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Hans Wolf von Schönberg (Politiker)

kursächsischer Politiker

Hans Wolf von Schönberg (* 4. Mai 1539; † 8. Dezember 1603 in Pulsnitz) war ein kursächsischer Politiker aus dem Adelsgeschlecht Schönberg.

LebenBearbeiten

Hans Wolfs Vater war Wolf von Schönberg auf Schönau, Kriegs- und Amtshauptmann zu Rochlitz, unter Kurfürst Moritz Feldmarschall in der Schlacht bei Sievershausen. Seine Halbbrüder hießen Georg, Moritz und Caspar, seine Schwester Anna heiratete Rudolf von Gersdorf auf Güteborn, seine andere Schwester hieß Margareta. In seiner Jugend lebte er am herzoglich preußischen Hof, dann wurde er Kammerjunker unter Kurfürst August. 1563 heiratete er Ursula von Carlowitz (1545–1618), sie hatten vier überlebende Söhne und fünf Töchter, von denen zwei beim Tod des Vaters noch unversorgt waren.

1571 trat er in französische Dienste. Er war Oberst unter Heinrich III. und Vizemarschall unter Kurfürst August.

 
Wappen von Hans Wolf von Schönberg und seiner Ehefrau Ursula von Carlowitz am Eingangstor zum Schloss

Am 4. Februar 1580 kaufte er Pulsnitz mit den Pertinenzorten von den Gebrüdern von Schlieben um 31.000 Gulden, mit den dazugehörigen sächsischen Gütern wurde er am 5. Februar 1580 belehnt, mit den böhmischen am 1. März 1580. Bei der Belehnung „zu gesamter Hand“ waren eingeschlossen seine Brüder

  • Caspar von Schomberg, französischer Oberst und Feldmarschall
  • Moritz, kursächsischer Rat auf Sorge, Knauthain und Kriebstein
  • Georg auf Limbach

1586 wurde er von Kurfürst Christian I. gegen seinen Willen zum Hofmarschall ernannt. Außerdem war er Reiteroberst und Amtshauptmann von Stolpen und Radeberg.

1590 kehrte er auf seine Güter zurück und vermehrte sie um Niedergurig. Er entzog dem Pulsnitzer Rat die niedere Gerichtsbarkeit, die Ratsherren verübten einen Mordversuch gegen ihn. Der Täter wurde „zur Staupe geschlagen“ und des Landes verwiesen. 1593 führten seine Untertanen Klage beim Kaiser gegen ihn. Viele verließen ihre Höfe. Der Pulsnitzer Pfarrer Andreas Riccius d. J., der die Rebellen unterstützte, wurde abgesetzt.

Die anlässlich seiner Beisetzung vom Hofprediger Polykarp Leiser aus Dresden gehaltene Leichenpredigt erschien bei Matthes Stoeckel in Dresden in Druck.

Söhne:

QuellenBearbeiten

  • Polykarp Leiser: Leichpredigt … Hans Wolf von Schönberg …
  • Hermann Knothe: Geschichte des oberlausitzer Adels und seiner Güter vom 13. bis gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Leipzig 1879
  • Erich Stange: Die Amtsentsetzung eines oberlausitzer Pfarrers durch seinen Kollektor 1594. In: Beiträge zur Sächsischen Kirchengeschichte. 1815

WeblinksBearbeiten