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Hausen im Tal

Ortsteil von Beuron, Baden-Württemberg, Deutschland

Hausen im Tal ist der größte Ortsteil der Gemeinde Beuron. Das Dorf liegt an der jungen Donau und hat ungefähr 300 Einwohner.

Hausen im Tal
Gemeinde Beuron
Ehemaliges Gemeindewappen von Hausen am Tal
Koordinaten: 48° 5′ 5″ N, 9° 2′ 21″ O
Einwohner: 300 (Dez. 2007)
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 88631
Vorwahl: 07579
Hausen, vom Schloss Hausen aus gesehen
Hausen, vom Schloss Hausen aus gesehen

GeographieBearbeiten

Hausen im Tal liegt im Naturpark Obere Donau. Im Dorf liegt eine Schmiedbachbrunnen genannte, gefasste Karstquelle. Die Bahnstrecke Tuttlingen–Inzigkofen und die Landesstraße 277 führen durch den Ort.

GeschichteBearbeiten

Die Chronik von Andechs erwähnt erstmals 1020 Hausen im Tal als Rittersitz. 1682 verstirbt der letzte Herr von Hausen ohne Nachkommen. Das Lehen fällt dadurch an den Grundherrn Österreich, der es an die Fugger weitergibt. 1805 wurde es württembergisch, 1810 badisch. Am 1. Januar 1974 erfolgte die Eingemeindung nach Beuron.[1]

Aktuelle SituationBearbeiten

In Hausen im Tal befindet sich auch das Rathaus und das Touristikbüro der Gemeinde Beuron.

PolitikBearbeiten

WappenBearbeiten

Das Wappen der ehemals selbstständigen Gemeinde Hausen im Tal zeigt in Blau ein golden gehörnter silberner Widderkopf im Visier.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Die Ruine des Schlosses Hausen im Tal

Das SchlossBearbeiten

Das Schloss Hausen im Tal wurde im 11. Jahrhundert als Burg erbaut und 1813 abgebrochen. Auf Schloss Hausen saß im Mittelalter ein Ministerialengeschlecht, dem der Minnesänger „Friedrich von Husen“ entstammte. Die Ruine mit rekonstruierbarem Grundriss und Tonnengewölbe ist frei zugänglich und wurde 2007 saniert. Sie wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum Denkmal des Monats Februar 2008“ ernannt.

Die KircheBearbeiten

Die katholische Kirche in Hausen im Tal ist dem Heiligen Nikolaus von Myra geweiht. Sie wurde um 1275 erbaut und zeichnet sich durch einen romanischen Turm aus. Der Chor gibt noch heute Auskunft über die Kirchenumgestaltung im Stil der Gotik um das Jahr 1500. Der Sakralbau erhielt um 1600 Renaissance-Elemente wie die Kommunionstufe. Im Jahre 1732 wurde die Kirche durch einen oktogonen Kirchenanbau barockisiert. Eine neugotische Ausstattung folgte im 19. Jahrhundert. Der Chorraum enthält Epitaphien und Gräber der Herren von Hausen. Dies sind Veit Georg († 1566) von und zu Hausen, seine Gemahlin Anna Margaretha von Horben-Ringenberg († 1566) und ihr Sohn Hans Christoph († 1568). Die Grabinschriften wurden von ihrem Neffen Bischof Wolfgang II. von Regensburg, geboren von Hausen (1553–1613), gestiftet.

BahnhofBearbeiten

 
Empfangsgebäude und Bahnwärterhaus an der Bahnstrecke Tuttlingen–Inzigkofen, 2018

Der Bahnhof Hausen im Tal liegt an der 1890 unter militärischen Erwägungen gebauten Bahnstrecke Tuttlingen–Inzigkofen.

NaturdenkmaleBearbeiten

  • Das Obere Donautal bei Hausen im Tal ist beliebtes Klettergebiet. Hier befinden sich diverse Felsen, die beklettert werden können: Von Südwest (Wanderparkplatz an der Landesstraße 196) nach Nordost (Ruine Wagenburg) sind das Parkplatzfels, Naturparkfels, Garmischer Turm und Nebenfels, Verlobungsfels, Löchlesfels, Fuchsfels, Westliche Zinne, Dritte Zinne, Zweite Zinne, Erste Zinne, Fischerfels, Bergwachtfels, Eigerturm und Alte Hausener Wand. Unterhalb von Schloss Hausen befindet sich der Dachstein und östlich davon der Stuhlfels mit Gipfelkreuz.
  • Am neu gestalteten Dorfplatz liegt die Karstquelle Schmiedbachbrunnen.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

CampingBearbeiten

Der 1,2 Hektar große Campingplatz „Wagenburg“ wurde 1961 eröffnet und gehört somit zu den ältesten Tourismuseinrichtungen im Donautal. Je nach Witterung kommen im Jahresdurchschnitt zwischen 11.000 und 14.000 Übernachtungen in der Saison, die von April bis Anfang Oktober läuft.[2]

VerkehrBearbeiten

Hausen im Tal wird vierstündlich durch den RE UlmNeustadt (Schwarzw) bedient.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Engelbert Orsinger (1874–1955), Ortspfarrer[3] von 1907 bis 1947; 1926 war er anlässlich der Einweihung des Kriegerdenkmals einer der Mitbegründer des Männergesangsvereins, dessen Dirigent er bis 1933 war.[4]

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • P. Notker Hiegl (OSB): Hausen im Tal. Burgen und Bürger einst und jetzt. Engen: Stähle Druck und Verlag, [o. D., vermutl. 1990].

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 549.
  2. Hermann-Peter Steinmüller (hps): Stammgäste schätzen die Idylle. In: Südkurier vom 20. August 2011
  3. Bernd Hermann (bh): Gemeinderat. Hausen löst Grab des Pfarrers auf. In: Schwäbische Zeitung vom 8. Mai 2010
  4. Hermann-Peter Steinmüller (hps): Ehrenbürgergrab wird abgeräumt. In: Südkurier vom 12. Mai 2010

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hausen im Tal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien