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Entstehung und BeschreibungBearbeiten

„Lassen Sie sich an Originalschauplätzen mystisch verzaubern und per Audioerlebnis mit Informationen rund um Otterndorf und die Region füttern.“

Urlaubsmagazin 2015: Tourist-Information Otterndorf

Die Idee für die Entstehung des Hadelner Sagenweges stammt von Ortsheimatpfleger Heiko Völker. Im Rahmen eines Förderprojekts "Natur erleben" wurden 32 Stationen im Land Hadeln errichtet, an denen von Sagen, Geschichten und Naturzusammenhängen "erzählt" werden sollte. Auf drei Arten kann man dem Sagenweg folgen. An jeder Station ist ein Bild mit QR-Code zu finden. Es kann mit dem Smartphone gescannt werden, dann wird die jeweilige Geschichte abgespielt. An jeder Station befindet sich außerdem eine Telefon-Festnetznummer. Wenn man diese Festnetznummer anruft, wird ebenfalls der Text abgespielt. Und im Internet kann man die entsprechende Geschichte anwählen und dann auf dem Computer anhören.[1]

Stationen des WegesBearbeiten

OtterndorfBearbeiten

Tourist-InfoBearbeiten

An der Tourist-Info (Rathausplatz 1) gibt es einen Prospekt vom Sagenweg und Leihgeräte, mit denen man die Beiträge an den einzelnen Stationen abhören kann.[2]

Der TotentanzBearbeiten

 
"Keen nich will diecken, die mutt wieken" (Denkmal von Frijo Müller-Belecke am Deich in Otterndorf)

Der Geist eines französischen Soldaten erzählt vom Totentanz im Saal einer Gastwirtschaft an der Otterndorfer Schleuse.[3][4]

Knochenarbeit an der Küste (Deichbau)Bearbeiten

Ein Baggerführer erzählt, wie in früheren Zeiten Mannschaften von Deichbauern harte Knochenarbeit leisten mussten, um den Hochwasserschutz zu bauen – ohne Bagger, aber mit Karren, die von Menschen oder Pferden auf Holzbohlen gezogen wurden.[5]

Die TeufelsbrückeBearbeiten

Der Teufel erzählt von der Schlickbank, die Teufelsbrücke genannt wird. Dort hatte ein Fischer den Teufel überlistet. Wie durch ein Wunder war der Seemann und das Schiff dann gerettet. Nun versucht der Teufel an dieser Stelle, sich an vorbeifahrenden Schiffen festzuhalten. Darum ist Vorsicht geboten.[6][7]

Der Schatz vom OsterhofBearbeiten

An der Stader Landstraße erzählt ein Wachhund von einer riesigen Eiche, an der er sich nie traute, sein Geschäft zu verrichten. Ein Mann fing an, nach einem Schatz zu graben, der dort liegen sollte. Aber dann rannte er davon, weil über ihm an einem seidenen Faden ein großer Mühlstein hing. Als der Mann fort war, sah er keinen Stein mehr im Baum hängen – und es grub auch keiner wieder nach dem Schatz.[8]

Allee in OtterndorfBearbeiten

Am Norderwall erzählt der Geist eines Nachtwächters vom Schutz durch den Wall und von den Zellen im Gefängnis am Ostertor.[9]

Saatkrähen im AmtsgerichtsgartenBearbeiten

Eine Saatkrähe erzählt, warum es ihr im Amtsgerichtsgarten gut gefällt, dass sie unter Schutz stehen, weil sie viele Insektenlarven vertilgen und dass die Leute in der Stadt den Krach und den Schmutz in Kauf nehmen sollen, den sie und ihre Artgenossen machen.[10]

Der Schädel in der WarningsackermühleBearbeiten

An der Straße nach Altenbruch gibt es den Warningsacker. Dort spricht der Totenschädel des Warningsackermüllers mit dem Besucher auf dem Sagenweg. Als Räuber ihn überfielen, verlangte der Müller von ihnen, sie sollten seinen Kopf abschneiden und neben die Mühle legen.

 
Heck des englischen Dampfers "Kaffraria", der 1891 vor Otterndorf strandete

Dann kamen keine Räuber mehr – bis zweimal später Müller den Schädel fortwarfen. Das eine Mal drehte sich die Mühle so schnell, dass sie umzukippen drohte. Der andere Müller bezahlte seine Missachtung des Schädels mit dem Brand des Wohnhauses. "Und seither hielten die Nachfolger den Totenkopf in Ehren."[11][12]

PiratenschätzeBearbeiten

Am Otterndorfer Deich wird von einem Wrack, der Kaffraria, erzählt. Bevor sie an der Einfahrt zur Medem sank, haben die Otterndorfer "Kohlen, Haushaltssachen und Spielzeug" von Bord geholt – und jede Menge Wolle, aus denen sie Pullover und Unterwäsche gestrickt haben. Damals waren wohl viele Otterndorfer Strandräuber.[13]

Wanna / NordledaBearbeiten

Der Wannaer SeeBearbeiten

Der Wannaer See soll als Strafe Gottes für die gottlosen Dorfbewohner entstanden sein. Ein blühendes Kirchdorf sei hier versunken. Noch heute könne man mit einer Stange in der Mitte des Sees die Spitze des versunkenen Kirchturms mit dem Wetterhahn fühlen.[14][15]

FresenhörnBearbeiten

Im Kirchspiel Nordleda gibt es einen Ort, der Schanze genannt wird. Dort soll sich eine Schlacht zwischen Hadelnern und Friesen aus Land Wursten zugetragen haben. Der Landstrich heißt wegen der Kämpfe mit den Friesen auch "Freesenhörn".[16][17][18]

Der Schmied und der TeufelBearbeiten

In der Sagen vom Schmied und dem Teufel geht es wie bei vielen ähnlichen Sagen darum, dass ein Mensch vom Teufel Reichtum bekommt und ihm dafür seine Seele verkauft. Auch in dieser Sage wird der Teufel betrogen.[19]

Der GravenbergBearbeiten

 
Der Gravenberg bei Wanna

Auf dem Gravenberg im Ortsteil Heringskoop soll es Hexen gegeben haben, die auf Ziegen geritten sind. Eine soll sich über einen Wanderer am Fuße des Berges so erschrocken haben, dass ihr eine Schüssel mit Brei, die sie auf dem Kopf trug, heruntergefallen ist.[20]

Der JungfernbergBearbeiten

In der Johannisnacht kann man am Jungfernberg im Falkenburger Moor einen Schatz heben, wenn man die Jungfrauen im versunkenen Schloss erlöst. Man muss vorher unsichtbar werden – durch Farnsamen im Schuh.[21][22]

Das brüllende MoorBearbeiten

Im Falkenberger Moor brüllt es manchmal – bald hier, bald dort. Man erzählt sich, dass dort ein Ochse versunken sei. Dessen Brüllen schreie nach Befreiung.[23]

Das verwandelte MoorBearbeiten

Auf dem Moorerlebnispfad in der Nähe des Flögelner Sees wird erläutert, wie das Moor verwandelt wurde, so dass dort Kühe weiden können und nicht mehr nur Wollgras im Sumpf wächst. Nach der Trockenlegung konnten Kühe im Moor grasen, aber bei der Trockenlegung wird auch CO2 freigesetzt.[24]

KriegsgefangenenlagerBearbeiten

Im Ahlen-Falkenberger Moor gab es ein Kriegsgefangenenlager, in dem die Häftlinge arbeiten mussten – wie auch in den Emslandlagern. Deshalb wird hier auf dem Sagenweg auch an das Lied der Moorsoldaten erinnert.[25][26]

 
Der Gedenkstein zur Wallfahrtskapelle St. Joost

Der WolfsbergBearbeiten

Südwestlich von Westerwanna gibt es den Wolfsberg. Hier wird die Ausrottung und Wiederansiedlung von Wölfen erläutert.[27]

OchsentourBearbeiten

Der Sage nach ist die Grenze zwischen Wursten und Hadeln von zwei Ochsen bestimmt worden. Sie wurden aneinander gebunden – wo sie sich nach dem Gras fressen zum Wiederkäuen niederließen sollte die Grenze festgelegt sein.[28][29]

Wat? Watt und Watt?Bearbeiten

Im Nordledaer Ortsteil Heringskoop wird an der Weidentrift der Unterschied zwischen "Watt", "Watt" und "Wat?" erläutert.[30]

MoorIZBearbeiten

Am Moorinformationszentrum (MoorIZ) werden die Besucher begrüßt, um den Sagenweg zu beginnen – wie an der Tourist-Info in Otterndorf.[31]

Steinau / OdisheimBearbeiten

Gottes LohnBearbeiten

Die Sage erzählt von einer geizigen Bauersfrau, die armen Leuten nie etwas abgeben wollte. Essensreste mussten immer an die Schweine verfüttert werden. Als sie starb soll sie ruhelos immer auf ihren Hof zurückgekommen sein.[32][33]

 
Wappentier von Otterndorf - Otterbrunnen

Die Kapelle von St. JoostBearbeiten

Zwischen Odisheim und Stinstedt ist ein Gedenkstein zu Ehren von Pilgern in der Kapelle St. Joost aufgestellt.[34][35][36]

Das Wappentier von OtterndorfBearbeiten

 
Kirche in Steinau

An der Stele über das Otterndorfer Wappentier, den Otter, wird erwähnt, dass er vor einiger Zeit als ausgestorben galt, die Fischer hatten was gegen ihn, die Wasserqualität war nicht gut und aus seinem Fell wurden Mäntel oder Kragen gefertigt. Nun darf der Otter nicht mehr gejagt werden. Und wenn man ihn auch tagsüber nicht zu Gesicht bekommt, er ist ein Nachttier, findet man inzwischen doch wieder Spuren, die belegen, dass der Otter auf dem Vormarsch ist.

Der Steinauer KirchenbauBearbeiten

Die Steinauer zogen nach der Sage um. Ihr alter Ort Stendorf versumpfte. Über den Standort der neuen Kirche konnten sie sich nicht einigen, weil sie weit auseinander siedelten und es keinen Ortsmittelpunkt gab. Schließlich band man einem Schimmel ein Bild des Kirchenpatrons, des heiligen Johannes, auf den Rücken. Wo der Schimmel anfinge, zu grasen, sollte die Kirche neu aufgebaut werden. So geschah es, und der neue Ort wurde ähnlich dem alten Namen genannt: Steinau.[37][38]

Möllersch KarstensBearbeiten

An der "Osterseite des Kirchspiels Steinau" lebte ein Müller, dessen Frau eine Milch- und Butterwirtschaft betrieb. Ihre Butter war beliebt. Sie fing an, die Leute zu betrügen, indem sie ihnen immer etwas weniger Butter gab, als sie bezahlt hatten. Ein Spökenkieker teilte den Leuten eine Vision mit: Ein Sarg kam auf dem Wasserwege zum Friedhof, dahinter der trauernde Müller. Als die Müllerin wirklich starb, saß ein Geist auf dem Sarg, der eine Waage trug und damit Butter abwog. Und auf der Grabstelle sah man häufig den Geist der Müllersfrau.[39][40]

Die Hexenmühle zu SteinauBearbeiten

Von der Mühle in Norderende-Steinau erzählt man sich, dass die Knechte immer wieder über Nacht starben. Als keiner mehr Knecht werden wollte, fand sich einer, der den Job antreten wollte, wenn er einen Schmalztopf und einen Säbel bekäme. In der Nacht kamen drei Katzen zu ihm, die sprechen konnten: "Wollen wir - so wollen wir!" sagten sie und sprangen auf den Müllerburschen zu. Der warf mit dem Schmalztopf nach ihnen und als die Katzen davonliefen schlug er der letzten mit dem Säbel die Vorderpfote ab. Am nächsten Morgen lagen auf der Treppe zwei menschliche Finger und die Müllerin wurde vom Arzt behandelt – ihr fehlten zwei Finger an der rechten Hand. Vom nächtlichen Spuk blieb der Müllerknecht von nun an verschont.[41][42]

IhlienworthBearbeiten

Die hillige WurtBearbeiten

 
Dorfwurt mit der Willhadikirche in Ihlienworth
 
Eine Flöte in Ihlienworth

Der Name Ihlienworth soll so entstanden sein: Willehad, der spätere Bischof von Bremen, missionierte den Gau Wigmodien, in dem auch Ihlienworth lag. Er brachte die Leute dazu, auf ihrer Dorfwurt, die sie gegen die Hochwasser errichtet hatten, eine mächtige Kirche zu bauen. Später nannte man sie die "hillige Wort" – das klingt so wie heute Ihlienworth.[43][44]

FlöteBearbeiten

Die Flöten in Ihlienworth waren nicht zum Musizieren, sondern die Flöten in Ihlienworth waren Flöße, kleine Boote, mit denen die Hadelner bei Hochwasser alles beförderten. Sogar die Toten wurden auf den Flöten transportiert. An der Kirche in Ihlienworth kann man noch die "Totentreppe" ansehen, an der die Flöten anlegten, wenn sie einen Toten zur Kirche brachten.[45]

Das platte Land und seine HügelBearbeiten

Das "Sietland" ist plattes Land. Von dort geht es zur Nordsee hinauf, wo das Meer Sedimente angelagert hat. Damit die Sietländer das Wasser loswurden, wurden überall Gräben gebaut. Die Gräben muss man immer wieder ausheben. Die Erde wurde dann auf die "Beete" zwischen den Gräben geworfen – dort entstanden allmählich Hügel.[46]

FischlehrpfadBearbeiten

Vom Stichkanal bis zum Hadelner Kanal ist ein Fischlehrpfad angelegt, an dem man sich über Lebensweise, Größe und Nahrung von Fischen informieren kann. Auf dem Sagenweg wird hier das Märchen Vom Fischer und seiner Frau erzählt.[47][48]

Raus aus dem SumpfBearbeiten

"Im Sietland sieht es ja aus wie in Holland" – um das Land nicht versumpfen zu lassen, wurde es durch schnurgerade Gräben, den "Weddern", entwässert. Daneben läuft meistens eine Straße und auf beiden Seiten stehen die Häuser. Über die Kanäle gibt es immer kleine Brücken von einer zur anderen Seite.[49]

LiteraturBearbeiten

  • Eberhard Michael Iba, Hake Betken siene Duven, Das große Sagenbuch aus dem Land an Elb- und Wesermündung, hrsgb. von den Männern vom Morgenstern, Bremerhaven 1993, ISBN 3-931771-16-4
  • Hadler Sagenweg, Flyer der Tourist-Information Otterndorf
  • Wiebke Kramp, Sagenhaftes am Wegesrand, Artikel im Wochenendmagazin "Endlich Wochenende" der Nordsee-Zeitung vom 23. Mai 2015

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Unter dieser URL für die Erläuterung bei der Tourist-Information kann man die Einleitung zum Hadelner Sagenweg auf dem Computer abhören.
  2. URL für die Erläuterung bei der Tourist-Information
  3. Der Totentanz
  4. Hake Betken ... (siehe Literatur), Der Totentanz, S. 70
  5. Knochenarbeit beim Deichbau
  6. Die Teufelsbrücke
  7. Hake Betken ... (siehe Literatur), Die Teufelsbrücke, S. 25
  8. Der Schatz vom Osterhof
  9. Allee in Otterndorf
  10. Saatkrähen im Amtsgerichtsgarten
  11. Der Schädel in der Warningsackermühle
  12. Hake Betken ... (siehe Literatur), Der Schädel in der Warningsackermühle, S. 61
  13. Piratenschätze
  14. Der Wannaer See
  15. Hake Betken ... (siehe Literatur), Der Wannaer See, S. 88
  16. Die Sage von Freesenhörn auf der Seite von Nordleda
  17. Fresenhörn
  18. Hake Betken ... (siehe Literatur), Fresenhörn, S. 82
  19. Der Schmied und der Teufel
  20. Hake Betken ... (siehe Literatur), S. 87
  21. Der Jungfernberg
  22. Hake Betken ... (siehe Literatur), S. 88
  23. Hake Betken ... (siehe Literatur), Das brüllende Moor, S. 89
  24. Das verwandelte Moor - Trockenlegung
  25. Kriegsgefangenenlager
  26. Text und Noten des Moorsoldatenliedes "Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor." (Memento des Originals vom 7. Mai 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/nibis.ni.schule.de
  27. Der Wolfsberg
  28. Ochsentour - Zwei Ochsen haben entschiedenen, wo die Grenze zwischen Wursten und Hadeln verläuft
  29. Hake Betken ... (siehe Literatur), Das brüllende Moor, S. 89
  30. Wat? Watt und Watt?
  31. MoorIZ
  32. Gottes Lohn
  33. Hake Betken ... (siehe Literatur), S. 94
  34. Die Kapelle von St. Joost
  35. Johannes Göhler, Die Kapelle "Zum Trost" im Moor
  36. Sankt Joost (Stinstedt)
  37. Der Steinauer Kirchbau@1@2Vorlage:Toter Link/www.cultureapp.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  38. Hake Betken ... (siehe Literatur), Der Steinauer Kirchbau, S. 91
  39. Möllersch Karstens
  40. Hake Betken ... (siehe Literatur), Möllersch Karstens, S. 92
  41. Die Hexenmühle zu Steinau
  42. Hake Betken ... (siehe Literatur), Die Hexenmühle zu Steinau, S. 93
  43. Die hillige Wurt
  44. Hake Betken ... (siehe Literatur), Die hillige Wurt, S. 96
  45. Flöte
  46. Das platte Land und seine Hügel
  47. Fischlehrpfad
  48. Fischlehrpfad in Ihlienworth
  49. Raus aus dem Sumpf