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Geographische LageBearbeiten

Hebenshausen liegt etwa zwei Kilometer nordwestlich des Dreiländerecks Hessen-Niedersachsen-Thüringen. Die Grenze zu Niedersachsen bildet die östliche Ortsgrenze. Es liegt auf etwa 210 bis 235 m ü. NN[3]. Benachbarte Ortschaften sind Friedland (3 km nördlich), Reckershausen (2,7 km nordöstlich), Niedergandern (1,7 km ostnordöstlich; alle in Niedersachsen), Hohengandern (3 km südöstlich; in Thüringen), Eichenberg-Bahnhof (1,7 km südsüdöstlich), Eichenberg 2,3 km südsüdwestlich, Berge (1,3 km westsüdwestlich), Neuenrode (2,8 km westlich), Hermannrode (4 km westnordwestlich) und Marzhausen (2,5 km nordnordwestlich; alle in Hessen).

GeschichteBearbeiten

 
Evangelische Kirche

Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahre 802. Als Dorf wurde Hebenshausen ab 1459 bezeichnet. Die älteste Gemarkungskarte datiert aus dem Jahre 1782. Der Ort gehörte bis 1821 zum hessischen Amt Ludwigstein/Witzenhausen und danach zum Landkreis Witzenhausen. Während der französischen Besetzung gehörte der Ort zum Kanton Friedland im Königreich Westphalen (1807–1813). 1958/59 fand eine Flurbereinigung statt.

SiedlungsplätzeBearbeiten

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung sind bzw. waren:

  • Siedlung Angerhof
  • Rosenmühle
  • Wüstung Bremerode
  • Wüstung Eibingen

GebietsreformBearbeiten

Am 1. Februar 1971 wurde die Gemeinde Hebenshausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen mit vier weiteren Orten zur neuen Gemeinde Neu-Eichenberg zusammengeschlossen.[4][5]

 
Die katholische St. Joseph Kirche

ReligionenBearbeiten

Eine evangelische Pfarrkirche die sowie eine römisch-katholische St. Joseph Kirche befinden sich in Hebenshausen.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

  • Teilweise erhaltene gotische Wehrkirche. Erbaut um 1400 und heutige evangelische Kirche. Wurde 2017 offiziell zur "Martin-Luther-Kirche" benannt.
  • Ehemalige Synagoge, Ursprung Mitte des 18. Jahrhunderts.[6]
  • Jüdischer Friedhof, angelegt zu Beginn des 18. Jahrhunderts, zwei km nördlich des Dorfes an der Bundesstraße 27, mit etwa 350 Gräbern aus 200–250 Jahren.

RittergutBearbeiten

Der Gutshof der Hessischen Staatsdomäne Hebenshausen liegt am westlichen Rand des Ortes, jenseits der Bundesstraße 27. Das ehemalige Vorwerk wurde 1954 an die Domänenverwaltung verkauft. Bis 1888 gehörte zu dem damals 255 ha großen landwirtschaftlichen Betrieb noch eine Gärtnerei mit Gewächshäusern und Frühbeetkästen. Heute ist der inzwischen nur noch 224 ha große Betrieb verpachtet.[7]

VereineBearbeiten

  • Der Gesangverein Concordia Hebenshausen ist neben dem Landfrauenverein Hebenshausen der einzige Kulturverein im Ort. Er wurde 1865 gegründet und ist somit der älteste noch existierende Verein in Hebenshausen.

SportBearbeiten

Alle sportlichen Aktivitäten im Ort konzentrieren sich um das Haus des Sports, an dem sich auch der Sportplatz angliedert.

  • Der ortsansässige und 1928 gegründete Fußballverein ist der FC Hebenshausen 1928 e. V.

In der Saison 2011/2012 wurde der FC Hebenshausen Meister in der Kreisliga A des Werra-Meißner Kreises und spielt somit in der Saison 2012/2013 in der Kreisoberliga.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Mai: Maibaumstellen am Lindenplatz
  • Dezember: Traditionelles Weihnachtsbaumschmücken am Lindenplatz

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Durch das westliche Ortsgebiet von Hebenshausen führt in Nord-Süd-Richtung die Bundesstraße 27 Göttingen – Fulda. Mit einer geplanten Ortsumgehung dieser Straße soll das Dorf vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Die Einleitung der Planfeststellung hierfür war für 2008 geplant. 2015 lief das Planfeststellungsverfahren.[8] Die B 27 hat in Richtung Süden Anschluss an die nahe Bundesstraße 80 und führt nach Norden zur bei Marzhausen gelegenen Anschlussstelle Neu-Eichenberg–Friedland der Bundesautobahn 38; nach Kassel sind es etwa 45 km und nach Göttingen 15 km.

Der nächstgelegene Bahnhof ist der Bahnhof Eichenberg, ein Knotenpunkt der Bahnstrecke Göttingen–Bebra (Nord-Süd-Strecke) und der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden. Dort bestehen Verbindungen nach Kassel, Göttingen, Erfurt und Fulda. Diese werden von Regionalzügen der Deutschen Bahn AG und denen der eigenständigen Bahnunternehmen cantus sowie der Abellio Rail Mitteldeutschland bedient. Auch im niedersächsischen Friedland besteht Anschluss an die Nord-Süd-Strecke.

Seit dem Fahrplanwechsel zum Jahr 2008 verfügt die Ortschaft Hebenshausen über keine geregelte Busverbindung durch den Nordhessischen Verkehrsverbund mehr. Den Bürgern steht nur noch ein Anrufsammeltaxi zur Verfügung. Die Nutzung des Schulbusverkehres außerhalb der Schulferien ist allerdings möglich.

MedienBearbeiten

Die Hessische/Niedersächsische Allgemeine ist die einzige mit Regionalteil erscheinende Tageszeitung. Bedingt durch die Nähe zu Niedersachsen lesen viele Einwohner auch das Göttinger Tageblatt.

Am Wochenende wird das Anzeigenblatt Extra-Tip sowie mittwochs der Marktspiegel an Hebenshäuser Haushalte verteilt. Beide Blätter finanzieren sich ausschließlich durch Kleinanzeigen und Werbeeinnahmen. Die kleinen redaktionellen Teile sind deswegen nicht unabhängig und umstritten.

Behörden und öffentliche EinrichtungenBearbeiten

In Hebenshausen befindet sich der Sitz der Gemeindeverwaltung Neu-Eichenberg.

Sondergebiet LogistikBearbeiten

Ein ca. 82 ha großes Gelände südlich von Hebenshausen ist laut 10. Änderung des Flächennutzungsplan der Gemeinde Neu-Eichenberg als Sondergebiet Logistik eingestuft. Ein wichtiger Beschluss zum Bebauungsplan wurde im Juni 2008 von der Gemeindevertretung abgelehnt. Eine Realisierung der Planungen ist ungewiss. Bis zu einer eventuellen Bebauung befinden sich die Flächen weiterhin in landwirtschaftlicher Nutzung.

Bildung und ForschungBearbeiten

Die Universität Kassel betrieb mehrere Versuchsfelder im Bereich Hebenshausen. Die Flächen der Felder gehören zu dem Bereich, der zu einem Sondergebiet Logistik umgewidmet wurde. Sie wurden schließlich von der Universität Kassel als Versuchsflächen aufgegeben.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hebenshausen, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 10. Februar 2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Aktuelle Einwohnerzahlen der Gemeinde Neu-Eichenberg, abgerufen im März 2016.
  3. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  4. Der Hessische Minister des Inneren: Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 35 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 409.
  6. Synagoge Hebenshausen auf Alemannia Judaica.
  7. Hessische Staatsdomäne Hebenshausen. Abgerufen am 21. Dezember 2012.
  8. Ortsumgehung Neu-Eichenberg/Hebenshausen (Memento des Originals vom 20. Juni 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/mobil.hessen.de auf den Seiten von Hessen Mobil – Straßen- und Verkehrsmanagement, abgerufen am 19. Juni 2015.