Harlingen

Gemeinde in den Niederlanden

Harlingen ( anhören?/i) (westfriesisch und niederdeutsch Harns) ist eine Hafenstadt und Gemeinde in der niederländischen Provinz Friesland.

Gemeinde Harlingen
Flagge der Gemeinde Harlingen
Flagge
Wappen der Gemeinde Harlingen
Wappen
Provinz  Fryslân
Bürgermeister Ina Sjerps (PvdA)[1]
Sitz der Gemeinde Harlingen
Fläche
 – Land
 – Wasser
387,67 km2
24,97 km2
362,7 km2
CBS-Code 0072
Einwohner 15.906 (1. Jan. 2022[2])
Bevölkerungsdichte 41 Einwohner/km2
Koordinaten 53° 10′ N, 5° 26′ OKoordinaten: 53° 10′ N, 5° 26′ O
Bedeutender Verkehrsweg N31 N390
Vorwahl 0517
Postleitzahlen 8857, 8861–8862, 8871–8872
Website Homepage von Harlingen
Harlingen location map municipality NL 2018.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte
Aussicht über die Stadt
Aussicht über die StadtVorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Bild1

Der Name beruht vermutlich auf dem Herrensitz Harlinga und steht in keiner Verbindung zu dem ostfriesischen Landstrich Harlingen. Am 1. Januar 2022 hatte die Stadt 15.906 Einwohner.

Rathaus Harlingen
Katholische Sankt-Michael-Kirche Harlingen
Reformierte Große Kirche
Bahnhof Harlingen
Fährterminal Harlingen

Lage und WirtschaftBearbeiten

Wirtschaftlich ist Harlingen vorwiegend von Landwirtschaft, Schifffahrt, Seefischerei und Tourismus geprägt. Ungefähr acht Kilometer südlich von Harlingen beginnt der Abschlussdeich, der das Wattenmeer vom IJsselmeer trennt. Harlingen hat verschiedene Hafenbecken (in den Niederlanden selbst als eigenständige Haven bezeichnet). Diese werden heute teils touristisch (z. B. der Zuiderhaven für Yachten und Traditionssegler), teils wirtschaftlich genutzt. Die Wirtschaftshäfen ermöglichen der Seeschifffahrt den Zugang zur Provinz Friesland. Der neue Fischereihafen wird auch von den großen Kuttern aus Urk genutzt. Vor allem Muscheln werden an Land gebracht. Harlingen hat noch einige kleine Schiffswerften; dort werden nur noch Yachten neu gebaut. Es gibt Fährverbindungen zu den Westfriesischen Inseln Terschelling und Vlieland.

GeschichteBearbeiten

Im Jahr 777 gründete Gustavus Forteman in Almenum die erste Christenkirche Frieslands.[3] Um 1157 wurde das Kloster Ludingakerke von Eilwardus Ludinga gegründet. Die Mönche legten Grachten an, um den Handel zu stärken. Dadurch gewann das westlich von Almenum liegende, aus zwei „Terpen“ (Warften) entstandene Harlingen so an Bedeutung, dass es im Jahr 1234 das Stadtrecht erhielt. Die Stadt florierte zeitweise, als sie sich wirtschaftlich auf Holland orientierte.

Ehemals lag der Ort westlicher, aber das Meer riss mehrfach Land weg, so dass sich der Ort langsam verlagerte. 1543 und 1565 erfolgten Erweiterungen nach Norden, die den Noorderhafen zum Binnenhafen machten. 1574 mussten auf Befehl des Statthalters, des Herzogs von Alba, Caspar de Robles, die Deiche an der friesischen Küste erhöht werden. 1579 wurde die Stadt wegen des Zuzugs flämischer Mennoniten nach Osten erweitert. Aufgrund des verstärkten Seehandels mit Anrainern von Nord- und Ostsee folgte 1598 eine Erweiterung der Stadt nach Süden. 1644 wurde die friesische Kriegsflotte in den Zuiderhafen verlegt. Die Handelsschifffahrt dominierte jedoch weiter Harlingen. Es gab Liniendienste zu den Westfriesischen Inseln, in die ganze Provinz und die Häfen der Zuiderzee bis nach Amsterdam.
Auch heute werden in den Häfen der Stadt viele Waren umgeschlagen, zum Beispiel Holz, Kies und Vieh.

PolitikBearbeiten

Sitzverteilung im GemeinderatBearbeiten

Kommunalwahl am 16. März 2022[4]
Wahlbeteiligung: 53 %
 %
30
20
10
0
20,83
18,05
16,84
13,59
8,88
7,45
5,68
4,45
3,41
0,83
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2018
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
−5,39
+4,63
+1,57
+0,75
+1,49
+0,77
−1,57
−1,88
−1,19
+0,83
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Harlinger Belang
e Wad’n Partij Harlingen
f Harlinger Onafhankelijke Ouderen Partij
j Jezus Leeft

In Harlingen wird der Gemeinderat folgendermaßen gebildet:

Partei Sitze[4]
1982 1986 1990 1994 1998 2002 2006 2010 2014 2018 2022
PvdA 6 6 6 5 4 4 6 3 3 5 4
Harlinger Belang 4 5 4 5 2 2 3 2 3 2 3
Harlinger Alternatief ’97 2 1
CDA 4 3 4 3 4 5 4 2 3 3 3
VVD 2 2 2 1 2 2 2 2 2 2 2
Wad’n Partij Harlingen 1 1 2
Harlinger Onafhankelijke Ouderen Partija 1 1
GroenLinks 1 1 2 2 2 1 1 1 1
D66 0 2 1 0 0 1 2 1 1
ChristenUnie 1 1 1 0
Jezus Leeft 0
Ouderen Politiek Actiefa 1
Frisse Wind Harlingen 3
SP 2
Nederlandse Klokkenluiders Partij 0
SGP 0
RPF 1
GPV 1
Gesamt 17 17 17 17 17 17 17 17 17 17 17
Anmerkungen
a Die Harlinger Onafhankelijke Ouderen Partij ging zur Kommunalwahl 2018 aus der örtlichen Fraktion von Ouderen Politiek Actief hervor.

BürgermeisterBearbeiten

Seit dem 31. Mai 2021 ist Ina Sjerps (PvdA) amtierende Bürgermeisterin.[1] Zu ihrem Kollegium zählen die Beigeordneten Hein Kuiken (PvdA), Harry Boon (CDA), Paul Schoute (VVD) sowie die Gemeindesekretärin Saskia van den Broek.[5]

VeranstaltungenBearbeiten

Durch Harlingen führt die Strecke der Elfstedentocht, des berühmten Eisschnelllauf-Marathonrennens entlang der elf friesischen Städte.

VerkehrBearbeiten

TouristischesBearbeiten

In der von Grachten durchzogenen Innenstadt Harlingens befinden sich zahlreiche historische Gebäude vom 16.–19. Jahrhundert. Bemerkenswerte Bauten sind:

  • das barocke Rathaus von 1730 mit Turm des Vorgängerbaus aus dem 16. Jahrhundert
  • die reformierte Grote Kerk (Große Kirche), erbaut von 1772 bis 1775
  • die katholische Sankt-Michael-Kirche am Zuiderhaven, erbaut 1881 von Alfred Tepe als dreischiffige Kreuzbasilika im neugotischen Stil

In der Saison frequentieren viele Freizeitschiffe (darunter Traditions- und Plattbodenschiffe, unter anderem die sogenannten skûtsjes) den Hafen. Teile des Hafens liegen nahe der Innenstadt.

Samstags findet ein Wochenmarkt in Harlingen statt.

Das außergewöhnlichste Hotel in Harlingen ist ein 1967 gebauter Hafenkran, in dem 2001 eine Hotelsuite eingerichtet wurde.[6]

PersönlichkeitenBearbeiten

GalerieBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Harlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Nieuwe burgemeester in Harlingen. In: rijksoverheid.nl. Rijksoverheid, 22. März 2021, abgerufen am 7. Juni 2021 (niederländisch).
  2. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand. In: StatLine. Centraal Bureau voor de Statistiek, 28. Februar 2022 (niederländisch).
  3. Pieter Glazema: Gewijde plaatsen in Friesland. J.A. Boom, Meppel 1948, S. 127.
  4. a b Ergebnisse der Kommunalwahlen: 1982–2002 2006 2010 2014 2018 2022, abgerufen am 3. Mai 2022 (niederländisch)
  5. Samenstelling college Gemeente Harlingen, abgerufen am 17. Juni 2018 (niederländisch)
  6. Milda Drüke: In einer Sternennacht am Hafen, in: F.A.S. Nr. 16, 23. April 2017, S. 64.
  7. www.harlingen.nl
  8. www.vuurtoren-harlingen.nl