Hans Peter Grüner

deutscher Ökonom und Hochschullehrer

Hans Peter Grüner (* 1966 in Marburg) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler. Er ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim und hat dort den Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik inne.

Leben und WirkenBearbeiten

Grüner studierte ab 1986 Wirtschaftswissenschaften und Mathematik an der Universität Heidelberg und schloss dieses Studium 1990 als Diplom-Volkswirt ab. In seine Diplomarbeit beschäftigte er sich mit dem Allgemeinen Temporären Gleichgewicht mit Mengenrationierung unter besonderer Berücksichtigung des Werkes von Benassy. An der Universität Bonn und der École des Hautes Études en Sciences Sociales Paris schrieb er seine Doktorarbeit zur Crédibilité des banques centrales et salaires nominaux en Europe: analyse théorique et résultats empiriques (1994). Als wissenschaftlicher Assistent war er an der Universität Konstanz und der Universität Bonn tätig. An letzterer habilitierte er sich 1999 mit der Schrift The Economics of Distributive Politics. Im gleichen Jahr wurde er Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Mannheim.

An der Universität Mannheim war Grüner Dekan der Fakultät für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre, Sprecher der volkswirtschaftlichen Abteilung, Programmdirektor am Center for Doctoral Studies in Economics and Management und Studiendekan. Er ist Mitglied des Senats der Universität Mannheim.

Grüner publiziert über die Ausgestaltung politischer und wirtschaftlicher Organisationen, Politischer Ökonomie, Mechanismus-Design-Theorie, Wirtschaftspolitik, Geldpolitik, Kapitalmarkttheorie, Arbeitsmarktreformen und die Theorie der Einkommens- und Vermögensverteilung. Daneben berät er verschiedene Unternehmen, die Europäische Kommission und die Europäische Zentralbank. Seit 2006 ist er zudem außerplanmäßiger Professor an der Hertie School of Governance in Berlin.

Er ist Research Fellow des Centre for Economic Policy Research in London und Mitglied der Royal Economic Society und des Vereins für Socialpolitik. Akademische Gastaufenthalte führten ihn an die Kellogg School of Management, die Oxford University, die University of Pennsylvania, die London Business School, das Toyota Center an der LSE, das University College London, und die Hebrew University Jerusalem.

Grüner setzte sich in mehreren Presseartikeln für den Erhalt der europäischen Währungsunion und für die Einführung einer Europäischen Bankenunion ein.[1][2] Gemeinsam mit Clemens Fuest (ZEW), Marcel Fratzscher, (DIW), Michael Hüther (Institut der deutschen Wirtschaft) und Jörg Rocholl (ESMT) warnte er im Jahr 2013 vor einem Ausstieg einzelner oder mehrerer Länder aus der Eurozone.[3]

Sein Lehrbuch Wirtschaftspolitik. Allokationstheoretische Grundlagen und politisch-ökonomische Analyse erschien 2001 bei Springer (ISBN 3-540-41799-0) und erlebte 2018 seine siebte Auflage (ISBN 978-3-662-58057-8).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hans Peter Grüner: Am Rande des Mandats, Wirtschaftswoche vom 8. Oktober 2012
  2. Stellungnahme für die Bankenunion
  3. Clemens Fuest, Marcel Fratzscher, Hans Peter Grüner, Michael Hüther und Jörg Rocholl: Plädoyer für den Euro, Süddeutsche Zeitung vom 1. Juni 2013