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Hannah Luise von Rothschild

Mitglied der Rothschild-Familie

Hannah Luise von Rothschild (* 9. November 1850 in Frankfurt am Main; † 23. März 1892 ebenda) war ein Mitglied der Rothschild-Familie und eine bedeutende Stifterin in Frankfurt am Main.

LebenBearbeiten

Hannah Luise von Rothschild gehört zu den Frankfurter Stifterinnen, die im Jahre 1890 die Heilanstalt Carolinum in der damaligen Bürgerstraße Nr. 7 (heute Wilhelm-Leuschner-Straße[1]) zum Andenken an ihren Vater Mayer Carl von Rothschild (1820–1886) im Jahre 1890 gründete. Das Carolinum ist nach seinem Vornamen „Carl“ benannt.

Ursprünglich beherbergte das Gebäude eine Zahnklinik, ein ärztliches Laboratorium sowie eine Krankenstation mit Pflegebetten. Überwiegend wurden mittellose Frankfurter Bürger an Zahnerkrankungen im Carolinum behandelt. Das seit 1914[2] zum Universitätsklinikum gehörende Carolinum der Frankfurter Universität wurde 1971 in Zentrum der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde umbenannt und existiert bis heute. Träger der Einrichtung ist die Stiftung Carolinum geblieben, es ist jedoch die Umwandlung in eine GmbH geplant.[3] Es liegt am Rande des Campus Niederrad der Universitätsklinik Frankfurt. Derzeit sind Hals-, Nasen-, Ohren-, und Augenklinik im Gebäude untergebracht. Der Campus Niederrad befindet sich am Theodor-Stern-Kai 7 in Frankfurt.[4]

Ihr Vater Freiherr Mayer Carl von Rothschild und Ihre Mutter Louise von Rothschild waren beide Enkel des Gründerpaares der Rothschild-Dynastie, Mayer Amschel Rothschild und Gutle Rothschild. Wie viele weibliche Mitglieder der Rothschildfamilie der dritten Generation war sie besonders der Wohltätigkeit verpflichtet. Neben der Gründung des Carolinums geht die Gründung der Freiherrlich Carl von Rothschild'schen öffentlichen Bibliothek, die auf der Familienbibliothek aufbaute auf sie zurück.

Hannah Luise von Rothschild verstarb unerwartet im Alter von erst 42 Jahren. Sie ist auf dem jüdischen Friedhof in der Rat-Beil-Straße in Frankfurt am Main begraben. Die von ihr gestiftete Heilanstalt überdauerte auch die Zeit der Inflation nach dem Ersten Weltkrieg. Dies war aufgrund einer erneuten Spende von 400.000 Mark durch ihre bis dahin noch lebenden Schwestern möglich.

BelegeBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stadtplan Frankfurt am Main von 1902
  2. D. Windecker, 100 Jahre Freiherr Carl von Rothschild´sche Stiftung Carolinum, S. 39
  3. Sorge tragen für die armen Brüder in FAZ vom 7. Februar 2012, Seite 35
  4. Dörken, S. 79

LiteraturBearbeiten

  • Dieter Windecker: 100 Jahre Freiherr Carl von Rothschild`sche Stiftung Carolinum, Berlin 1990, ISBN 3-87652-775-9
  • Edith Dörken: Berühmte Frankfurter Frauen. Otto Lembeck, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-87476-557-2

WeblinksBearbeiten