Handball-Bundesliga (Frauen) 1985/86

Austragung der höchsten deutschen Spielklasse im Frauen-Handball
Handball-Bundesliga (Frauen)
1985/86
Meister TSV Bayer 04 Leverkusen
Europapokal der Landesmeister TSV Bayer 04 Leverkusen
Europapokal der Pokalsieger VfL Engelskirchen
Europapokal VfL Oldenburg
Pokalsieger VfL Engelskirchen
Absteiger SC Germania List
TSV Jarplund-Weding
Mannschaften 10
Spiele 90
Tore 3.238 (ø 35,98 pro Spiel)
Zuschauer 27.776 (ø 309 pro Spiel)
Torschützenkönigin Dagmar Stelberg (135 Tore)
Zeitstrafe Zeitstrafen 559 (ø 6,21 pro Spiel)
Handball-Bundesliga (Frauen) 1984/85

Die Saison 1985/86 der Handball-Bundesliga der Frauen war die erste der eingleisigen Spielzeiten und die insgesamt elfte Spielzeit der höchsten deutschen Spielklasse im Handball der Frauen in der Geschichte der Handball-Bundesliga. Die Saison begann am 21. September 1985 und endete am 3. Mai 1986 mit der Titelverteidigung vom TSV Bayer 04 Leverkusen.

Saisonverlauf Bearbeiten

Nach der Einführung der Bundesliga (1975) als höchste Spielklasse, wurde erstmals in einer eingleisigen Bundesliga mit nur zehn Mannschaften gespielt. Qualifiziert hatten sich die fünf besten Mannschaften aus den beiden Bundesligastaffeln (Nord und Süd) der Vorsaison. Im Modus „Jeder gegen Jeden“ mit je einem Heim- und Auswärtsspiel wurde um die Deutsche Meisterschaft gespielt.

Deutscher Meister 1986 wurde zum siebten Mal in der Vereinsgeschichte und zum fünften Mal in Folge die Mannschaft vom TSV Bayer 04 Leverkusen. Leverkusen, dass sich schon am ersten Spieltag an die Tabellenspitze setzte und diese Position bis zum Saisonende nicht mehr abgab, qualifizierte sich für den Europapokal der Landesmeister.

Am Ende der Saison mussten die beiden Tabellenletzten SC Germania List und TSV Jarplund-Weding aus der Bundesliga in die 2. Frauen-Handball-Bundesliga absteigen. Im Gegenzug stiegen zur neuen Saison die beiden Bundesliganeulinge SV Süd Braunschweig (Sieger Staffel Nord) und VfL Sindelfingen (Sieger Staffel Süd) auf.

Den zum 12. Mal ausgespielten DHB-Pokal der Frauen sicherte sich die Mannschaft vom VfL Engelskirchen. Sie besiegten im Finale nach Hin- und Rückspiel am 8. und 10. Mai 1986 den Titelverteidiger Leverkusen mit 36:31 (Hinspiel 19:13, Rückspiel 17:18).

Nachdem sich Vizemeister Engelskirchen durch den Pokalsieg für den Europapokal der Pokalsieger qualifizierte, ging der Startplatz im IHF-Pokal an den Tabellendritten VfL Oldenburg.

Tabellen Bearbeiten

Abschlusstabelle Bearbeiten

Pl. Verein Sp. S U N Tore Diff. Punkte
1. TSV Bayer 04 Leverkusen (M,P) 18 16 1 1 0348:2560 +92 0033:3000
2. VfL Engelskirchen 18 14 0 4 0404:3130 +91 0028:8000
3. VfL Oldenburg 18 13 1 4 0376:3130 +63 0027:9000
4. TV Lützellinden 18 9 4 5 0366:3530 +13 0022:1400
5. 1. FC Nürnberg 18 7 2 9 0305:3170 −12 0016:2000
6. TSV Rot-Weiß Auerbach 18 8 0 10 0299:3400 −41 0016:2000
7. TSV GutsMuths Berlin 18 7 1 10 0293:2970  −4 0015:2100
8. PSV Grünweiß Frankfurt 18 5 1 12 0304:3370 −33 0011:2500
9. SC Germania List 18 4 1 13 0268:3540 −86 0009:2700
10. TSV Jarplund-Weding 18 0 3 15 0275:3580 −83 0003:3300

Platzierungskriterien: 1. Punkte – 2. Tordifferenz – 3. geschossene Tore

 Deutscher Meister und Teilnehmer am Europapokal der Landesmeister 1986/87
 DHB-Pokalsieger und Teilnehmer am Europapokal der Pokalsieger 1986/87
 Teilnehmer am IHF-Pokal 1986/87
 Absteiger in die 2. Handball-Bundesliga (Frauen) 1986/87
(M) Deutscher Meister der letzten Saison
(P) DHB-Pokalsieger der letzten Saison

Kreuztabelle Bearbeiten

Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe.

1985/86
21. September 1985 – 3. Mai 1986
  Engels
kirchen
      RW
Auerbach
  GW
Frankfurt
  Jarplund
Weding
01. TSV Bayer 04 Leverkusen 21:18 22:17 17:17 19:10 23:17 22:13 15:13 24:10 15:90
02. VfL Engelskirchen 20:19 16:20 28:18 29:17 23:17 22:19 20:14 30:12 25:13
03. VfL Oldenburg 19:19 17:18 25:23 22:16 27:15 21:15 19:15 31:18 21:17
04. TV Lützellinden 15:20 18:26 22:20 24:18 25:19 23:18 27:22 27:21 22:16
05. 1. FC Nürnberg 15:16 16:24 18:17 17:17 21:17 13:16 19:13 22:14 22:15
06. TSV Rot-Weiß Auerbach 13:17 25:23 18:23 19:22 13:15 15:14 19:17 15:12 14:13
07. TSV GutsMuths Berlin 15:19 22:16 14:15 12:13 18:15 19:11 12:15 13:12 20:13
08. PSV Grünweiß Frankfurt 10:18 18:20 16:23 21:19 18:19 19:22 18:15 22:19 19:16
09. SC Germania List 11:19 14:23 18:18 16:16 08:15 14:25 17:17 14:13 17:15
10. TSV Jarplund-Weding 17:23 13:23 13:24 18:18 17:17 13:15 17:21 21:21 19:21

Torschützinnenliste Bearbeiten

Spielerinnen Verein Tore / 7 m
01. Dagmar Stelberg VfL Engelskirchen 135 / 36
02. Hannelore Koch PSV Grünweiß Frankfurt 125 / 50
03. Rita Köster VfL Oldenburg 117 / 66
04. Annette Klefenz TSV Rot-Weiß Auerbach 094 / 35
05. Annette Woltmann SC Germania List 084 / 29
06. Barbara Wenzl TV Lützellinden 083 / 01
07. Leora Sam Jones TSV Bayer 04 Leverkusen 078 / 08
08. Sabine Erbs TSV GutsMuths Berlin 077 / 38
09. Corinna Kunze VfL Engelskirchen 066 / 0
Maike Becker VfL Oldenburg 066 / 14
Sabine Gerlach TV Lützellinden 066 / 34
12. Claudia Starke 1. FC Nürnberg 065 / 04
13. Stefanie Schütt TSV Jarplund-Weding 062 / 25
14. Meike Bötefür TSV Bayer 04 Leverkusen 060 / 0

Zuschauer Bearbeiten

In 90 Spielen kamen 27.778 Zuschauer (  309 pro Spiel) in die Hallen.

Größte Heimkulisse (⌀)
6.483 (⌀ 720) TV Lützellinden
6.134 (⌀ 682) VfL Oldenburg
Niedrigste Heimkulisse (⌀)
1.053 (⌀ 117) TSV Bayer 04 Leverkusen
1.044 (⌀ 116) 1. FC Nürnberg

Statistik Bearbeiten

In der Saison 1985/86 wurden 90 Punktspiele ausgetragen, in denen es 51 Heimsiege, 8 Unentschieden und 31 Auswärtssiege gab. Diese wurden von 27.776 Zuschauern (≈ 309 pro Spiel) besucht, in denen 3.238 Tore (≈ 36 pro Spiel) fielen. Der Vizemeister VfL Engelskirchen war mit 404 Toren am treffsichersten und stellte mit Dagmar Stelberg die Torschützenkönigin, der 135 Treffer gelangen, davon 36 Tore vom Siebenmeterpunkt. Absteiger TSV Jarplund-Weding kassierte mit 358 Toren die meisten Gegentore. Den höchsten Heimsieg verzeichnete Engelskirchen mit 30:12 am 6. Spieltag gegen den SC Germania List. Den höchsten Auswärtssieg erspielte am 10. Spieltag die Mannschaft vom VfL Oldenburg mit einem 24:13 beim TSV Jarplund-Weding. Das torreichste Spiel fand am letzten Spieltag zwischen Oldenburg und List statt und endete 31:18. Das waren 13 Tore mehr als der Gesamtdurchschnitt. In der Saison wurden 836 Siebenmeter gegeben, von denen 636 (≈ 76 %) verwandelt wurden. Herausstellungen (2-Minuten-Zeitstrafe) gab es 559 (≈ 6 pro Spiel). Der Deutsche Meister TSV Bayer 04 Leverkusen stand an allen Spieltagen an der Tabellenspitze.

Die Meistermannschaft Bearbeiten

1. TSV Bayer 04 Leverkusen
 

Literatur Bearbeiten

  • Deutsche Handball-Woche. B & W Bartels & Wernitz Sportverlag GmbH, ISSN 0012-0243 (Hefte der Saison von 1985–1986).

Weblinks Bearbeiten