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Harras ist ein Ortsteil der Stadt Eisfeld im Landkreis Hildburghausen in Thüringen.

Harras
Stadt Eisfeld
Koordinaten: 50° 24′ 34″ N, 10° 51′ 30″ O
Höhe: 409 m ü. NN
Einwohner: 615 (Aug. 2012)
Eingemeindung: 25. November 1993
Postleitzahl: 98673
Vorwahl: 03686
Evangelische St. Jakobuskirche
Evangelische St. Jakobuskirche

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Harras liegt südlich von Eisfeld an der Bundesstraße 89 mit Verbindung zur Bundesautobahn 73 in einer Vorgebirgslage der Werraniederung. Die Werrabahn ist eine weitere Verbindung zum Umfeld. Südlich liegt das Naturschutzgebiet Leite bei Harras. Die Landesgrenze zu Bayern ist etwa 2 km entfernt.

GeschichteBearbeiten

Auf dem Harrashügel befindet sich ein Grabhügelfeld der Hallstattzeit und Latènezeit.[1]

1309 wird ein Ort Harreß und 1319 Harroß urkundlich erwähnt, mit dem wahrscheinlich, aber nicht sicher das hiesige Harras gemeint ist.[2] Im Zehntverzeichnis des Landgerichts Hildburghausen erscheinen dann 1340 die drei Nachbarorte Harras, Bockstadt und Heid gemeinsam. Ein Rittergut ist jedoch noch nicht erwähnt. Erst im Jahr 1380 wird Hans von Heßberg in Harras urkundlich belegt. Infolge der familiären Verbindung der Heßberger mit den von Heldritt findet sich 1399 auch ein Otto von Heldritt in Harras. Das Wappen derer von Heldritt ziert noch heute ein Gebäude, das gegen Ende des 15. Jahrhunderts am Rittergut im Bereich der Kirche entstand.

Bei einer archäologischen Ausgrabung mit dem Ziel, die hallstattzeitliche Besiedlung aufzuklären, wurde 2013/14 etwa 200 Meter westlich des heutigen Dorfareals eine einstige Schwemmlehminsel in der Werraniederung untersucht, wobei ein zuvor nicht bekannter Gutshof mit Festem Haus ergraben wurde, bei dem es sich vermutlich um einen mehrgeschossigen Fachwerkbau auf Steinschwellen (wahrscheinlich in Holz-Lehm-Ständerbauweise) aus der Zeit ab 1250 handelt. Das Gebäude verfügte im Erdgeschoss über eine Halle und eine (mittels Kachelofen beheizte) Bohlenstube aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, ferner einen nach Osten anschließenden Wirtschaftshof mit Speicher und Ställen in Pfostenbauweise. Das Wohngebäude war mit einem Sohlgraben befestigt, der durch den Fluss gespeist wurde, während auf der Insel, direkt neben dem Haus, ein Meliorationsgraben verlief. Es handelt sich vermutlich um eine Burg von Lokatoren des niederen Adels aus der Rodungszeit, als die Region durch Dorfgründungen erschlossen wurde, möglicherweise bereits der Herren von Heßberg. Die gefundene Keramik ist aus der Zeit um 1300. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde der Wirtschaftshof aufgegeben und Mitte des 14. Jahrhunderts auch das Feste Haus planmäßig abgetragen. Der Rittersitz wurde in das Dorf verlagert, vermutlich aufgrund veränderter Wasserverhältnisse in der Niederung.[3]

Die Kirche wurde 1621 erbaut. 1750 erfolgte eine Turmerneuerung.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Harras (Eisfeld) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Geschichte des Ortes auf der Webseite der Gemeinde, abgerufen am 28. März 2014
  2. Festschrift zur 700-Jahrfeier, Hildburghausen 2009, S. 7
  3. Clemens Ludwig, Tobias Uhlig: Harras in Südthüringen - ein Niederadelssitz des späten Mittelalters an der oberen Werra, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege. Herausgegeben von der Deutschen Burgenvereinigung, Heft 4/2016, Seiten 233–242