Heinz Maurus

deutscher Politiker, MdL, Staatssekretär in Schleswig-Holstein

Heinz Maurus (* 3. April 1952 in Kaufbeuren) ist ein deutscher Politiker (CDU) und Unternehmensberater. Er war seit der Kommunalwahl 2013 bis Ende 2019 Kreispräsident des Kreises Nordfriesland.[1][2] Von 2005 bis 2012 war er als Staatssekretär in der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein tätig und von 1996 bis 2005 gehörte er als Abgeordneter dem Landtag von Schleswig-Holstein an.

Heinz Maurus mit NDR-Redakteur Ernst Christ (2009)
Heinz Maurus auf einem Plakat zur Landtagswahl 2000

Berufliche und politische LaufbahnBearbeiten

Nach dem Abitur 1971 trat Heinz Maurus als Offizieranwärter in die Bundesmarine ein. Zuletzt war er Inspektionschef an der Marineversorgungsschule in List auf Sylt.

Maurus ist seit 1980 Mitglied der CDU. Von 1992 bis Ende 2006 war er Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Nordfriesland, seither ist er dessen Ehrenvorsitzender. Sein Nachfolger wurde der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Nordfriesland – Dithmarschen Nord, Ingbert Liebing.

Von 1984 bis 2003 gehörte er der Gemeindevertretung der Gemeinde Sylt-Ost an. Vom 23. April 1996 bis zu seiner Mandatsniederlegung am 27. April 2005 war Maurus Mitglied des Landtages von Schleswig-Holstein. Hier war er von 1996 bis 2000 Vorsitzender des Innen- und Rechtsausschusses und von 2000 bis 2005 Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion.

Zur Landtagswahl 2000 wurde Maurus im „Führungsteam“ des CDU-Spitzenkandidaten Volker Rühe für den Komplex „Parlament/Fraktion“ präsentiert. Im Falle eines Wahlerfolges der CDU hätte Maurus Landtagspräsident oder Fraktionsvorsitzender werden sollen.[3] Das bisherige Regierungsbündnis aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen konnte die Wahl jedoch für sich entscheiden.

Maurus zog dreimal in Folge als direkt gewählter Abgeordneter des Landtagswahlkreises Südtondern in den Landtag ein. Bei der Landtagswahl 2005 erreichte er hier 49,0 % der Erststimmen.

Heinz Maurus war von 1995 bis 2018 Mitglied des Aufsichtsrates der Sylter Bank eG, zuletzt als dessen Vorsitzender.[4] Seit Ende 2012 ist er mit der „Maurus Consulting GmbH“ als Unternehmensberater und Lobbyist tätig.[5] Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Öffentliche ÄmterBearbeiten

Maurus war von 1986 bis 1996 Bürgermeister der Gemeinde Sylt-Ost und von 1994 bis 2003 Amtsvorsteher des Amtes Landschaft Sylt.

Am 28. April 2005 wurde Maurus von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) zum Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein berufen.[6] Nach der Landtagswahl 2009 war er ab dem 27. Oktober 2009 Staatssekretär für Europa, Auswärtiges und Bundesangelegenheiten und Bevollmächtigter des Landes Schleswig-Holstein beim Bund.[7][8] Seit dem 9. Februar 2010 gehörte er dem Ausschuss der Regionen der Europäischen Union in dessen 5. Mandatsperiode (2010 bis 2014) an.[9][10] Als seine Nachfolgerin wurde 2012 von der neuen Landesregierung die Ministerin für Justiz, Kultur und Europa Anke Spoorendonk (SSW) benannt.[11]

Nach dem Regierungswechsel in Folge der Landtagswahl 2012 schied er aus dem Landesdienst aus und wurde 2013 in den Kreistag des Kreises Nordfriesland gewählt. Die Kreistagsabgeordneten wählten ihn am 21. Juni 2013 zum Kreispräsidenten.[1] Zum Jahreswechsel 2019/2020 trat er aus privaten Gründen von diesem Amt zurück.[12]

WeblinksBearbeiten

Commons: Heinz Maurus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Heinz Maurus im Landtagsinformationssystem Schleswig-Holstein

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Kreispräsident Heinz Maurus. Kreis Nordfriesland, abgerufen am 20. Mai 2016.
  2. WELT: Nordfrieslands Kreispräsident Heinz Maurus tritt zurück. In: DIE WELT. 6. Dezember 2019 (welt.de [abgerufen am 10. Juli 2020]).
  3. Wahl 2000: Rühes Führungsteam fast komplett. In: Die Welt. 22. November 1999, abgerufen am 20. Mai 2016.
  4. Pressemitteilung der Sylter Bank. Sylter Bank eG, abgerufen am 20. Mai 2016.
  5. Philosophie. Maurus Consulting GmbH, abgerufen am 20. Mai 2016.
  6. Vorstellung und Vereidigung der Landesministerinnen und der Landesminister. (PDF; 198 KB) (Nicht mehr online verfügbar.) In: Plenarprotokoll 16/2. Schleswig-Holsteinischer Landtag, 27. April 2005, S. 29, archiviert vom Original am 20. Mai 2016; abgerufen am 20. Mai 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.landtag.ltsh.de
  7. Vorstellung des Staatssekretärs für Europa, Auswärtiges und Bundesangelegenheiten, Heinz Maurus. (PDF; 65 KB) Europaausschuss. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Ausschussprotokoll 17/3. Schleswig-Holsteinischer Landtag, 9. Dezember 2009, S. 4, archiviert vom Original am 20. Mai 2016; abgerufen am 20. Mai 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.landtag.ltsh.de
  8. Heinz Maurus ist neuer Staatssekretär für Europa. (PDF; 726 KB) In: Eurobrief (Ausgabe Dezember 2009). IB.Europa; Enterprise Europe Network; Investitionsbank Schleswig-Holstein; Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein, S. 4, abgerufen am 20. Mai 2016.
  9. Antrag der Landesregierung. (PDF; 27 KB) In: Drucksache 17/16. Schleswig-Holsteinischer Landtag, 3. November 2009, abgerufen am 20. Mai 2016.
  10. Liste der Mitglieder der deutschen Delegation im Ausschuss der Regionen (Memento vom 16. Juli 2011 im Internet Archive)
  11. Antrag der Landesregierung. (PDF; 18 KB) In: Drucksache 18/103. Schleswig-Holsteinischer Landtag, 9. August 2012, abgerufen am 20. Mai 2016.
  12. WELT: Nordfrieslands Kreispräsident Heinz Maurus tritt zurück. In: DIE WELT. 6. Dezember 2019 (welt.de [abgerufen am 10. Juli 2020]).