Handball-Regionalliga

Spielklasse im deutschen Männerhandball

Die Handball-Regionalliga war von 1969 bis 1981 die zweithöchste und mit Einführung der 2. Bundesliga zur Saison 1981/82 die dritthöchste Spielklasse im deutschen Handball der Männer. Nach der Saison 2009/10 wurde die Regionalliga durch eine viergleisige 3. Liga ersetzt. Mit Gründung der Regionalliga Nordrhein gibt es seit 2016/17 wieder Spielbetrieb in einer viertklassigen Regionalliga. Ab 2024/25 kommen noch die Regionalliga Niedersachsen und die Regionalliga Nord hinzu.

Handball-Regionalliga
Handball
Aktuelle Saison 2009/10
Sportart Handball
Abkürzung RL
Verband Rgeionalverbände des (DHB)
Deutschen Handballbundes
Ligagründung 1969
Ligaauflösung 2010
Mannschaften 80
Land/Länder Deutschland Deutschland
Titelträger Nord: HC Aschersleben
Nordost: Füchse Berlin II.
West: OSC 04 Rheinhausen
Südwest: TV Groß-Umstadt
Süd: SG H2Ku Herrenberg
Rekordmeister Reinickendorfer Füchse (12)
2. Bundesliga ↓

Geschichte Bearbeiten

Die Handball-Regionalliga war in fünf Staffeln aufgeteilt. Jeder Regionalverband des Deutschen Handballbundes organisierte eine eigene Regionalliga, die gleichzeitig die höchste Spielklasse der Verbände war. Zwei der Regionalverbände, der Nordostdeutsche Handball-Verband und der Südwestdeutsche Handballverband, wurden im Jahr 2011 aufgelöst, der norddeutsche 2012 und der süddeutsche 2015. Einzig der Westdeutsche Handball-Verband (WHV) organisiert seit der Saison 2009/10 noch Meisterschaften im Regionalverband, allerdings nur für die Jugend und keine für Erwachsene. Die Sieger der Staffeln stiegen bis 1981 in die Handball-Bundesliga und ab 1982 in die 2. Bundesliga auf. Die Absteiger wurden in die Oberligen der jeweiligen Landesverbände eingegliedert.

2. Spielklasse in fünf Regionalligen Bearbeiten

Drei Jahre nach Einführung der Handball-Bundesliga wurden mit Beginn der Saison 1969/70 die Regionalligen als Unterbau der (damals zweigleisigen) Bundesliga eingeführt. Zunächst erhielten die Regionalverbände Nord, West, Südwest und Süd eine Regionalliga. Ab der Saison 1972/73 bildeten die West-Berliner Vereine, die bis dahin in der Regionalliga Nord mitgespielt hatten, eine zusätzliche eigene Regionalliga. Dieser fünfzügige Aufbau blieb bis zum Jahr 2000 erhalten, wobei die einzelnen Regionalligen durchgängig (West) oder zeitweilig (Südwest und Süd) nochmals in zwei Staffeln aufgeteilt waren. Die Aufsteiger in die Bundesliga wurden in diesen Jahren nach verschiedenen Modi ermittelt, wobei zumeist drei Meister direkt aufstiegen und die beiden anderen Aufstiegsspiele abhalten mussten. Das direkte und indirekte Aufstiegsrecht wechselte dabei jährlich.

Meister von 1970 bis 1981 (zweitklassig)

 
Karte Regionalligen: Nordost, Nord, West, Südwest und Süd ab 1991/92
Saison Nord Berlin West Südwest Süd
1969/70 Polizei SV Hannover - SC Phönix Essen 1920 SG Dietzenbach TSV Milbertshofen
1970/71 Flensburger TB - SC Münster 08 SG Dietzenbach TSV Birkenau
1971/72 TV Grambke Bremen - Bayer Leverkusen TV 05/07 Hüttenberg TSG Oßweil
1972/73 Polizei SV Hannover Reinickendorfer Füchse TuSEM Essen TSV 1846 Butzbach TV 1893 Neuhausen
1973/74 THW Kiel Berliner SV 1892 OSC Rheinhausen TS Steinheim 1874 TuS Hofweier
1974/75 TSV Altenholz Reinickendorfer Füchse TuS Derschlag SG Dietzenbach TV 1893 Neuhausen
1975/76 TV Grambke Bremen Reinickendorfer Füchse II TuS Nettelstedt TuS Eintracht Wiesbaden TSG Oßweil
1976/77 Polizei SV Hannover Reinickendorfer Füchse II TV Angermund 09 TS Steinheim 1874 TV 1893 Neuhausen
1977/78 MTV Herzhorn
(TV Grambke Bremen)
Reinickendorfer Füchse Bayer Leverkusen Jahn Gensungen TSV 1896 Rintheim
1978/79 TSB Flensburg Reinickendorfer Füchse TuSEM Essen SG Dietzenbach TSV Birkenau
1979/80 HSG Hannover Reinickendorfer Füchse Bayer Leverkusen VfL Heppenheim VfL Günzburg
1980/81 SG Weiche-Handewitt Reinickendorfer Füchse OSC Dortmund TSV Jahn Gensungen TuSpo Nürnberg

 Meister MTV Herzhorn verzichtete auf den Aufstieg, so konnte TV Grambke Bremen als Vizemeister nachrücken. * Nichtaufsteiger kursiv gedruckt

3. Spielklasse in fünf Regionalligen Bearbeiten

Mit Einführung der 2. Bundesliga im Sommer 1981 wurde die Regionalliga zur dritthöchsten Spielklasse. An der Einteilung der Ligen änderte dies zunächst nichts. Nach der Wiedervereinigung wurde die Regionalliga Berlin nach der Saison 1991/92 abgeschafft und stattdessen die Regionalliga Nordost eingeführt. Von 2000 bis 2005 existierte zusätzlich die Regionalliga Mitte. In diesen Jahren wurden die sechs Staffeln gemeinsam von den fünf Regionalverbänden als eine Liga organisiert und es war dadurch möglich, dass einzelne Vereine die Staffel wechselten. Nachdem der Nord- und Westdeutsche Handball-Verband (die als einzige Verbände übrigens keinen der dort spielenden Vereine stellten) den entsprechenden Vertrag gekündigt hatten, wurde die Regionalliga Mitte zum Ende der Spielzeit aufgelöst und die dort spielenden Vereine nach ihrer Verbandszugehörigkeit auf die restlichen Regionalligen verteilt. Von nun an unterhielt jeder Regionalverband seine eigene Regionalliga und ein Staffelwechsel war nicht mehr möglich. Der Unterbau der Regionalligen waren insgesamt 16 Oberligen, welche von den 22 Landesverbänden betrieben wurden.

Zur Saison 2010/11 wurde die Regionalliga der Männer durch eine viergleisige 3. Liga ersetzt, deren Einteilung unabhängig von Regional- oder Landesverbandsgrenzen vorgenommen wird. Zu diesem Zweck stiegen aus allen Regionalligen in der Saison 2009/10 die Mannschaften auf den Plätzen 11–16 ab.

Meister von 1981/82 bis 2009/10

Saison Nord Berlin1 West Südwest Süd
1981/82 TSV Altenholz Reinickendorfer Füchse II. HC TuRa Bergkamen SC Saargold Lisdorf TSV Heiningen 1892
1982/83 VfL Hameln VfL Lichtenrade TuS Derschlag
* TSV Bayer Dormagen
SG Wallau/Mass.
* TuS 04 Dansenberg
TSV 1895 Oftersheim
1983/84 SG Varel/Altjührden Berliner SV 1892 SG Köln/Longerich TV 1890 Breckenheim TSV Milbertshofen
1984/85 MTV Herzhorn VfL Lichtenrade TV Emsdetten VfL Heppenheim VfL Pfullingen
1985/86 VfL Bad Schwartau TSV Tempelhof-Mariendorf SuS Oberaden TSV Dutenhofen SG Köndringen/Teningen
1986/87 MTV/PSV Braunschweig Berliner SV 1892 OSC Rheinhausen TV Niederwürzbach TSV Scharnhausen
1987/88 VfL Bad Schwartau SV Blau-Weiß Spandau LTV Wuppertal TV Gelnhausen TSV 1896 Rintheim
1988/89 1. SC Göttingen 05 HSG BSV 92/OSC Berlin
* VfL Lichtenrade
Eintracht Hagen TV Eitra 1910 CSG Erlangen
1989/90 Bramstedter TS Reinickendorfer Füchse TV Aldekerk TuS Eintracht Wiesbaden TSV Rintheim
1990/91 1. SC Göttingen 05 ATV Berlin TV Emsdetten TuS 04 Kaiserslautern-Dansenberg TSG Oßweil
1991/92 SG Flensburg-Handewitt II. TSV Tempelhof-Mariendorf Spvg Versmold TG Melsungen TuS Fürstenfeldbruck
Saison Nord Nordost1 West Südwest Süd
1992/93 HSG Nordhorn TSV Altenholz TSG Altenhagen-Heepen TV Nieder-Olm TSB Horkheim
1993/94 PSV Wilhelmshaven HSG Tarp-Wanderup TSG Herdecke TSG Groß-Bieberau TV Schwetzingen 1864
1994/95 TV Jahn Duderstadt TSV Altenholz Wuppertaler SV TSG Friesenheim TSV Östringen
1995/96 TV Grambke Bremen 1. SV Eberswalde Sport-Ring
Solingen-Höhscheid
TV Altenkessel HG Erlangen
1996/97 FSV 1895 Magdeburg TSV Ellerbek TV Angermund HSG Gensungen-Felsberg TV 08 Willstätt
1997/98 Eintracht Hildesheim Stralsunder HV HSG Mülheim-Kärlich/Bassenheim TV Altenkessel Concordia Delitzsch
1998/99 SG VTB/Altjührden HSG Tarp-Wanderup Ahlener SG Eschweger TSV TV Kornwestheim
1999/2000 Wilhelmshavener HV USV Cottbus HC 93 Bad Salzuflen TV Kirchzell HSG Kronau/Bad Schönborn
2000/01 TuS Spenge SG Flensburg-Handewitt II HSG Römerwall TuSpo Obernburg HSG Konstanz
2001/02 HSG Augustdorf/Hövelhof Reinickendorfer Füchse TSV Bayer Dormagen TV Gelnhausen TSG Oßweil
2002/03 SG Achim/Baden SG Flensburg-Handewitt II HSG Römerwall TSG Groß-Bieberau HBW Balingen-Weilstetten
2003/04 OHV Aurich HSV Insel Usedom LTV Wuppertal TV Hüttenberg HG Oftersheim/Schwetzingen
2004/05 TSV Hannover-Burgdorf HC Empor Rostock ASV Hamm TSG Münster SG Bietigheim-Metterzimmern
2005/06 SG Achim/Baden 1. VfL Potsdam TUSEM Essen TV Kirchzell TV Bittenfeld
2006/07 TSV Hannover-Anderten LHC Cottbus TV Korschenbroich SG Wallau/Massenheim HSC 2000 Coburg
2007/08 TSV Bremervörde VfL Bad Schwartau Leichlinger TV TSG Groß-Bieberau HC Erlangen
2008/09 VfL Edewecht 1. VfL Potsdam TV Korschenbroich HG Saarlouis TV 1893 Neuhausen
2009/10 HC Aschersleben Reinickendorfer Füchse II OSC 04 Rheinhausen TV Groß-Umstadt SG H2Ku Herrenberg
  • Alle Meister sind in die 2. Bundesliga aufgestiegen.
  • 1982/83 sind die Vizemeister von West und Südwest ebenfalls aufgestiegen..
  •  1988/89 Meister BSV/OSC Berlin verzichtete auf den Aufstieg, so konnte der VfL Lichtenrade als Vizemeister nachrücken..
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Bis zum Ende der Saison 1991/92 gab es die Regionalliga Berlin. Zur Saison 1992/93 wurde die Regionalliga Nordost eingeführt.

3. Spielklasse in sechs Regionalligen Bearbeiten

Die Handball-Regionalliga Mitte kam in den Saisonen 2000/01 bis 2004/05 als sechste Regionalliga hinzu und wurde vom Südwestdeutschen Handballverband organisiert. Nach Schließung der RL-Mitte wurden die Vereine wieder auf die anderen fünf Regionalverbände verteilt.

Meister Regionalliga Mitte von 2000/01 bis 2004/05

Saison Meister Vizemeister
2000/01 SV Anhalt Bernburg HSC Bad Neustadt
2001/02 HSC Bad Neustadt SC Magdeburg II
2002/03 HSC Landwehrhagen SC Magdeburg II
2003/04 SG Werratal 92 SC Magdeburg II
2004/05 SC Magdeburg II VfB Forchheim

4. Spielklasse in drei Regionalligen Bearbeiten

Seit der Saison 2016/17 gibt es wieder einen Spielbetrieb in der Regionalliga. Die Regionalligen werden von den jeweiligen Landessportverbänden – zum Teil gemeinsam – veranstaltet. Den Anfang machte die Regionalliga-Nordrhein, sie ersetzte die bisherigen Oberligen Mittelrhein und Niederrhein. Zur Saison 2024/25 kommen die Regionalliga Niedersachsen, sie löst die zweigleisige Oberliga des Handballverbandes Niedersachsen-Bremen (HVNB) ab und die Regionalliga Nord, sie löst die Oberliga HH / SH der Handballverbände Hamburg und Schleswig-Holstein ab, hinzu. Alle drei Regionalligen sind viertklassig, ebenso wie die Handball-Oberligen Hamburg/Schleswig-Holstein, Westfalen, Rheinland-Pfalz/Saar, Ostsee-Spree, Mitteldeutschland, Baden-Württemberg, Hessen und die Bayernliga.

Regionalligameister ab 2016

Saison Regionalliga Nordrhein Saison Regionalliga Niedersachsen Saison Regionalliga Nord
2016/17 HSG Bergische Panther
2017/18 SG Langenfeld
2018/19 MTV Rheinwacht Dinslaken M1
2019/20 TuS 82 Opladen
2020/21 Saison abgebrochen
2021/22 TV Aldekerk
2022/23 Interaktiv Düsseldorf-Ratingen
2023/24 TV Korschenbroich
2024/25 Saison in Vorbereitung 2024/25 Saison in Vorbereitung 2024/25 Saison in Vorbereitung
  • Alle Meister haben ihr Aufstiegsrecht für die 3. Liga wahrgenommen.

Siehe auch Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten