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Heilig-Kreuz-Kirche (Giesing)

Kirchengebäude in München
Heilig-Kreuz-Kirche in München-Giesing
Hauptaltar (Detail), von Josef Beyrer

Die katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz, genannt Heilig-Kreuz-Kirche, ist die letzte vollständig erhaltene neugotische Kirche Münchens. Zugleich ist sie die älteste Pfarrkirche Giesings.

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Das Gebäude liegt auf dem Giesinger Berg in der Ichostraße und erhebt sich über (Alt-)Giesing.

GeschichteBearbeiten

Über den ersten Kirchenbau ist wenig bekannt. Im 12. Jahrhundert wurde dieser durch eine spätromanische Kirche ersetzt. Mitte des 19. Jahrhunderts erwies sich diese Kirche wegen des starken Bevölkerungswachstums als zu klein, so dass der Gedanke an einen Kirchenneubau aufkam. Nachdem Giesing 1854 der Stadt München eingemeindet worden war, sollte der Kirchenneubau auch den damaligen Vorstellungen einer Stadtpfarrkirche entsprechen, wie sie die romantische Bewegung beschreibt.

Dementsprechend wählte man als Bauplatz die Kuppe des Giesinger Berges aus. Der Bauplatz wurde durch eine Stützmauer noch ein wenig erweitert. Der Neubau nach Plänen von Georg von Dollmann entstand dann oberhalb der alten Dorfkirche. 1866 war Grundsteinlegung der dreischiffigen Einturmhallenkirche, 1886 wurde die Kirche eingeweiht. 1888 erfolgte dann der Abriss der alten Dorfkirche, um Platz für die Gartenanlagen zu schaffen.

Das Gebäude blieb im Zweiten Weltkrieg unzerstört, zudem überstand es auch die Purifikationswellen der 1960er und 1970er Jahre. Seit 1988 war eine umfassende Generalsanierung im Gange, die im November 2015 abgeschlossen wurde. Der kleine Dachreiterturm wurde in den Jahren 1997/1998 neu hochgezogen und beherbergt eine Bronzeglocke, die in einem Stahlglockenstuhl aufgehängt ist.

Die Pfarrei ist Sitz des Pfarrverbands Obergiesing, zu dem auch die Pfarreien Königin des Friedens und St. Helena gehören. Pfarrverbandsleiter ist zur Zeit Domvikar Engelbert Dirnberger.

AusstattungBearbeiten

  • Hochaltar (Josef Beyrer nach Entwürfen von Georg von Dollmann, 1866–1892)
  • Kanzel (Josef Beyrer nach Entwürfen von Georg von Dollmann, 1866–1892)
  • Kreuzweg (Josef Beyrer, 1889–1891)
  • Apostel-Skulpturen (Josef Beyrer, 1899)
  • Reliefs (Querhaus – Josef Beyrer, 1893–1897)
  • Skulptur St. Barbara (Pfarrhof – 16. Jahrhundert)
  • Skulptur St. Katharina (Pfarrhof – 16. Jahrhundert)

GlockenBearbeiten

Im achteckigen Turm hängen vier Glocken im Salve-Regina-Motiv (as0–c1–es1–f1), die 1953 von Karl Czudnochowsky gegossen wurden; die große Glocke stammt von 1960.

MaßeBearbeiten

  • Länge: 71 m
  • Breite: 40 m
  • Höhe des Kirchturms: 95 m

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Klaus Gallas: München. Von der welfischen Gründung Heinrichs des Löwen bis zur Gegenwart: Kunst, Kultur, Geschichte. DuMont, Köln 1979, ISBN 3-7701-1094-3 (DuMont-Dokumente: DuMont-Kunst-Reiseführer).
  • Gabriele Schickel: Neugotischer Kirchenbau in München. Vergleichende Studien zu Architektur und Ausstattung der Kirchen Maria-Hilf in der Au und Heilig-Kreuz in Giesing. Scaneg, München 1987, ISBN 3-89235-018-3.
  • Johann Wagner, Hugo Schnell: Heilig Kreuz – Giesing. München (= Kleine Kunstführer / Kirchen und Klöster). Schnell und Steiner, Regensburg 1965.

WeblinksBearbeiten