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Helmut Hermann Schulz (* 26. April 1931 in Berlin) ist ein deutscher Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Helmut H. Schulz arbeitete nach dem Besuch der Oberschule im graphischen Gewerbe. Von Mitte der 1950er Jahre an publizierte er zahlreiche Aufsätze und Kurzprosa in Zeitschriften und Zeitungen der literarischen Szene in der DDR. Seit 1962 war er redaktioneller Mitarbeiter verschiedener Zeitschriften und Zeitungen, darunter die Junge Kunst, Das Magazin und das Forum. Von 1968 bis 1970 wirkte Schulz als Feature-Dramaturg im Rundfunk der DDR, von 1970 bis 1974 arbeitete er als Redaktionssekretär bei der Zeitung Forum.

Seit 1974 führt er eine Existenz als freier Schriftsteller. Erst 1978 trat er in den Schriftstellerverband der DDR ein, wechselte aber schon 1990 in den westdeutschen Schriftstellerverband VS, aus dem er inzwischen wieder ausgetreten ist. Er lebt in Berlin.

WerkBearbeiten

Schulz schrieb zahlreiche Romane, Erzählungen, Hörspiele und Features. Seine Erzählung Meschkas Enkel wurde für den Rundfunk als Hörspiel bearbeitet (Rundfunk der DDR 1979; Bearbeitung: Renate Apitz; Regie: Fritz Göhler) und für das Fernsehen verfilmt (DFF 1981; Regie: Klaus Gendries); Schulz' Erzählung Der Sündenfall kam unter dem Titel Verbotene Liebe (DEFA 1990; Regie: Helmut Dziuba) in die Kinos. In Fremdsprachen übersetzt wurden seine Romane Jahre mit Camilla (1979 ins Tschechische) und Das Erbe (1984 ins Slowakische). Für den Roman Das Erbe erhielt Schulz am 23. März 1983 den Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste der DDR. Nach der deutschen Wiedervereinigung konnte Schulz seine Literatur anfänglich weiter bei Hinstorff in Rostock, dann aber allmählich nur noch in weniger bekannten Verlagen unterbringen.

Seine Veröffentlichungen zeichnen sich vor allem durch eine ungemeine Dichte des Erzählten aus. Seine wiederkehrende Thematik ist der Alltag im geteilten Deutschland Mitte des 20. Jahrhunderts. So beschreibt der in der DDR in drei Auflagen erschienene Roman Dame in Weiß (1982), den Schulz auch als Filmskript bearbeitete, die Zeitgeschichte aus der Perspektive eines Heranwachsenden mit all seinen Erlebnissen etwa im alliierten Bombenkrieg. Während die 1988 erschienene Sammlung von Erzählungen Zeit ohne Ende unter anderem die Geschichte widerspenstiger Jugendlicher im nationalsozialistischen Deutschland erzählt.

Nach der Wende und friedlichen Revolution in der DDR schrieb Schulz mit Die blaue Barriere (1995) einen Seefahrts-Roman, der jedoch keinen kommerziellen Erfolg hatte. Darüber hinaus erschienen Biografien von der Kaiserin Augusta sowie Hofberichte aus dem Hause Hohenzollern im Verlag "Neues Leben" Berlin. Seit 2013 erscheinen seine Werke als E-Book im HeRaS Verlag, Göttingen.

EhrungenBearbeiten

  • 1983 Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Schönen Künste (Berlin)
  • 1992 Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung (Weimar)

WerkeBearbeiten

  • Der Fremde und das Dorf. Erzählung. Berlin: Union Verlag, 1964. 85 S.
  • Jahre mit Camilla. Roman. Berlin: Verlag der Nation, 1969. 193 S. 2. Aufl. 1973, 3. Aufl. 1974. Taschenbuch 1986.
  • Abschied vom Kietz. Berlin: Verlag der Nation, 1972. 200 S. 2. Aufl. 1975, 3. Aufl. 1977 4. Aufl. 1983.
  • Der Springer. Berlin: Verlag der Nation, 1976. 352 S.
  • Roky s Kamilou [d. i. Jahre mit Camilla, übersetzt von Jana Pecharová.] Praha/Prag: Melantrich, 1976. 140 S.
  • Alltag im Paradies. Erzählungen. Rostock: Hinstorff Verlag, 1977. 233 S. 2. Aufl. 1979.
  • Spätsommer. Zwei Erzählungen. Rostock: Hinstorff Verlag, 1979. 175 S.
  • Das Erbe. Roman einer Familie. Berlin: Verlag der Nation, 1981. 532 S. 2. Aufl. 1982.
  • Dame in Weiß. Roman. Rostock: Hinstorff Verlag, 1982. 567 S. 2. Aufl. 1983, 3. Aufl. 1986.
  • Meschkas Enkel. Drei Erzählungen. Mit Illustrationen von Hartwig Hamer. Rostock: Hinstorff Verlag, 1982. 253 S. 2. Aufl. 1985.
  • Dedičstvo. Rodinný román. [d. i. Das Erbe, übersetzt von Milan Žitný.] Bratislava/Preßburg: Smena, 1984 (Edícia Máj). 481 S.
  • Stunde nach Zwölf. Erzählungen. [Mit Pinselzeichnungen von Joachim John.] Rostock: Hinstorff Verlag, 1985. 115 S.
  • Der Sündenfall. Zwei Erzählungen. Berlin: Verlag der Nation, 1988. 149 S. 2. Aufl. 1990.
  • Zeit ohne Ende. Drei Berichte über eine Jugend. Rostock: Hinstorff Verlag, 1988. 143 S.
  • Götterdämmerung. Erzählung. Berlin: Verlag Neues Leben, 1990. 159 S.
  • Das Ende der "Clara". Seglergeschichten. Rostock: Hinstorff Verlag, 1995. 152 S.
  • Briefe aus dem Grand Hotel vom 4. November zum 18. März. Eine Evidenz aus Zeitung und Fernsehen. [Berlin]: Verlagshaus Gotthardt, 1995. 187 S.
  • Die blaue Barriere. Roman aus dem Fischland. Rostock: Hinstorff, 1995. 222 S.
  • Glanz und Elend der Friedrich Wilhelms. Hofberichte. Berlin: Verlag Neues Leben, 1996. 299 S.
  • Die Kaiserin Augusta. Ihre Ehe mit Wilhelm I. Berlin: Verlag Neues Leben, 1996. 317 S.
  • Die Vergessenen. Berlin: Verlag Neues Leben, 1999.
  • Der Hades der Erwählten. Eine deutsche Biographie. Berlin: Nora, 2001. 299 S.
  • " Friedrich Nicolai, Biografische Notizen" eBook, HeRaS Verlag, Göttingen 2013
  • "Täter und Opfer, Funktionärsschicksale aus den Kindertagen der DDR" eBook, HeRaS Verlag, Göttingen 2013
  • "Perfekte Verbrechen ohne Verfolgung", Kriminalerzählungen, eBook, HeRaS Verlag, Göttingen 2013
  • "Berichte von der Reichstagstribüne" eBook, HeRaS Verlag, Göttingen 2013

HörspieleBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Armin Mohler: Schulz, Helmut H(ermann). In: Walther Killy: Literaturlexikon, Bd. 10, S. 426

WeblinksBearbeiten