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Heiligenleichnam ist ein Ortsteil der Gemeinde Nobitz im ostthüringischen Altenburger Land ungefähr 7 km südlich der Kreisstadt Altenburg. Der Ort befindet sich auf der Gemarkung von Lehndorf.

Heiligenleichnam
Gemeinde Nobitz
Koordinaten: 50° 56′ 9″ N, 12° 25′ 34″ O
Höhe: 225 m ü. NN
Einwohner: 40 (2012)
Eingemeindung: 1923
Eingemeindet nach: Lehndorf
Postleitzahl: 04603
Vorwahl: 03447
Karte
Lage von Heiligenleichnam in der Einheitsgemeinde Nobitz
Ansicht von Südwesten
Ansicht von Südwesten

GeografieBearbeiten

Der Ort liegt am rechten Oberhang des Pleißentales, eingegrenzt von Feldern. Angrenzende Orte sind in der Gemeinde Nobitz im Süden Zehma, im Westen Lehndorf und Gardschütz sowie im Norden Mockern. Östlich grenzt die Ortslage Greipzig des Ortsteiles Ehrenberg der Stadt Altenburg an den Ort. Die geographische Höhe des Ortes beträgt 225 m ü. NN.[1]

GeschichteBearbeiten

Der Ort entstand ab dem Fronleichnamsfest im Jahr 1434. Nach einer Sage wurde an diesem Tag von einem Schuhknecht aus der Bartholomäikirche in Altenburg eine Hostie gestohlen und an dem späteren Ort versteckt. Weiterhin heißt es, dass diese trotz mehrfachen Rücktransport nach Altenburg immer wieder an diesen Platz zurückkehrte, deswegen baute man dort eine Kapelle und es entstand der Wallfahrtsort. Die Kapelle zerfiel aufgrund des schlechten baulichen Zustandes um das Jahr 1539. Im ausgehenden 16. Jahrhundert wurde sie abgetragen, andere Quellen meinen, dass kaiserliche Soldaten die Reste der Kapelle 1632 niederbrannten. Sakrale Gegenstände kamen ins Georgenstift nach Altenburg, die Gemälde nach Bornshain.[2]

Heiligenleichnam gehörte zum wettinischen Amt Altenburg,[3][4] welches ab dem 16. Jahrhundert aufgrund mehrerer Teilungen im Lauf seines Bestehens unter der Hoheit folgender Ernestinischer Herzogtümer stand: Herzogtum Sachsen (1554 bis 1572), Herzogtum Sachsen-Weimar (1572 bis 1603), Herzogtum Sachsen-Altenburg (1603 bis 1672), Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg (1672 bis 1826). Bei der Neuordnung der Ernestinischen Herzogtümer im Jahr 1826 kam der Ort wiederum zum Herzogtum Sachsen-Altenburg. Nach der Verwaltungsreform im Herzogtum gehörte er bezüglich der Verwaltung zum Ostkreis (bis 1900)[5] bzw. zum Landratsamt Altenburg (ab 1900).[6] Das Dorf gehörte ab 1918 zum Freistaat Sachsen-Altenburg, der 1920 im Land Thüringen aufging. 1922 kam es zum Landkreis Altenburg.

Im Jahr 1923 wurde Heiligenleichnam nach Lehndorf eingemeindet. Bei der zweiten Kreisreform in der DDR wurden 1952 die bestehenden Länder aufgelöst und die Landkreise neu zugeschnitten. Somit kam Heiligenleichnam als Ortsteil von Lehndorf mit dem Kreis Altenburg an den Bezirk Leipzig, der seit 1990 als Landkreis Altenburg zu Thüringen gehörte und 1994 im Landkreis Altenburger Land aufging. Mit dem Aufgehen der Gemeinde Lehndorf in der Einheitsgemeinde Saara wurde Heiligenleichnam am 1. Januar 1996 ein Ortsteil dieser Gemeinde, bis diese wiederum am 31. Dezember 2012 zu Nobitz kam.

InfrastrukturBearbeiten

Durch den Ort verläuft die Kreisstraße 207 von Lehndorf, mit Anschluss an die B 93, nach Mockzig, wo die L 2462 Richtung Ehrenhain zur B 180 führt.

LiteraturBearbeiten

  • M. Bener: „Osterlandsagen“ aus dem Altenburger Ostkreise, Alfred Tittl´s Verlag, Altenburg 1901

WeblinksBearbeiten

  Commons: Heiligenleichnam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Amtliche topographische Karten Thüringen 1:10.000. LK Altenburg, LK Greiz, Kreisfreie Stadt Gera. In: Thüringer Landesvermessungsamt (Hrsg.): CD-ROM Reihe Top10. CD 5. Erfurt 1999.
  2. Entstehungssage auf der Gemeindehomepage, abgerufen am 21. Januar 2016
  3. Das Amt Altenburg im Buch „Geographie für alle Stände“, ab S. 201
  4. Die Orte des Amts Altenburg ab S.83
  5. Der Ostkreis des Herzogtums Sachsen-Altenburg im Gemeindeverzeichnis 1900
  6. Das Landratsamt Altenburg im Gemeindeverzeichnis 1900