Hans-Jürgen Wolff

deutscher Staatssekretär, Chef des Bundespräsidialamtes

Hans-Jürgen Wolff (* 30. Mai 1958 in Helmstedt) ist ein deutscher Verwaltungsjurist und ehemaliger Chef des Bundespräsidialamtes.

LebenBearbeiten

Wolff leistete seinen Wehrdienst bei der Fernspähkompanie 100. Er erwarb das Fallschirmspringerabzeichen in Silber und beim Korps Commandotroepen das niederländische Springerabzeichen. Anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Saarbrücken, München, Bonn und Oxford. Nach den juristischen Staatsprüfungen wurde er mit einer völkerrechtlichen Arbeit promoviert. Anfang 1989 trat Wolff in die Verfassungsrechtsabteilung im Bundesministerium des Innern ein und wechselte Anfang 1991 in die Wirtschaftsabteilung des Bundeskanzleramts, wo er mit Fragen des Europarechts und der europäischen Wirtschafts- und Währungspolitik betraut war. Von dort wurde er 1992 für 18 Monate in die Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt abgeordnet als Leiter des Referats für Wirtschaftspolitik und Treuhandangelegenheiten. Ab 1995 leitete Wolff eine Reihe von Referaten in der Inlandsabteilung des Bundespräsidialamts. Seit 2006 war er Leiter der Abteilung Inland, bis er im Oktober 2009 die vakante Stelle von Staatssekretär Gert Haller übernahm.[1]

Seine Amtsführung galt als umstritten[2][3] und soll zum Ausscheiden zahlreicher Mitarbeiter des Amtes geführt haben, was wiederum zur Amtsmüdigkeit von Horst Köhler beigetragen haben soll.[4][5] Am 5. Juli 2010, wenige Tage nach seinem Amtsantritt, versetzte der neue Bundespräsident Christian Wulff, der den Chef seiner Staatskanzlei als neuen Staatssekretär „mitbrachte“, Wolff in den einstweiligen Ruhestand.[6] Diesen nutzte Wolff u. a. (unter Pseudonym) zum Schreiben eines autobiographisch angehauchten Romans.[7] Ebenfalls einen Einblick in Wolffs Gedankenwelt gibt das Protokoll eines von ihm für ein Jahr betriebenen Blogs.[8]

EhrungenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hans-Jürgen Wolff: Im Dienste des Bundespräsidenten. Abgerufen am 21. November 2019.
  2. Bundespräsident: Aufruhr im Schloss. In: Der Spiegel. Nr. 11, 2010 (online).
  3. Flucht aus dem Amt: Warum Horst Köhler nicht mehr Präsident sein wollte. In: Welt Online. Abgerufen am 25. Januar 2017.
  4. Personalwechsel im Bundespräsidialamt. In: Die Rheinpfalz, 7. Juli 2010
  5. Im Tunnel. In: Der Spiegel. Nr. 23, 2010 (online).
  6. Der Bundespräsident / Pressemitteilungen / Personalwechsel im Bundespräsidialamt. In: www.bundespraesident.de. 5. Juli 2010, abgerufen am 21. November 2019.
  7. Jürgen Walnshoff: Grinin: Wie ein Ministerialbeamter sich nach Liebe und Abenteuer sehnte – und beides bekam. epubli, 2014, ISBN 978-3-8442-9117-9 (google.de [abgerufen am 22. November 2016]).
  8. Hans-Jürgen Wolff: Blog. Abgerufen am 21. November 2019.