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Hannenbach

Ortsteil der Stadt Leutershausen

Hannenbach (umgangssprachlich: Hanəba[2]) ist ein Ortsteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Hannenbach
Koordinaten: 49° 17′ 46″ N, 10° 27′ 19″ O
Höhe: 444 m ü. NHN
Einwohner: 58 (2012)[1]
Postleitzahl: 91578
Vorwahl: 09823
Ortsansicht
Bauernhaus mit Zwerchgiebel und Putzgliederung

GeografieBearbeiten

Nördlich des Dorfs fließt der Regelbach, der ein linker Zufluss des Krämleinsbachs ist, der wiederum ein linker Zufluss der Altmühl ist. Ca. 0,5 km südöstlich des Ortes liegen die Eckertshölzer.[3]

GeschichteBearbeiten

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1345 als „Hanenbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautendem Gewässernamen ab, dessen Bestimmungswort des Personenname Hanno ist. Es ist anzunehmen, dass eine Person dieses Namens der Gründers der Siedlung ist.[4] Der Burggraf von Nürnberg hatte hier vier Lehen, vier halbe Lehen und ein Haus.[5] 1535 klagte die Gemeinde Hannenbach vor dem Reichskammergericht gegen Christoph von Lüchau zu Wiedersbach, weil dessen Schäferei auf ihren Gründen die Weide ausübte.[6]

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort von österreichischen Exulanten wiederbesiedelt.[7] 1732 heißt es in einer Amtsbeschreibung, dass der Weiler aus sieben Untertanen des brandenburgisch-ansbachischen Vogteiamtes Leutershausen, einem eichstättischen, dem Stiftskapitel Herrieden zinsenden Untertanen, und einem Hirtenhaus besteht, nach St. Georg in Neunkirchen gepfarrt ist und den Zehnt teils ins brandenburg-ansbachische Kastenamt Colmberg, teils der markgräflichen Kanzlei in Ansbach, teils dem Bürgermeister und Rat von Ansbach und teils nach Herrieden geben muss; die Gemeindeherrschaft, das Recht, den Hirten einzusetzen, die Vogtei und die Fraisch waren Besitz des brandenburg-ansbachischen Vogtamtes Leutershausen; Eichstätt hatte aber die Vogtei über seinen eigenen Untertanen inne;[8] Gegen Ende des Alten Reiches übte über sieben Halbhöfe das Kastenamt Colmberg und über ein Gut das Stiftskapitel Herrieden die Grundherrschaft aus; das Hirtenhaus und die Brechhütte für die Flachsbearbeitung waren gemeindlicher Besitz. Die Fraisch teilten sich das Stadtvogteiamt Leutershausen und das Hofkastenamt Ansbach; die Dorfgerichtsbarkeit und das Niedergericht waren Rechte des Leutershausener Stadtvogteiamtes.[9]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Hannenbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Wiedersbach zugeordnet. Es gehörte der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Rauenbuch an.[10] Am 1. Januar 1972 wurde der Ort im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Leutershausen eingemeindet.

BaudenkmälerBearbeiten

  • Bauernhäuser Nr. 1, 2 und 3: Fachwerkscheunen des 18. Jahrhunderts, zum Teil mit Schleppgauben.[11]
  • Haus Nr. 12: Wohnstallhaus und Scheune

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Leutershausen#Hannenbach

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002012
Einwohner 64 61 65 62 70 58 62 78 65 68 49 58
Häuser[12] 12 10 13 11 10 13 13 13
Quelle [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [23] [1]

ReligionBearbeiten

 
Fachwerkscheune
 
Fachwerkscheune
 
Fachwerkscheune

Ursprünglich gehörte das Dorf zur römisch-katholischen Pfarrei St. Veit in Neunstetten.[24] Seit der Reformation sind Einwohner in die evangelisch-lutherische Pfarrei St. Georg (Neunkirchen bei Leutershausen) gepfarrt.[9] Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind weiterhin nach St. Veit gepfarrt.

VerkehrBearbeiten

Durch den Ort verläuft die Staatsstraße 2246, die nach Wiedersbach bzw. nach Straßenwirtshaus führt. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Rauenbuch zur Staatsstraße 2249.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hannenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Müllers Großes Deutsches Ortsbuch 2012, Band 1, Berlin/Boston: De Gruyter, S. 526.
  2. E. Fechter, S. 92.
  3. Hannenbach im BayernAtlas
  4. E. Fechter, S. 92; H. Schreiber, S. 396.
  5. M. Jehle, Bd. 1, S. 556.
  6. M. Jehle, Bd. 1, S. 581.
  7. H. Schreiber, S. 396.
  8. H. Schreiber, S. 397.
  9. a b M. Jehle, Bd. 2, S. 864.
  10. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 964.
  11. G. P. Fehring, S. 100. Denkmalschutz aufgehoben, Objekte evtl. abgerissen.
  12. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  13. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 36 (Digitalisat).
  14. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 192 (Digitalisat).
  15. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 989, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  16. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1155, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  17. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1091 (Digitalisat).
  18. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1155 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1192 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1030 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 757 (Digitalisat).
  22. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 170 (Digitalisat).
  23. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 328 (Digitalisat).
  24. M. Jehle, Bd. 1, S. 66.