Hans-Joachim Bartmuß

deutscher Mittelalterhistoriker

Hans-Joachim Bartmuß (* 19. Juli 1929 in Großkorbetha) ist ein deutscher Historiker auf dem Gebiet der mittelalterlichen und neueren Geschichte.

Hans-Joachim Bartmuß legte 1948 sein Abitur ab und begann anschließend eine Neulehrerausbildung. 1949 wurde er Grundschullehrer in Merseburg. 1950 legte er die erste Lehrerprüfung ab und begann ein Geschichtsstudium an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, das er 1954 als Diplom-Historiker abschloss. Anschließend wurde er wissenschaftlicher Assistent und 1961 Oberassistent am Institut für Deutsche Geschichte an der hallischen Universität. Seit 1959 hatte Bartmuß einen Lehrauftrag zur Geschichte des Mittelalters und war befugt, Vorlesungen zu halten. 1962 erfolgte die Promotion bei Leo Stern und Erich Neuß mit einer Arbeit zum Thema: Zur Entstehung des frühfeudalen deutschen Staates. Eine kritische Auseinandersetzung mit den wichtigsten Thesen der bürgerlichen deutschen Mediaevistik über die Ursachen und Triebkräfte im Entstehungsprozeß des frühfeudalen deutschen Staates und die Politik der beiden ersten Könige aus dem sächsischen Herrscherhause.

Seit 1964 nahm Bartmuß eine Dozentur für deutsche Geschichte des Mittelalters in Halle (Saale) wahr und wurde 1968 offiziell zum Dozenten berufen. 1968 bis 1971 war er zudem Fachrichtungsleiter für Geschichte, von 1971 bis 1974 stellvertretender Direktor für Erziehung und Ausbildung sowie von 1976 bis 1979 stellvertretender Direktor für Forschung an der Sektion Geschichte/Staatsbürgerkunde. 1971 erfolgte die Promotion B mit Arbeiten zu Problemen der Herausbildung des Feudalismus und der Rolle der entstehenden Feudalklasse in Deutschland. Im Jahr darauf wurde Hans-Joachim Bartmuß ordentlicher Professor für die Geschichte des Mittelalters. Von 1979 bis 1990 war er Direktor seiner Sektion.

Neben der Geschichte des Mittelalters, wo sich Bartmuß vor allem mit der Herausbildung der Feudalgesellschaft beschäftigte, forschte er auch zu Nicolaus Copernicus, Friedrich Ludwig Jahn und der Geschichte Sachsen-Anhalts. Hans-Joachim Bartmuß ist Ehrenpräsident der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft.

SchriftenBearbeiten

  • Deutsche Geschichte (Hrsg., 3 Bände), DVW, Berlin 1965–1968
  • Die Geburt des ersten deutschen Staates. Ein Beitrag zur Diskussion der deutschen Geschichtswissenschaft um den Übergang vom ostfränkischen zum mittelalterlichen deutschen Reich, DVW, Berlin 1966 (Schriftenreihe des Instituts für Deutsche Geschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Bd. 2)
  • mit Heinz Kathe: Kleine Geschichte Sachsen-Anhalts. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. mdv, Halle 1992, ISBN 3-354-00785-0.
  • Strasse der Romanik. Kunst- und Kulturführer Sachsen-Anhalt, Edition Leipzig, Leipzig 1994, ISBN 3-361-00401-2
  • mit Eberhard Kunze & Josef Ulfkotte: „Turnvater Jahn“ und sein patriotisches Umfeld. Briefe und Dokumente 1806-1812. Böhlau Verlag, Köln-Weimar-Wien 2008
  • mit Josef Ulfkotte: Nach dem Turnverbot. „Turnvater“ Jahn zwischen 1819 und 1852. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2011

LiteraturBearbeiten

  • Hans-Joachim Bartmuß 60 Jahre. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 37, 1989, S. 635.
  • Lothar Mertens: Lexikon der DDR-Historiker. Biographien und Bibliographien zu den Geschichtswissenschaftlern aus der Deutschen Demokratischen Republik. Saur, München 2006, ISBN 3-598-11673-X, S. 117–118.
  • Kürschners Deutscher Gelehrtenkalender (Eintrag: Bartmuß, Hans-Joachim)