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Heinz Quermann

deutscher Fernsehunterhalter der DDR
Heinz Quermann 1954
1. März 1989 in Berlin: Kongress der Unterhaltungskunst der DDR In einer Beratungspause des ersten Tages unterhielten sich Schlagersänger Michael Hansen, Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK der SED Kurt Hager, Chansonsängerin Barbara Kellerbauer, Rocksängerin Ines Paulke, Sängerin und Moderatorin Dagmar Frederic und Conferencier Heinz Quermann (v.r.)

Heinz Quermann (* 10. Februar 1921 in Hannover; † 14. Oktober 2003 in Berlin) war ein bekannter Fernsehunterhalter in der DDR.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Quermann war Redakteur, Regisseur, Talentsucher und Conférencier. Mit seiner Sendung Herzklopfen kostenlos, einem Talentwettbewerb im Fernsehen, war er seiner Zeit weit voraus.

Quermann förderte zahlreiche Talente der DDR. Dazu zählten etwa die Sänger Frank Schöbel, Chris Doerk und Dagmar Frederic sowie Artisten und Humoristen wie Winfried Krause.

1936 begann er eine Lehre als Bäcker, hatte daneben jedoch auch Violin- und Schauspielunterricht und legte 1939 die Schauspielprüfung ab. Anfang Juli 1945 wurde er auf Befehl des sowjetischen Stadtkommandanten Semjon Iljitsch Bogdanow Intendant des Theaters in Köthen, ab 1947 war er Leiter der Abteilung Unterhaltung beim Mitteldeutschen Rundfunk Leipzig, außerdem Redakteur und Sprecher. In der Folgezeit entwickelt er sich in mehreren Sendeformaten zu einem beliebten Conférencier. So war er ab 1953 Moderator der Schlagerlotterie, ab 1955 von Da lacht der Bär und ab 1958 der Schlagerrevue, die mit 36 Jahren die langlebigste Rundfunk-Hitparade der Welt wurde. Als Conférencier hatte er zudem 1957 einen Cameo-Auftritt im DEFA-Film Alter Kahn und junge Liebe und 1960 im DEFA-Film Silvesterpunsch.

Im Laufe der Zeit wurden mehrere seiner Radioformate auch vom Fernsehen übernommen. So entstanden Sendungen wie Da lacht der Bär und die legendäre Sendung Zwischen Frühstück und Gänsebraten, eine Weihnachtssendung, die er 1957 bis 1991 jedes Jahr mit Margot Ebert moderierte. Es war in der DDR zur guten Tradition geworden, diese Sendung am späten Vormittag des ersten Weihnachtsfeiertags zu verfolgen. Nicht wenige Frauen kochten nach den Anweisungen des Quermännchens und setzten etwa das Wasser für die Klöße auf, wenn er es im Fernsehen empfahl. Als Schauspieler trat er selten, wenn dann in Musik- oder Revuefilmen, in Erscheinung. 1960 spielte er in einem Stacheltier-Film die Hauptrolle.

Als seine Arbeit hinter der Kamera zu umfangreich wurde, trat er weniger vor der Kamera auf, blieb aber bis zum Ende der DDR eine der einflussreichsten Personen in der DDR-Unterhaltung. Insgesamt gestaltete er rund 2.500 Sendungen in Rundfunk und Fernsehen sowie rund 7.500 Veranstaltungen. Als einer der ersten und wenigen DDR-Prominenten wurde er kurz nach der Wende als Wachsfigur im Berliner Panoptikum verewigt.

Er war verheiratet mit der 1994 verstorbenen Rundfunksprecherin Ruth Peter-Quermann. Ihre gemeinsame Tochter Petra Quermann tritt gelegentlich im Fernsehen auf.[1]

Seine letzte Ruhe fand er auf dem Waldfriedhof Grünau im Feld 1.

SonstigesBearbeiten

2007 erklärte Dieter Hallervorden, er habe den Sketch Flasche Pommes Frites (auch bekannt als Palim-Palim) von Heinz Quermann, mit dem er häufiger Sketche und Witze austauschte, für ungefähr 500 Mark erworben.

FilmografieBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

WerkeBearbeiten

  • Tschüß und winkewinke, Ihr Heinz der Quermann. Aus dem Nachlass des Künstlers. Eulenspiegel-Verlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-359-01654-0.
  • Ihr Heinz, der Quermann: meine bunten Erinnerungen. Ullstein, Frankfurt/M; Berlin 1992, ISBN 3-548-22998-0.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Heinz Quermann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Website von Herzklopfen kostenlos (Memento des Originals vom 11. Oktober 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.herzklopfen-kostenlos.de, abgerufen am 10. Oktober 2017