Haig (Stockheim)

Ortsteil von Stockheim

Haig ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Stockheim im Landkreis Kronach (Oberfranken, Bayern).

Haig
Gemeinde Stockheim
Koordinaten: 50° 16′ 54″ N, 11° 16′ 38″ O
Höhe: 334–353 m ü. NHN
Fläche: 2,17 km²[1]
Einwohner: 476[2]
Bevölkerungsdichte: 219 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 96342
Vorwahlen: 09261, 09265
Schloss Haig in Stockheim-Haig

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Das Kirchdorf Haig liegt am Haiger Bach, einem rechten Nebenfluss der Haßlach. Im Süden grenzen bewaldete Anhöhen des Frankenwalds an, ansonsten ist der Ort von Acker- und Grünland umgeben. Die Staatsstraße 2708 führt an Mostholz vorbei nach Kaltenbrunn (3,4 km südwestlich) bzw. zur Bundesstraße 89 bei Haßlach bei Kronach (1,1 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Burggrub (1,4 km nordwestlich) bzw. nach Gundelsdorf zur Bundesstraße 85 (1,9 km südöstlich).[3]

Naturdenkmal Haiger MoorBearbeiten

Der Ort Haig ist nicht nur bekannt wegen seines kleinen Schlosses und seiner Gastronomie, er birgt auch, versteckt hinter dem Sportplatz, ein besonderes Biotop, welches als Naturdenkmal geschützt ist, das Haiger Moor, ein verlandendes Übergangsmoor. Es ist die Heimat von Libellen, Moosbeeren, Hirse-Segge und anderen feuchtigkeitsliebenden Pflanzen und Tieren. Das Haiger Moor wird in regelmäßigen Abständen entbuscht, um den Moorcharakter zu erhalten. Besitzer ist der Bund Naturschutz, der das Moor im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme für den Bau der 380-kv-Leitung in der Nähe bekommen hat.[4]

GeschichteBearbeiten

Haig wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte von Anbeginn zum Hochstift Bamberg. Der Grundstein des Haiger Schlosses wurde 1731 gelegt.[5]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Haig mit Neumühle eine Realgemeinde bestehend aus 33 Anwesen (8 Fronsölden, 23 Tropfhäuser, 1 Tropfhaus mit Wirtschaft, 1 Mühle). Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Kronach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Rittergut Haig inne. Neben den Anwesen gab es noch ein Schloss, ein Pächtershaus und ein Bräuhaus, allesamt herrschaftliche Gebäude.[6]

Mit dem Gemeindeedikt wurde Haig dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Burggrub zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Haig, zu der Neumühle gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Mitwitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach (1919 in Finanzamt Kronach umbenannt). 1849 wurde das Herrschaftsgericht aufgelöst und Haig dem Landgericht Kronach überwiesen. Ab 1862 gehörte Haig zum Bezirksamt Kronach (1939 in Landkreis Kronach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach (1879 in das Amtsgericht Kronach umgewandelt).[7] Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 2,171 km².[1]

Am 1. Januar 1975 wurde Haig im Zuge der Gebietsreform in Bayern in Stockheim eingegliedert.[8]

Die größten Vereine sind der Sportverein FC Wacker Haig, der Trachtenverein Haig im Frankenwald e. V. und die örtliche Freiwillige Feuerwehr.

BaudenkmälerBearbeiten

In der Bayerischen Denkmalliste sind drei Baudenkmäler aufgeführt:

  • Katholische Filialkirche St. Anna
  • Schloss
  • Wegkapelle
Abgegangene Baudenkmäler
  • Haus Nr. 20: Eingeschossiges Kleinhaus mit Satteldach, der Sturz der Haustür bezeichnet „18 NO 16“.[9]
  • Haus Nr. 21: Eingeschossiges Kleinhaus mit zur Hälfte abgewalmten Mansarddach; Umfassungsmauern massiv mit Eckpilastern, am Sturz der Haustüre die Bezeichnung „M K. B H. C. M. 1831“.[9]
  • Haus Nr. 39: Eingeschossiges Kleinhaus mit Halbwalmdach und massiven Umfassungsmauern, der Scheitelstein der Haustür bezeichnet „1839“, der Türflügel gefeldert und geteilt.[9]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987
Einwohner 144 304 301 314 352 383 425 399 401 351 359 353 380 411 431 388 411 372 454 580 578 534 472 502 452
Häuser[10] 35 48 49 48 58 74 87 121
Quelle [7] [11] [11] [11] [12] [11] [13] [11] [11] [14] [11] [11] [15] [11] [11] [11] [16] [11] [11] [11] [17] [11] [1] [18] [19]

ReligionBearbeiten

Der Ort war ursprünglich rein katholisch und nach Mariä Geburt (Glosberg) gepfarrt.[12] Die protestantische Minderheit ist nach St. Laurentius (Burggrub) gepfarrt.[14]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Haig (Stockheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 689 (Digitalisat).
  2. Gemeinde Stockheim: offizielle Einwohnerzahlen der Gemeinde Stockheim (Memento vom 8. März 2016 im Internet Archive), abgerufen am 8. März 2016
  3. Haig im BayernAtlas. Sämtliche Entfernungsangaben jeweils Luftlinie.
  4. http://www.landkreis-kronach.de/natur-kultur-tourismus/natur-und-landschaft/naturdenkmaeler/haiger-moor/
  5. Haig auf der Website stockheim-online.de
  6. H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 476. Hier werden unter Einberechnung von bewohnten herrschaftlichen Gebäuden abweichend 35 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.
  7. a b H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 583.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 689.
  9. a b c T. Breuer: Landkreis Kronach, S. 57. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung.
  10. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  11. a b c d e f g h i j k l m n o Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 148, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  12. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 887, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  13. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1059, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  14. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1005 (Digitalisat).
  15. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1055 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1089 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 937 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 158 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 312 (Digitalisat).