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Helga Deen

deutsche Jüdin, Holocaust-Opfer
Helga Deen

Helga Deen (geboren 6. April 1925 in Stettin; gestorben 16. Juli 1943 im Vernichtungslager Sobibor) war eine deutsche Jüdin, die mit 18 Jahren von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Ihre Aufzeichnungen erschienen als Buch.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Als 18-jährige Schülerin wurde sie am 1. Juni 1943 in das KZ Herzogenbusch bei Vught gebracht, wo sie etwa einen Monat lang heimlich ihre Gedanken, Eindrücke und Erlebnisse im Lager festhielt. Dabei beschrieb sie Gefühle der Ohnmacht, der Verzweiflung, aber auch der Sehnsucht für ihre Jugendliebe Kees. Sie richtete ihre Aufzeichnungen an Kees als „Liebsten“ und schrieb auf Schulheftseiten. Der letzte Eintrag datiert vom 1. Juli 1943. Am 2. Juli 1943 wurde Deen zunächst in das Durchgangslager Westerbork und schließlich nach Sobibór deportiert, wo sie zusammen mit ihren Eltern Willy Deen und Käthe Deen-Wolff sowie ihrem Bruder Klaus Gottfried Albert Deen am 16. Juli im Vernichtungslager ermordet wurde.[1]

Ihr „Tagebuch“ wurde von einigen Freunden aus dem Lager geschmuggelt und später Kees überreicht. Dieser hielt es sein Leben lang versteckt.

NachlassBearbeiten

Nach dem Tod des holländischen Künstlers Kees van den Berg entdeckte sein Sohn Conrad im Atelier des Vaters eine alte braune Damenhandtasche mit Briefen, Postkarten sowie einem grau-grünen Schulheft mit der Aufschrift „Chemie H. Deen“. Das unscheinbare Heft enthält das Tagebuch seiner großen Jugendliebe – Helga Deen.[1]

Ihre im Oktober 2004 im Regionalarchiv Tilburg der Öffentlichkeit vorgestellten Aufzeichnungen (21 Seiten), gerichtet an ihren Geliebten, über das Leben im holländischen Lager Vught wurden wiederholt mit dem Tagebuch der Anne Frank verglichen. Unter dem Titel „Wenn mein Wille stirbt, sterbe ich auch. Tagebuch und Briefe“ erschien im Rowohlt Verlag ein Buch über Helga Deen.[1]

WerkBearbeiten

  • Wenn mein Wille stirbt, sterbe ich auch. 2007.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c siehe Süddeutsche Zeitung Nr. 59, 12. März 2007, S. 33.