plänen von Friedrich Schumacher.[3]
  • Nr. 212: 2-gesch. Jan-Reiners-Center mit Läden, Apotheke und der Bremischen Volksbank
  • Nr. 240: Sitz der SG Findorff Bremen
  • Nr. 263: 4-gesch. Wohn- und Geschäftshaus mit der Sparda-Bank
  • Nr. 280–310 :1-gesch. Siedlungshäuser von 1935/36 nach Plänen von August Abbehusen
  • Nr. 335: 2-gesch Wohn- und Bürohaus mit dem Sitz des Kleingärtnervereins Niederblockland
  • Nr. 345: 4-gesch. Seniorenhaus Findorff
  • Nr. 360: Kirche Jesu Christi (Mormonen)
  • Nr. 491: Bremer Tierschutzverein, Geschäftsstelle und Tierheim
  • ab Nr. 500: Hemmstrassenfleet, östlich der Straße
  • ab Nr. 450: Kleingartengebiet, östlich der Straße
  • Hochschulring in der Höhe Hemmstraße: Werksgelände der Entsorgung Nord

Denkmale:

  • Die Lokomotive Nr. 1 der Kleinbahn Bremen–Tarmstedt, die den Eröffnungszug gezogen hatte, wurde 1966 vom Bürgerverein Findorff im Bereich des ehemaligen Bahnhofs Hemmstraße als Denkmal aufstellt.
  • Gedenkplatte vor der Seniorenresidenz Walsroder Str. 1: „Hinter diesen Mauern wurde in den ehemaligen Auswandererhallen Missler am 1. April 1933 das erste Bremer KZ errichtet.“

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Weser-Kurier vom 26. Februar 2017.
  2. Die Geschichte der Findorffer Straßenbahn (Memento vom 13. Dezember 2013 im Internet Archive)
  3. Architekturführer Bremen: b.zb: 403

Koordinaten: 53° 6′ 0″ N, 8° 48′ 50″ O