Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Hammer DeRoburt

nauruischer Politiker, Gründungspräsident der Republik Nauru

Hammer DeRoburt, KBE (* 25. September 1922 auf Nauru; † 15. Juli 1992 in Melbourne) war der Gründungspräsident der Republik Nauru und führte das Land für die meiste Zeit seiner ersten zwanzig Jahre der Unabhängigkeit.

Hammer DeRoburt (Mitte), links daneben Raymond Gadabu

In den 1930er Jahren besuchte er als einer der ersten Nauruer eine australische Schule, das Geelong Technical College im australischen Bundesstaat Victoria. Nichtweisse Schüler bildeten dort nur eine kleine Minderheit. De Roburt fand aber Gefallen am australische Schulsystem und wurde Mitglied des schulischen „Aussie Rules“ - Teams. Mit 18 Jahren kehrte er nach Nauru zurück und wurde von den Japanern gefangengenommen. Er war einer der 737 Überlebenden der japanischen Deportation eines Großteils der Nauruer nach Chuuk von 1942 bis 1946. Dieses Erlebnis prägte ihn stark und weckte in ihm den Wunsch, für die Unabhängigkeit der Insel zu kämpfen. Er übernahm 1951 den Vorsitz des Lokalen Regierungsrats, einer verwestlichten Form des früheren „Rates der Stammeshäuptlinge“. 1955 begann er als Chefunterhändler die Verhandlungen mit der Königlichen Phosphatgesellschaft und der Kolonialmacht Australien, welche Nauru als UN-Treuhandgebiet verwaltete. Aufgrund seiner australischen Schulbildung wurde er zum bevorzugten Gesprächspartner der australischen Verwalter.

DeRoburt führte das Land in die Unabhängigkeit am 31. Januar 1968 und war die meiste Zeit der Periode bis zum 17. August 1989 Präsident. Im Dezember 1976 gewannen jüngere Politiker eine Mehrheit und machten Bernard Dowiyogo zum Präsidenten, aber DeRoburt wurde im Mai 1978 wieder gewählt. Er war ebenfalls nicht im Amt für zwei kurze Perioden im September und Dezember 1986.

1982 verlieh ihm Königin Elisabeth II. die Würde eines Knight Commanders des Order of the British Empire.

Er starb in Melbourne am 15. Juli 1992 an Diabetes mellitus.

QuellenBearbeiten

  • Luc Folliet: Nauru. Die verwüstete Insel. Wie der Kapitalismus das reichste Land der Erde zerstörte., Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2011, ISBN 978-3-8031-2654-2, S. 33–35