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Hans Schweikart

deutscher Regisseur und Schauspieler

LebenBearbeiten

Schweikart war Sohn gehörloser Eltern. Nach Beendigung des Schiller-Realgymnasiums wurde er mit Hilfe eines Stipendiums Schauspielschüler an der Marie-Seebach-Schule des Königlichen Schauspielhauses in Berlin. Er spielte seit 1915 in Theatern in Wiesbaden, Görlitz, Magdeburg und Köln, bevor er wieder zurück in die Reichshauptstadt kam. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er Ensemblemitglied an Max Reinhardts Deutschem Theater. Hier lernte er seine erste Ehefrau, die jüdische Schauspielerin Käthe Nevill kennen.

1923 wechselte er an die Münchner Kammerspiele von Intendant Otto Falckenberg und durfte erstmals auch Regie führen. Schweikart blieb bis 1934 an den Kammerspielen und wurde dann Oberspielleiter am Münchner Residenztheater. 1938 holte ihn die Bavaria Film als Regisseur und er drehte ab diesem Jahr auch Filme. Dem politischen Druck und dem Einfluss der Nationalsozialisten auf seine Arbeit versuchte er sich 1942 mit der Kündigung bei der Bavaria zu entziehen, jedoch drehte er bis kurz vor Kriegsende noch einige kleinere Filme für die UFA.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm er 1947 von Intendant Erich Engel die Münchner Kammerspiele und leitete sie bis 1963. In dieser Zeit holte er Fritz Kortner an das Theater, der unter dem Intendanten Schweikart zwölf Stücke inszenierte. Neben seiner Regietätigkeit leitete er auch die Otto-Falckenberg-Schule. Auch nach seiner Intendantentätigkeit arbeitete Schweikart bis zum Tode als freiberuflicher Regisseur an den unterschiedlichsten Bühnen in Deutschland und im Ausland. Schweikart war dreimal verheiratet und war Vater von zwei Söhnen.

Schweikart starb 1975 im Alter von 80 Jahren in München.[1] Die Grabstelle befindet sich auf dem Bogenhausener Friedhof (Grab Nr. 1-7-2). Im Münchner Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach wurde eine Straße nach ihm benannt.

Auszeichnungen und EhrungenBearbeiten

WerkeBearbeiten

DrehbücherBearbeiten

  • 1938: Lauter Lügen
  • 1944: In flagranti
  • 1944: Ich brauche dich
  • 1947: Ehe im Schatten – Vorlage Es wird schon nicht so schlimm zum Drehbuch
  • 1950: Geliebter Lügner
  • 1950: Die Lüge
  • 1952: Das kann jedem passieren
  • 1960: Lampenfieber
  • 1960: Agatha, laß das Morden sein!
  • 1961: Die Ehe des Herrn Mississippi
  • 1963: Candida
  • 1974: Nebel

RomaneBearbeiten

  • 1925: Der dritte Schuß, Kriminalroman
  • 1934: Zwischenfall vor dem Theater, Kriminalroman
  • 1935: Ein Mädchen, ein Auto, ein Hund, Detektiv-Roman

ErzählungBearbeiten

  • 1946: Es wird schon nicht so schlimm!, Filmerzählung (Erstveröffentlicht 2014)

BühnenstückeBearbeiten

  • 1934: Schokolade und Fliegenklatsche. Ein heiteres Kindermärchen in 7 Bildern
  • 1937: Lauter Lügen, Komödie in 3 Akten
  • 1942: Ich brauche dich, Komödie in 3 Akten
  • 1947: Nebel, Ein Stück in 3 Akten

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

DarstellerBearbeiten

  • 1919: De Profundis
  • 1920: Sizilianische Blutrache
  • 1921: Das Haus zum Mond
  • 1921: Wer unter Euch ohne Sünde ist
  • 1922: Die höllische Macht
  • 1924: Zwei Kinder
  • 1960: Lampenfieber
  • 1966: Porträt eines Helden (Fernsehfilm)
  • 1967: Die Mission (Fernsehfilm)
  • 1967: Asche und Glut (Fernsehfilm)
  • 1968: Der Monat der fallenden Blätter (Fernsehfilm)
  • 1969: Eine Frau sucht Liebe
  • 1969: Der Kommissar (Fernsehserie) – Die Schrecklichen
  • 1971: Die Nacht von Lissabon (Fernsehfilm)
  • 1971: Einfach sterben (Fernsehfilm)
  • 1971: Der Kommissar (Fernsehserie) – Der Tote von Zimmer 17
  • 1972: Federlesen – Bilder aus dem Leben eines Einfallsreichen (Fernsehfilm)
  • 1973: Der Kommissar (Fernsehserie) – Sommerpension
  • 1973: Endstation (Fernsehfilm)
  • 1973: Der Monddiamant (Fernseh-Mehrteiler)
  • 1974: Der Kommissar (Fernsehserie) – Tod eines Landstreichers

RegieBearbeiten

  • 1938: Das Mädchen mit dem guten Ruf
  • 1939: Fasching
  • 1939: Befreite Hände
  • 1940: Das Fräulein von Barnhelm
  • 1941: Das Mädchen von Fanö
  • 1941: Kameraden
  • 1943: Der unendliche Weg
  • 1944: In flagranti
  • 1944: Ich brauche Dich
  • 1945/48: Frech und verliebt
  • 1949: Die Nacht der Zwölf
  • 1950: Geliebter Lügner
  • 1950: Melodie des Schicksals
  • 1953: Muß man sich gleich scheiden lassen?
  • 1955: An der schönen blauen Donau
  • 1959: Geschlossene Gesellschaft (Fernsehfilm)
  • 1960: Paris, 20. Juli (Fernsehfilm)
  • 1961: Die Mitschuldigen (Fernsehfilm)
  • 1963: Candida (Fernsehfilm)
  • 1964: Das Duell (Fernsehfilm)
  • 1966: Bürgermeister Solness (Fernsehfilm)
  • 1966: Magdalena (Fernsehfilm)
  • 1967: Liebe für Liebe (Fernsehfilm)
  • 1968: Der Snob (Fernsehfilm)

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hans Schweikart. In: Der Spiegel. Nr. 50, 1975 (online – Nachruf).