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Helikonios von Byzanz

spätantiker Geschichtsschreiber

Helikonios von Byzanz war ein spätantiker Geschichtsschreiber. Er lebte im späten 4. Jahrhundert.

Helikonios wird nur in dem mittelbyzantinischen Lexikon Suda erwähnt.[1] Demnach war er ein Sophist aus Byzanz (Konstantinopel) und schrieb eine zusammenfassende Weltchronik (chronike epitome), die von Adam bis Kaiser Theodosius I. reichte und zehn Bücher umfasste. In der Suda wird Helikonios noch an zwei Stellen knapp zitiert.[2] In letzterem Eintrag wird die Bildung des Geschichtsschreibers Arrian hervorgehoben und als Quelle dafür Helikonios angegeben.

Da Helikonios seine Chronik mit Adam begann, war er offenbar Christ. Das Werk diente möglicherweise auch als Quelle für Hesychios von Milet. Warren Treadgold hat die Vermutung geäußert, dass Helikonios vielleicht der Autor der anonymen Fortsetzung des Geschichtswerks des Cassius Dio sein könnte, die als Anonymus post Dionem bezeichnet wird. Als Autor dieses Werkes wird jedoch meistens eher Petros Patrikios vermutet.

LiteraturBearbeiten

  • Paweł Janiszewski: Helikonios. In: Paweł Janiszewski, Krystyna Stebnicka, Elżbieta Szabat: Prosopography of Greek Rhetors and Sophists of the Roman Empire. Oxford University Press, Oxford 2015, ISBN 978-0-19-871340-1, S. 157 f.
  • Paweł Janiszewski: The Missing Link. Greek Pagan Historiography in the Second Half of the Third Century and in the Fourth Century AD. Warszawa 2006, S. 411–415.
  • Warren Treadgold: The Early Byzantine Historians. Basingstoke 2007, S. 48f.
  • Gerhard Wirth: Helikonios der Sophist. In: Historia 13, 1964, S. 506–509.

AnmerkungenBearbeiten

  1. Suda E 851.
  2. Suda A 3215 und A 3868.