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Hartmut Dorgerloh

deutscher Kunsthistoriker, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Hartmut Dorgerloh

Hartmut Dorgerloh (* 31. Mai 1962 in Ost-Berlin) ist ein deutscher Kunsthistoriker und Denkmalpfleger. Seit 1. Juni 2018 ist Dorgerloh Generalintendant des Humboldt Forums in Berlin.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

AusbildungBearbeiten

Hartmut Dorgerloh, ein Sohn des Pfarrers Fritz Dorgerloh, wuchs in Potsdam auf und machte dort 1980 an der Helmholtz-Oberschule (altsprachlicher Zweig) sein Abitur.

Nach dem Grundwehrdienst studierte er von 1982 bis 1987 Kunstgeschichte und Klassische Archäologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und schloss sein Studium mit der Diplomarbeit Die museale Inszenierung der Kunstgeschichte – Das Bild- und Ausstattungsprogramm des Neuen Museums in Berlin ab. 1997 wurde er an der Humboldt-Universität Berlin mit der Arbeit Die Nationalgalerie in Berlin. Zur Geschichte des Gebäudes auf der Museumsinsel 1841–1970 promoviert.

BerufBearbeiten

Von 1977 bis 1984 arbeitete Dorgerloh freiberuflich als Schloss- und Parkführer bei den Staatlichen Schlössern und Gärten Potsdam-Sanssouci. Nach dem Studium war er von 1987 bis 1990 als Konservator am Institut für Denkmalpflege der DDR, Arbeitsstelle Berlin, tätig, wo er sich vor allem mit aktuellen denkmalpflegerischen Fragen auf der Berliner Museumsinsel befasste.

Nach der Wiedervereinigung wechselte Dorgerloh zum Jahresbeginn 1991 in das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des kurz zuvor wieder begründeten Landes Brandenburg. Dort leitete er das Referat für Denkmalschutz, das die Aufgaben der Obersten Denkmalschutzbehörde des Landes wahrnahm und u. a. das erste Denkmalschutzgesetz (1991) in den ostdeutschen Ländern verantwortete. Von 1997 bis 1999 zählte zu seinen Aufgaben auch die Stiftungsaufsicht und der Vorsitz der Referentenkommission der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. 1999 wurde Dorgerloh im Auftrag des Landes Gründungsbeauftragter für das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) in Potsdam und verantwortete dessen Eröffnungsausstellung „Marksteine – Eine Entdeckungsreise durch Brandenburg-Preußen“ im Rahmen von PREUSSEN 2001.

Vom 1. August 2002 bis zum 31. Mai 2018 war Hartmut Dorgerloh Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG).[1]

In seiner Amtszeit wurde das Sonderinvestitionsprogramm für die preußischen Schlösser und Gärten (Masterplan) abgeschlossen, das der Bund (Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie die Länder Brandenburg (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur) und Berlin (Senatsverwaltung für Kultur und Europa) für die Jahre 2008 bis 2017 zur Rettung bedeutender Denkmäler der Berliner und Potsdamer Schlösserlandschaft aufgelegt hatten. In zehn Jahren konnten somit zusätzlich 155,03 Millionen Euro in die Sanierung der von der SPSG betreuten – und zu großen Teilen seit 1990 zum UNESCO-Welterbe gehörenden – historischen Anlagen investiert werden. 2017 unterzeichneten der Bund, Brandenburg und Berlin ein zweites Sonderinvestitionsprogramm. Durch dieses 400 Millionen Euro umfassende Abkommen kann die SPSG bis 2030 insgesamt weitere 400 Millionen Euro zusätzlich für die Rettung nationaler Kulturgüter einsetzen.

Im Januar 2006 nahm die Fridericus Servicegesellschaft der Preußischen Schlösser und Gärten mbH (FSG) ihre Arbeit auf. Sie wurde von der SPSG und dem Unternehmen Dussmann Service gegründet, um Dienstleistungen für die SPSG zu übernehmen. Zu diesen Aufgaben gehören neben der Organisation von Schlossführungen, Kassen-, Aufsichts- und Bewachungsleistungen auch die Durchführung der Gebäudereinigung für 72 historische Gebäude sowie die Kunstgutreinigung.

Zu den Höhepunkten des Ausstellungsprogramms der von Dorgerloh geleiteten SPSG gehörten „Miss Preußen 2010. Drei Ausstellungen für die Königin“ (Luise), „Friederisiko“ anlässlich des 300. Geburtstages Friedrichs II. von Preußen 2012, „FRAUENSACHE. Wie Brandenburg Preußen wurde“ 2015 und „Pückler. Babelsberg – Der grüne Fürst und die Kaiserin“ 2017.

Am 21. März 2018 gab die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters bekannt, dem Stiftungsrat Dorgerloh als zukünftigen Generalintendanten des Humboldt Forums vorzuschlagen.[2] Der Stiftungsrat des Humboldt Forums hat ihn zum 1. Juni 2018 als Generalintendant berufen. Zu diesem Zeitpunkt endet auch die Gründungsintendanz von Neil MacGregor, Hermann Parzinger und Horst Bredekamp.[1]

Dorgerloh ist seit 2004 Honorarprofessor an der Humboldt-Universität Berlin und hat Lehraufträge an der Universität Bern und der Fachhochschule Potsdam wahrgenommen.

Sein Bruder ist Stephan Dorgerloh, 2011–2016 Kultusminister von Sachsen-Anhalt.[3]

Aktuelle Gremien- und sonstige MitgliedschaftenBearbeiten

  • Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gemeinnützige GmbH (Mitglied des Aufsichtsrats)
  • Ehrendomherr Domstift Brandenburg
  • Fachbeirat der Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, Rom
  • Historische Kommission zu Berlin e. V.
  • ICOM Committee for Historic House Museums – DemHist (2005–2011 Board Member)
  • Kuratorium Choriner Musiksommer
  • Kuratorium Cornelsen Kulturstiftung
  • Kuratorium Kammeroper Schloss Rheinsberg
  • Kuratorium KPM-Stiftung Berlin
  • Kuratorium Kulturstiftung der Länder (KSL)
  • Kuratorium Reinhard-Süring-Stiftung
  • Kuratorium Sparkassen-Kulturfonds und Stiftung Schloss Neuhardenberg
  • Schlösser und Gärten in Deutschland e.V. (Ehrenmitglied, 1. Vorsitzender 2012–2018)
  • Verband Deutscher Kunsthistoriker e. V.
  • Welterbe-Beirat Museumslandschaft Hessen-Kassel

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Zu Baugeschichte und Wiederaufbau des Neuen Museums in Berlin. In: Kunstchronik. Deutsche Zeitschrift für Kunst, Nr. 2/1991, S. 112–221
  • Die Nationalgalerie in Berlin. Zur Geschichte des Gebäudes auf der Museumsinsel 1841–1970. (Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin Beiheft 13) Gebr. Mann, Berlin 1999, ISBN 3-7861-1754-3 (= Dissertation 1997)
  • mit Michael Scherf: Preußische Residenzen. Königliche Schlösser und Gärten in Berlin und Brandenburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2005, ISBN 3-422-06493-1 (engl., ital. und chin. Ausgaben 2005)
  • Zwischen Erhaltung und Erschließung – Restaurierung in den preußischen Schlössern und Gärten. In: Generaldirektion SPSG (Hg.). „Marmor, Stein und Eisen bricht“ Die Kunst zu bewahren. Restaurierung in den preußischen Schlössern und Gärten, Leipzig 2006
  • Dienstleistungsqualität in historischen Schlössern und Gärten – die Gärten der Könige für die Kunden heute. In: Arno Brandt, Wilken von Bothmer, Michael Rohde (Hg.). Diesseits von Eden. Europäische Marketing-Konzepte für Gärten und Schlösser, Rostock 2006
  • Schlossmuseum oder Museumsschloss? Die Musealisierung der Hohenzollernresidenzen vor und nach 1918. In: Markus Jager (Hg.). Schlösser und Gärten der Mark. Festgabe für Sibylle Badstübner-Gröger, Berlin 2006
  • Museumsschlösser als Orte kultureller Überlieferung. In: zeitenblicke 7, Onlinejournal für die Geschichtswissenschaften, 2008, Nr. 1, http://www.zeitenblicke.de/2008/1/dogerloh/.
  • Die Kulturlandschaft der Schlösser und Gärten von Berlin und Potsdam. Welterbemanagement und Wünsche an die Stadt- und Landesplanung. In: Jörg Haspel (Hrsg.), Welterbe weiterbauen – St Petersburg und Berlin-Potsdam, ICOMOS – Hefte des Deutschen Nationalkomitees, Heft XLIX, Berlin 2010, S. 117–121
  • Die Gründung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Berlin-Brandenburg 1990 bis 1995, in: Camilla Badstübner-Kinzig, Edmund Kinzig (Hg.), Entdecken -Erforschen – Bewahren. Beiträge zur Kunstgeschichte und Denkmalpflege, Festgabe für Sibylle Badstübner-Gröger zum 12. Oktober 2015, Berlin 2016, S. 304–313.
  • Brandenburg: meine Liebe – Preußen: mein Hinterland, Seite 81–84. In: Ulrich Schröter (Hg.), Manfred Stolpe. beraten & gestalten, Weggefährten erinnern sich, Berlin 2016, S. 81–84.
  • Pücklers Erbe in Babelsberg. Bewahrung und Wiederherstellung im UNESCO-Welterbe, in: Parkomanie. Die Gartenlandschaften des Fürsten Pückler in Muskau, Babelsberg und Branitz, Ausstellungskatalog, hrsg. von der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, München, London, New York, 2016, S. 80–91.
  • Kraftpakete. Die Geschichte des Berliner Schlosses und des Palastes der Republik gehören ins Humboldt-Forum. In: Politik & Kultur. Zeitung des Deutschen Kulturrates, 1/2017, S. 1–2.
  • Das Berliner Schloss – Stellenwert und Bedeutungswandel in der brandenburgisch-preußischen Residenzlandschaft. In: Kulturgeschichte Preußens, Colloquien (5), 2017, http://www.perspectivia.net/publikationen/kultgep-colloquien/5/dorgerloh_schloss

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Nicola Kuhn: Generalintendant des Humboldt-Forums Hartmut Dorgerloh ist Berlins neuer Schlossherr. In: www.tagesspiegel.de. 15. Mai 2018, abgerufen am 26. Mai 2018.
  2. Die Bundesregierung Pressemitteilung Nr. 77 vom 21. März 2018, abgerufen am 21. März 2018
  3. Interview mit Stephan D. auf Welt Online, 2. Oktober 2011; Zitat: „Ihr Bruder Hartmut […] ist Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.“