Heinz Rebellius

deutscher Gitarrist, Journalist, Redakteur und Buchautor

Heinz „Henry“ Rebellius (* 26. August 1954 in Kyllburg[1]) ist ein deutscher Musiker, Journalist, Redakteur und Buchautor.

LebenBearbeiten

AusbildungBearbeiten

Rebellius wuchs in seinem Geburtsort auf und studierte ab 1974 in Berlin Landschaftsplanung. Nach dem Studium entschied er sich für eine Laufbahn als Profimusiker und zog 1979 nach Cloppenburg.[2]

2001/2002 absolvierte Rebellius eine Ausbildung in der Klangmassage nach Peter Hess. 2005 schloss er die Ausbildung zum staatlich geprüften Heilpraktiker für Psychotherapie ab. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.[3]

Musikalisches WirkenBearbeiten

In den 1980er Jahren spielte Rebellius in Musikprojekten verschiedener Genres. 1984 wurde er Mitglied der New Wave-Band Surplus Stock, die 1979 von Robert „Bob“ Giddens, dem ehemaligen Manager von DAF, gegründet wurde. Mit Giddens und dessen Manager Gisbert Wegener gründete er 1986 die Rock-Band Cliff Barnes and the Fear of Winning. Dort fungierte Rebellius in den ersten Jahren der Band unter dem Pseudonym „Big Dog“ Doug LaTrine. 1992 wurde er von Phillip Boa engagiert, um auf dem 1993 veröffentlichten Album „Boaphenia“ von Philipp Boa & the Voodooclub Bass zu spielen.[4] 1994 gründeten Giddens und Rebellius die Band Illegal Artists und 2009 Artland Country Club. 2011 gründete er seine eigene Band Rebellius, 2012 und 2014 co-produzierte er die ersten drei Alben der Musikerin Luca und spielte Gitarren- und Bassspuren dieser Alben ein.[5]

Im Jahr 2016 taten sich Giddens und Rebellius wieder zusammen, um ein weiteres Album von Cliff Barnes and the Fear of Winning zu veröffentlichen und Konzerte zu spielen.[6] 2017 wurden Rebellius, Giddens und seine Band vom Deutschen Pavillon zur Expo 2017 in Astana (Kasachstan) eingeladen, um dort 20 Shows in zehn Tagen zu spielen.[7]

Zusammen mit seiner Frau Sigrid und dem gemeinsamen Sohn Jonny spielte Rebellius zwischen 2010 und 2015 das eigene Programm „Sehnsucht nach der Ferne“, in dem das Leben des Auswanderers Hermann Ellerlage, ein Großonkel von Sigrid Rebellius, in Liedern und Auszügen aus seinen zahlreichen Briefen nacherzählt wurde.[8] 2017 gewann Rebellius mit der Osnabrücker Experimentalformation Das Blaue Palais jeweils in den Kategorien Trance, Filmmusik und New Age den ersten Preis des Deutschen Rock- und Popmusiker-Verbands.[9]

AutorentätigkeitBearbeiten

Seit 1985 ist Rebellius auch als Journalist tätig. Er war 1986 Gründer und Chefredakteur des Musikermagazins Solo und 1994 ebenso Gründer und Herausgeber des Fachmagazins Akustik Gitarre. 1987 zog er nach Osnabrück und 1992 nach Bissendorf bei Osnabrück.[10]

Bis 1998 leitete er auch die Verlags- und Marketingabteilung von Musik Produktiv. Seitdem arbeitete er freischaffend als Musiker, Redakteur und Journalist, vor allem beim MM-Musik-Media-Verlag in Köln, von 2000 bis 2017 speziell als Redakteur des Magazins Gitarre & Bass.[11]

2001 schrieb er zusammen mit Paul Day und André Waldenmaier beim Münchener Carstensen Verlag das Buch E-Gitarren: Alles über Konstruktion und Historie.[12] Hier fungierte er auch als Herausgeber.[13] 2004 gab er zusammen mit Todor Todorovic („Toscho“) das Buch On the road again. 30 Jahre Blues Company. Unterwegs im Namen des Blues heraus.[14]

Instrumentenbau und -vertriebBearbeiten

1997 bis 2000 gründete und führte Rebellius den Gitarrenladen Guitardome in Bissendorf. Aus diesem entwickelte sich das gleichnamige Internetportal (ein Kleinanzeigenmarkt),[15] das er bis 2012 führte.[16] Das Portal wurde 2013 von Tina von Garrel übernommen[17] und ist seit 2018 aus DSGVO-Gründen offline.[18]

2010 gründete Rebellius den Internetshop Guitar Wash, der vorwiegend Gitarren und Effektpedale seiner Eigenmarken Bleeding Cowboys und Twangtone anbot.[19] Der Shop wurde 2017 eingestellt.[20] In den sogenannten Twangtone Pedal- und Twangtone Guitar-Reihen erschienen Effektpedale und Gitarren, die nach Ideen und Vorgaben von Rebellius in Zusammenarbeit mit verschiedenen Elektronikfirmen und Gitarrenbauern entstehen. Unter anderem ließ er vom Berliner Gitarrenbauer Frank Deimel (Deimel Guitarworks) für den VfL Osnabrück eine Gitarre aus dem Holz der Nordtribüne des VfL-Stadions Bremer Brücke in Osnabrück bauen.[21]

2017 zog Rebellius nach Hannover, um dort bei der Firma göldo music GmbH und deren Marke Duesenberg Guitars im Sales- und Marketing-Bereich zu arbeiten. Hier wirkt er unter anderem am firmeneigenen Magazin The Starplayer mit, schreibt Texte für die Internetseiten der Firma und komponiert und spielt Musik zu einigen Videoclips über Duesenberg Gitarren ein.

VeranstaltungenBearbeiten

Von 2009 bis 2016 veranstaltete Rebellius eine monatlich stattfindende Konzertreihe, die er auch selbst moderierte. Die ersten 22 Ausgaben fanden im damaligen Café Mojo im Katharinenviertel Osnabrücks unter dem Namen Mojo Song Night statt.[22] Von 2011 bis Ende 2015 lief die Reihe als Grolsch Song Night im Café Spitzboden der Lagerhalle Osnabrück.[23] 2016 stieg Rebellius aus der Veranstaltungsreihe aus, die unter der Regie des Lagerhalle e.V. weiter geführt wird.

DiskografieBearbeiten

Jahr Titel Band/Projekt Anmerkungen
1984 Maverick Intention Surplus Stock Vinyl
1985 We Love You - Thanks for all the Flowers Surplus Stock Vinyl
1986 Nancie & Ronnie Cliff Barnes and the Fear of Winning 7"-Single Vinyl
1987 The Record that Took 300 Million Years to Make Cliff Barnes and the Fear of Winning CD und Vinyl
1988 Spike Cliff Barnes and the Fear of Winning CD und Vinyl
1988 Whola Lotta Love Cliff Barnes and the Fear of Winning 12"-Maxi Vinyl
1989 Cliff Barnes and the Fear of Winning Cliff Barnes and the Fear of Winning Vinyl, nur in der EX-DDR

erschienen

1989 Momma Cliff Barnes and the Fear of Winning 12"-Maxi Vinyl
1990 Guns, Love and a Cactus in your Heart Cliff Barnes and the Fear of Winning CD und Vinyl
1990 Love on it’s Knees Cliff Barnes and the Fear of Winning 7"-Single Vinyl
1991 Live from the World Cliff Barnes and the Fear of Winning CD und Vinyl
1993 Three Songs for Weddings and Funerals The Illegal Artists EP CD
1993 Songs for Weddings and Funerals The Illegal Artists CD und Digital
2000 Whole Lotta Love Cliff Barnes and the Fear of Winning Mini-CD
2010 Rust & Dirt Artland Country Club CD und Digital
2011 Signale Rebellius EP, CD und Digital
2012 I Don´t Think So Luca CD
2014 Tiefseetaucher Luca CD und Digital
2015 Sleepless Luca CD und Digital
2016 World2Hot Cliff Barnes and the Fear of Winning CD und Digital

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Paul Day, André Waldenmaier, Heinz Rebellius: E-Gitarren: Alles über Konstruktion und Historie. Carstensen Verlag, München 2001, ISBN 3-91009-820-7.
  • Todor Todorovic, Heinz Rebellius (Hrsg.): On the Road again. 30 Jahre Blues Company. Unterwegs im Namen des Blues. Books on Demand, Norderstedt 2004, ISBN 3-83341-867-2.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Heinz Rebellius, MusicBrainz.
  2. Heinz Rebellius. Interview, Kreativnetzwerk Osnabrück, 2013.
  3. Über mich. Heinz Rebellius, abgerufen am 29. September 2020.
  4. Phillip Boa And The Voodooclub – Boaphenia. Discogs.com, 1994 (Musiker siehe Trackliste)
  5. Über die Zeit in Berlin: Zweites Album von Osnabrücker Sängerin Luca. NOZ, 16. Juni 2014; Luca: Sleepless – Tiefseetaucher B-Sides. 25. September 2015; Lothar Trampert: Ein Leben mit Soundtrack: Luca. Gitarre&Bass, 28. März 2016
  6. Ken Spiegel: Cliff Barnes and the Fear of Winning: World2Hot. In: Gitarre & Bass. Dezember 2016, abgerufen am 29. September 2020 (Interview mit Heinz Henry Rebellius).
  7. Das deutsche Kulturprogramm auf der Expo 2017 in Astana. In: Expo 2017 Astana Kasachstan. Abgerufen am 29. September 2020 (ab 1. Juli 2017).
  8. Vom kleinen Hermann zum großen John. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 22. November 2007, abgerufen am 29. September 2020.
  9. Thomas Wübker: Deutscher Rock- und Pop-Preis – Osnabrücker Band Das Blaue Palais mehrfach ausgezeichnet. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 26. Dezember 2017, abgerufen am 29. September 2020.
  10. Henry Rebellius. In: BackstagePro. Abgerufen am 29. September 2020.
  11. Guitar Talk mit Heinz Rebellius. In: Gitarren-Reviews. März 2014, archiviert vom Original am 29. November 2014; abgerufen am 9. November 2014 (Guitar Talk mit Heinz Rebellius).
  12. Paul Day, Heinz Rebellius, André Waldenmaier: E-Gitarren – alles über Konstruktion und Historie. Hrsg.: Heinz Rebellius. Carstensen, München 2001, ISBN 3-910098-20-7.
  13. E-Gitarren – Alles über Konstruktion und Historie! Carstensen Verlag, abgerufen am 29. September 2020 (Siehe Vorwort des Herausgebers).
  14. Todor Todorovic: On the Road again: 30 Jahre Blues Company: unterwegs im Namen des Blues. Books on Demand, Norderstedt 2004, ISBN 3-8334-1867-2.
  15. guitardome. 30. Dezember 2009, archiviert vom Original am 31. Dezember 2009; abgerufen am 3. Dezember 2014 (Archivierte Version von Ende 2009).
  16. Impressum. guitardome, 23. Oktober 2012, archiviert vom Original am 25. Oktober 2012; (Rebellius Ende 2012 als Geschäftsführer im Impressum).
  17. Impressum. guitardome, 12. Januar 2013, archiviert vom Original am 15. Januar 2013; (Tina von Garrel am 12. Januar 2013 als Geschäftsführerin im Impressum).
  18. guitardome im August 2018. guitardome, archiviert vom Original am 9. August 2018; (Erste archivierte Offline-Version mit DSGVO-begründeter Offline-Mitteilung).
  19. Guitar Wash. Heinz Henry Rebellius, archiviert vom Original am 18. März 2016; abgerufen am 2. Dezember 2014 (Archivversion von 2014).
  20. Guitar Wash. Heinz Henry Rebellius, archiviert vom Original am 5. Oktober 2017; abgerufen am 2. Dezember 2014 (Archivversion zum Zeitpunkt der Einstellung).
  21. Das ist der Klang der alten Nordtribüne. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 18. Mai 2010, abgerufen am 29. September 2020.
  22. Tom Bullmann: Katzenjammer zur letzten Song Night im Mojo. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 24. Februar 2011, abgerufen am 29. September 2020.
  23. Tom Bullmann: Song-Nacht in der Lagerhalle – Akustik-Show mit Sahnehäubchen. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 17. Oktober 2014, abgerufen am 29. September 2020.