Hans Pirchegger

österreichischer Historiker
Büste im Grazer Stadtpark

Hans Pirchegger (* 30. August 1875 in Graz, Steiermark; † 1. Oktober 1973 ebenda) war ein österreichischer Historiker.

Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Hans Pirchegger, Sohn des Eisenbahners Simon Pirchegger sowie dessen Ehegattin, der Trafikantin Josepha geborene Koschier, wandte sich nach abgelegter Matura dem Studium der Geschichte und Geographie an der Universität Graz zu, das er 1899 mit der Promotion zum Dr. phil. abschloss. Im Folgejahr trat Pirchegger eine Lehrerstelle für Geschichte sowie Geographie am Gymnasium in Pettau an, 1907 wechselte er in derselben Funktion an das Staats-Realgymnasium Lichtenfels nach Graz, 1935 wurde er feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

Pirchegger habilitierte sich 1916 an der Universität Graz für österreichische Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Geschichte Innerösterreichs, 1923 wurde er zum titular-außerordentlichen Professor, 1937 zum titular-ordentlichen Professor, 1939 zum außerplanmäßigen Professor ernannt, 1945 wurde er emeritiert. Er hielt Mitgliedschaften in der Historischen Landeskommission für Steiermark, im Historischen Verein für Steiermark, im Verband Österreichischer Geschichtsvereine sowie im Geschichtsverein für Kärnten inne.

Der insbesondere mit Beiträgen zur Geschichte der Steiermark hervorgetretene Hans Pirchegger wurde mit dem Ehrenring der Stadt Graz, dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich sowie 1943 mit dem Wolfgang-Amadeus-Mozart-Preis ausgezeichnet.

Publikationen (Auswahl)Bearbeiten

  • Das steirische Draugebiet – ein Teil Deutschösterreichs, Deutsche Mittelstelle, Graz; Leykam, Graz, 1919
  • Die slowenischen Ansprüche in Untersteiermark, Hölder, Wien, 1919
  • Geschichte der Steiermark, 3 Bände, Perthes A.-G, Gotha; Leuschner & Lubensky, Graz, 1920–34
  • Steiermark von der Urzeit bis zur Jetztzeit: kurzgefasste geschichtliche Heimatkunde, Alpenland-Buchhandlung Südmark, Graz, 1924
  • Das steirische Eisenwesen bis 1625, 2 Bände, Leykam, Graz, 1937–39
  • Geschichte der Steiermark. Mit besonderer Rücksicht auf das Kulturleben, Pirchegger, Graz, 1949
  • Geschichte des Bezirkes Gröbming, Gröbming, 1951
  • Landesfürst und Adel in Steiermark während des Mittelalters, 3 Bände, Historische Landeskommission für Steiermark, Graz, 1951–58
  • zusammen mit Ludwig Kobel: Steirische Ortswappen einschliesslich jener der Untersteiermark, Wall, Graz, 1954
  • Die Untersteiermark in der Geschichte ihrer Herrschaften und Gülten, Städte und Märkte, Oldenbourg, München, 1962

LiteraturBearbeiten

  • Werner Schuder (Hrsg.): Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender, Bd. 2, 10. Ausgabe, De Gruyter, Berlin, 1966, S. 1857–1858.
  • Manfred Straka: Abschied von Hans Pirchegger, in: Blätter für Heimatkunde 47, Leuchner & Lubensky etc., Graz, 1973, S. 97–100.
  • Othmar Pickl, Robert Friedrich Hausmann: 100 Jahre historische Landeskommission für Steiermark, 1892–1992. Bausteine zur Historiographie der Steiermark (= Forschungen zur geschichtlichen Landeskunde der Steiermark. Bd. 36). Im Selbstverlag der Historischen Landeskommission für Steiermark, Graz, 1992, ISBN 3-901251-01-4, S. 189.
  • Heinrich Appelt: Nekrolog Hans Pirchegger †. In: Historische Zeitschrift 218 (1974), S. 256–258.

WeblinksBearbeiten

Commons: Hans Pirchegger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien