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Heiko Heinisch (* 1966 in Offenbach am Main) ist ein österreichischer Historiker und Autor. Der Themenbereich, in dem er publiziert, erstreckt sich von Antisemitismus, nationalsozialistischer Judenverfolgung bis hin zu Menschenrechten, Integration und Islam.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Nach Abschluss eines Geschichtsstudiums arbeitete Heinisch u. a. als freier Mitarbeiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Historische Sozialwissenschaft in Wien und am Institut für Islamische Studien der Universität Wien. Nach Beschäftigung mit den Themen Antisemitismus und nationalsozialistische Judenverfolgung wuchs sein Interesse an der Geschichte von Ideen. Deshalb befasst er sich seitdem vermehrt mit den Themen Freiheit, Menschenrechte und Demokratie.[1]

Er hält Vorträge und veröffentlichte Bücher zu christlicher Judenfeindschaft, nationalsozialistischer Außenpolitik und Judenvernichtung und widmet sich seit einigen Jahren den Problemen, vor die Europa durch die Einwanderung konservativer Bevölkerungsschichten aus mehrheitlich islamischen Ländern gestellt wird. Außerdem ist er Mitglied des Expert_Forum Deradikalisierung, Prävention & Demokratiekultur der Stadt Wien.[2]

Heinisch schrieb Kolumnen für The European und schreibt heute regelmäßig für das Online-Debattenmagazin diekolumnisten.de[3] und vereinzelt Kommentare in den österreichischen Tageszeitungen Wiener Zeitung, Der Standard und Kurier.[4]

Am 2. Oktober 2017 stellte Heiko Heinisch, zusammen mit dem vormaligen österreichischen Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz, auf einer Pressekonferenz in Wien einen von ihm sowie von Imet Mehmedi et al. im Auftrag des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) verfassten Forschungsbericht über „Die Rolle der Moschee im Integrationsprozess[5] vor. Der Bericht untersucht und analysiert „die Wiener Moscheenlandschaft und die Inhalte der Predigten der reichweitenstärksten Moscheen und muslimischen Glaubenshäuser“. Im Ergebnis zusammengefasst weist der auch von Heinisch als „nicht repräsentativ“ bezeichnete Bericht nach, dass „nur zwei der untersuchten [16] Moscheen aktiv die Integration in die österreichische Gesellschaft unterstützen und fordern diese ein. In mehr als einem Drittel der untersuchten Moscheen wird hingegen der Integration entgegengewirkt“[6].

RezeptionBearbeiten

Das gemeinsam mit Nina Scholz verfasste Buch Europa, Menschenrechte und Islam – ein Kulturkampf? wurde positiv vom Rezensenten Heinrich Schmitz aufgenommen. Die Autoren würden mit überzeugenden Begründungen die rechtsstaatlichen Ergebnisse der Aufklärung verteidigen, aber auch zeigen, „dass ein kompromissloses Festhalten an den unveräußerlichen Menschenrechten weder eine wohlverstandene Integration von gläubigen Muslimen verhindert noch eine Einschränkung der individuellen Religionsfreiheit von Gläubigen bedeutet, wohl aber eine Zurückweisung von zwangsweisen, menschenrechtswidrigen Einschränkungen der Individualrechte durch von Kollektiven erzwungene Sonderrechte für ihre Mitglieder“.[7]

Kirstin Breitenfellner lobt im Falter das ebenfalls gemeinsam mit Nina Scholz geschriebene Buch Charlie versus Mohammed: Plädoyer für die Meinungsfreiheit als eindrucksvoll. Das größte Verdienst des Buches bestehe darin „nicht nur eine berechtigte Warnung auszusprechen, sondern dem Leser auch Instrumente an die Hand zu geben, um dem Problem zu begegnen: in Form von zentralen Begriffsdefinitionen, die in der Lage sind, die aufgeheizte, von Angst, Vorwürfen und Gegenvorwürfen bestimmte Debatte, in der immer öfter die Rollen von Tätern und Opfern vertauscht werden, wieder in vernünftigere Bahnen zu lenken“.[8]

Jérôme Segal versteht Charlie versus Mohammed: Plädoyer für die Meinungsfreiheit in der Tageszeitung Der Standard nicht als eines gegen den Islam, sondern als eine Stimme für ein Aggiornamento ebendieser, denn für die Autoren gehöre der Islam zu Europa, „eben wenn Witze über ihn und Kritik an ihm genauso selbstverständlich sind wie bei anderen Religionen und Weltanschauungen auch“. Weiter meint Segal, dass man am Beispiel der Diskussion über „islami(sti)sche Kindergärten“ in Wien sehen kann, wie wichtig dieses Buch sei. Diese Debatte sei noch immer nicht möglich, ohne dass der Vorwurf der "Islamophobie" auftaucht, und die österreichischen Islamverbände würden schon wieder die Gelegenheit verpassen, ein Aggiornamento zu führen.[9]

SchriftenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Heiko Heinisch. In: TheEuropean. 22. Mai 2015 (theeuropean.de [abgerufen am 2. Juni 2017]).
  2. Heiko Heinisch. In: Die Kolumnisten. Persönlich. Parteiisch. Provokant. (diekolumnisten.de [abgerufen am 2. Juni 2017]).
  3. http://diekolumnisten.de/
  4. Lisa Nimmervoll: Historiker Heinisch: "Die Schule sollte ein kopftuchfreier Raum sein". In: derStandard.at. (derstandard.at [abgerufen am 2. Juni 2017]).
  5. Die Rolle der Moschee im Integrationsprozess, ÖIF, Okt. 2017
  6. Kurz präsentiert Moscheen-Studie, kurier.at, 2. Okt. 2017
  7. Heinrich Schmitz: Rezension von „Menschenrechte und Islam“. In: TheEuropean. 11. Juni 2013 (theeuropean.de [abgerufen am 2. Juni 2017]).
  8. Nina Scholz, Heiko Heinisch: Charlie versus Mohammed – Buch-Rezension | falter.at. Abgerufen am 2. Juni 2017 (deutsch).
  9. Jérôme Segal: Alle haben ein Recht, von Charlie beleidigt zu werden. In: derStandard.at. (derstandard.at [abgerufen am 2. Juni 2017]).