Hans Heinrich Brüning

deutscher Anthropologe und Linguist, Entdecker der Lambayeque-Kultur in Peru

Hans Hinrich[1] (Heinrich) Brüning (* 20. August 1848 in Hoffeld (Holstein); † 2. Juli 1928 in Bordesholm) war ein deutscher Ingenieur, Kaufmann, Ethnograph und Linguist.

Hans Heinrich Brüning

LebenBearbeiten

Hans Hinrich (Heinrich) Brüning kam 1875 als Schiffsingenieur nach Peru, musterte dort ab, verdiente seinen Lebensunterhalt mit der Wartung und Weiterentwicklung landwirtschaftlicher Maschinen und begann, das Land zu bereisen und die Lebensweise der örtlichen Bevölkerung durch mehr als 2.000 Fotografien zu dokumentieren, deren Glasfotoplatten erhalten sind. Auf seinen Reisen kam er dazu, sich auch mit den vorspanischen Kulturen im Norden Perus zu befassen. In der Nähe des Dorfes Túcume entdeckte er die Überreste der Lambayeque-Kultur (Pyramiden von Túcume).[2] Für mehrere inzwischen ausgestorbene indianische Sprachen, darunter das Muchik, erstellte er Wörterlisten. In Lambayeque ist das Archäologische Museum Brüning (Museo Arqueológico Nacional Hans Heinrich Brüning de Lambayeque, meist in der Kurzform: Museo Brüning) nach ihm benannt. Seine umfangreiche, erst in den 1970er Jahren erschlossene Peru-Sammlung ist Teil der Dauerausstellung im Museum für Völkerkunde Hamburg.[3]

VeröffentlichungBearbeiten

  • Hans Heinrich Brüning: Mochica Wörterbuch / Diccionario Mochica (gesammelt in Etén in den Jahren 1906–1910). Hg. von José Antonio Salas García. Universidad de San Martín de Porres, Lima 2004, ISBN 9972-54-119-3.

LiteraturBearbeiten

  • Braemer, Torge: Das Geburtshaus von Hans Hinrich Brüning, BoD, Norderstedt 2020
  • Steffen, Paul (Hrsg.): Hoffeld, Peru, Bordesholm – Hans Heinrich Brüning, Leben und Werk eines Völkerkundlers. Heimatsammlung Bordesholm, 1992
  • Teodoro Hampe Martínez: La colección Brüning de documentos para la etnohistoria del Perú: inventario de sus fondos. In: Jahrbuch für Geschichte von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft Lateinamerikas, Bd. 34 (1997), S. 21–52.
  • Teodoro Hampe Martínez: Un capítulo de historia regional peruana: la ciudad de Zaña y su entorno ante la inundación (1720). In: Revista Andina, Nr. 34 (Januar 2002), S. 65–83, zur Biographie von Hans Heinrich Brüning das Kapitel 2: El rescate peruanista de Brüning, S. 70–73.
  • Ziegler, Susanne (Hrsg.): Walzenaufnahmen aus Peru – Grabaciones en cilindros del Peru 1910-1925, CD mit der Seriennummer 2 aus der Reihe „Historische Klangdokumente“ des Berliner Phonogramm-Archivs, Berlin 2003

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Paul Steffen: "Hans Heinrich Brüning - Ein Hoffelder Bauernsohn als Ingenieur und Völkerkundler in Peru" In: Steffen, Paul (Hrsg.): Hans Heinrich Brüning 1848-1928, Leben und Werk eines Völkerkundlers, P. Steffen KG, Bordesholm 1992. Hrsg.: Steffen, Paul. 1. Auflage. P. Steffen KG, Bordesholm 1992, S. 20.
  2. Michael Zick: Ausgrabung in Peru: Archäologen heben den Palast des mythischen Königs Naymlap. In: zeit.de. 24. Oktober 2011, abgerufen am 10. April 2018.
  3. Nachlassarchiv. (Nicht mehr online verfügbar.) In: voelkerkundemuseum.com. Museum für Völkerkunde Hamburg, archiviert vom Original am 13. August 2018; abgerufen am 10. April 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.voelkerkundemuseum.com