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Hamma Hammami (2011)

Hamma Hammami (arabisch حمة الهمامي; * 8. Januar 1952 in El Aroussa) ist ein tunesischer Politiker und Vorsitzender der Tunesischen Arbeiterpartei sowie des Parteienbündnisses Volksfront.

Inhaltsverzeichnis

Politisches LebenBearbeiten

Für seine Beteiligung an der Studentenrevolte vom Februar 1972 sowie an der verbotenen oppositionellen Bewegung El Amal Ettounsi musste Hammami bereits unter Präsident Habib Bourguiba eine langjährige Haftstrafe erdulden. Erst nachdem Amnesty International ihn auf eine Liste politischer Gefangener setzte, wurde er nach sechs Jahren freigelassen.[1]

1986 gründete Hammami die Kommunistische Arbeiterpartei Tunesiens (PCOT), deren Sprecher er seitdem ist. Auch nach der Machtübernahme durch den langjährigen Präsidenten Ben Ali war er als bekannter Oppositioneller andauernder politischer Verfolgung ausgesetzt und wurde immer wieder verhaftet und gefoltert.

Nach wochenlangen Protesten im Zuge der Tunesischen Revolution forderte Hammami den damaligen Präsidenten öffentlich zum Rücktritt auf.[2] Daraufhin wurde er am 12. Januar 2011 erneut verhaftet,[3][4] kam aber gut zwei Tage später wieder frei, als Präsident Ben Ali am 14. Januar dem Druck der Straße dann in der Tat nachgab und sein Amt niederlegte.[5]

Als Kandidat der Tunesischen Volksfront bestritt Hammami die Präsidentschaftswahl 2014[6] und erreichte im ersten Wahlgang 7,82 %, verpasste als Drittplatzierter hinter Beji Caid Essebsi und dem Amtsinhaber Moncef Marzouki jedoch den Einzug in die Stichwahl.

PrivatlebenBearbeiten

Hammami ist seit 1981 mit der Menschenrechtsaktivistin Radhia Nasraoui verheiratet und hat drei Kinder, Nadia, Oussaïma und Sarah. Als ehemaliger Aktiver des Sportvereins Club Africain[7] fühlt er sich mit dem Verein bis heute verbunden.[8]

BücherBearbeiten

  • Gegen Obskurantismus, Tunis, 1985
  • Die Perestroika – eine Konterrevolution, Tunis, 1988
  • Die Geschichte der Arbeiterbewegung in Tunesien, Tunis, 1989
  • Die Tunesische Gesellschaft – eine soziale und wirtschaftliche Studie, Tunis, 1989
  • Über Säkularismus, Tunis, 1990
  • Tunesische Frauen – Gegenwart und Zukunft, Tunis, 1992
  • Der Weg der Würde, Paris, 2002
  • Wer beurteilt wen?, Tunis, 2013
  • Freiheit oder Tyrannei?, Tunis, 2013
  • Frauen und Sozialismus heute, Tunis, 2015

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Amnesty International: Hamma Hammami - Chronology of Repression. Abgerufen am 22. Dezember 2014 (englisch).
  2. Tunisia imposes curfew in Tunis to quell protests. 13. Januar 2011, abgerufen am 22. Dezember 2014 (englisch).
  3. Reporter ohne Grenzen: Hamma Hammami a été arrêté dans la capitale en plein déploiement militaire. (Nicht mehr online verfügbar.) 12. Januar 2011, archiviert vom Original am 22. Dezember 2014; abgerufen am 22. Dezember 2014 (französisch).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/fr.rsf.org
  4. Amnesty International: Authorities urged to release or charge Tunisian activists. 14. Januar 2011, abgerufen am 22. Dezember 2014 (englisch).
  5. Tunisian president forced from power as state of emergency declared. In: The Daily Telegraph. 14. Januar 2014, abgerufen am 22. Dezember 2014 (englisch).
  6. Hamma Hammami officiellement candidat à la présidentielle. In: Business News. 18. September 2014, abgerufen am 22. Dezember 2014 (französisch).
  7. Biographie de Hamma Hammami, candidat à la Présidentielle de 2014. In: Business News. 23. September 2014, abgerufen am 22. Dezember 2014 (französisch).
  8. Hamma Hammami assiste à la présentation du «Projet : Club Africain 2020». In: webdo.tn. 22. Mai 2014, abgerufen am 22. Dezember 2014 (französisch).