Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Helene Berg

österreichische Ehefrau des Komponisten Alban Berg

Helene Karoline Berg (geb. Nahowski) (* 29. Juli 1885 in Wien; † 30. August 1976 ebenda) war die Ehefrau des Komponisten Alban Berg.

1906 lernte sie den Komponisten Alban Berg (1885–1935) kennen, den sie 1911 heiratete. Die Ehe blieb kinderlos. Das Paar bezog eine Mietwohnung im 13. Wiener Gemeindebezirk, Trauttmansdorffgasse 27, die Helenes Mutter Anna Nahowski einrichtete. Helene Berg lebte dort bis zu ihrem Tod; heute befindet sich an dieser Adresse der Sitz der Alban-Berg-Stiftung.[1]

Offiziell war sie die Tochter von Franz und Anna Nahowski. Es ist allerdings anzunehmen, dass Franz Nahowski nur ihr nomineller Vater war. Der biologische Vater ist höchstwahrscheinlich Kaiser Franz Joseph I., mit dem Helenes Mutter ein langjähriges Verhältnis hatte. Die publizierten Tagebücher Anna Nahowskis enthalten keinen Hinweis darauf, dass der Kaiser Helenes Vater war; sie hatte sich allerdings beim Erhalt einer hohen Abfindung verpflichtet, über ihre Beziehung zu Franz Joseph stets Stillschweigen zu bewahren.

Jedoch erwähnten Persönlichkeiten wie Alma Mahler-Werfel, Peter Altenberg, Bruno Walter und Soma Morgenstern in verschiedenen Publikationen die Frau des Komponisten Alban Berg, Helene Nahowski, wie selbstverständlich als eine biologische Tochter des Kaisers Franz Joseph I. Auch in der Wiener Gesellschaft von damals galt es als offenes Geheimnis, dass Helene die Tochter des Kaisers und nicht die Franz Nahowskis sei.

Ab 1910 verbrachten Helene und ihr Mann die Sommerurlaube im Haus der Schwiegereltern, der Familie Nahowski, in der später nach dem Komponisten benannten Alban-Berg-Villa in Trahütten in der Südweststeiermark. Dort entstand auch eine Reihe der Werke Alban Bergs.[2] Im Juni 1968 wurde in Trahütten auf Initiative des österreichischen Musikforschers Harald Kaufmann (1927–1970) im Beisein von Helene Berg eine Gedenktafel enthüllt.[3]

Helene Berg war wesentlich daran beteiligt, den Ruhm ihres verstorbenen Mannes zu mehren, den sie um mehr als 40 Jahre überlebte. Sie war seine Erbin und Verwalterin der Autorenrechte. Dazu gründete sie 1968 die Alban-Berg-Stiftung, die der Pflege des Andenkens an den Komponisten dient, wissenschaftliche Arbeiten ermöglicht und herausgibt sowie Stipendien für Musikstudenten vergibt. Umstritten war ihre Position zu Alban Bergs unvollendet gebliebener Oper Lulu. Sie untersagte testamentarisch die Fertigstellung und verbot den Einblick in Bergs Partiturenskizzen. Nur durch einen Kompromiss zwischen der Alban-Berg-Stiftung und der Wiener Universal Edition konnte die von Friedrich Cerha orchestrierte dreiaktige Version von Lulu 1979 an der Pariser Oper uraufgeführt werden.

Helene Berg wurde im Grab ihres Mannes auf dem Hietzinger Friedhof bestattet.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lore Brandl-Berger u.a.: Frauen in Hietzing, Wien 2014, Dokumentation auf der Website der Wiener Stadtverwaltung
  2. Zu den von Berg in Trahütten komponierten Werken siehe: Harald Kaufmann, Neue Musik in Steiermark, Graz 1957. S. 13–16. Für seine Forschungen über die in der Steiermark entstandenen Werke Bergs korrespondierte Kaufmann auch mit Helene Berg. Die Briefe sind im Harald Kaufmann Archiv der Akademie der Künste (Berlin) erhalten. Ein Brief Helene Bergs an Kaufmann ist abgedruckt in: Harald Kaufmann, Von innen und außen. Schriften über Musik, Musikleben und Ästhetik Hg. v. Werner Grünzweig und Gottfried Krieger. Wolke, Hofheim 1993, S. 306. ISBN 3-923997-52-3
  3. Siehe auch: Rede in Alban Bergs Landschaft, in Harald Kaufmann: Fingerübungen. Musikgesellschaft und Wertungsforschung, Wien 1970, S. 66–71