Hadlaub (Gottfried Keller)

Novelle von Gottfried Keller

Hadlaub ist eine Erzählung von Gottfried Keller (1819–1890).

Hadlaub ist die erste Novelle im ersten Band von Gottfried Kellers Züricher Novellen. Als literarische Vorlage gilt die Figur des schweizerischen Minnesängers Johannes Hadlaub.

InhaltsangabeBearbeiten

Frau Kunigunde, die allein auf Schloss Schwarzwasserstelz lebt, bekommt eine Tochter namens Fides, deren Vater der Bischof Heinrich von Klingenberg ist. Mit sieben Jahren wird das Kind von der Mutter ins Kloster gegeben und erfreut sich der Freundschaft zu dem Mönch Konrad von Mure, sie selbst geht in das Kloster des Bischofs Heinrich von Klingenberg.

Eines Tages besucht Konrad von Mure zusammen mit der kleinen Fides seinen Bekannten Rudolf am Hadelaub. Dort lernt er dessen Sohn Johannes Hadlaub kennen. Der Mönch möchte ihn gerne mitnehmen, um ihn zu unterrichten. Doch Rudolf ist dagegen. Erst Jahre später, als ihm seine Frau einen weiteren Sohn gebärt und er sieht, dass es ein kräftiger Bursche werden würde, der seine Arbeit am Bauernhof einmal fortsetzen könnte, ist er einverstanden und Johannes wird ins Kloster aufgenommen. Dort lernt er von Konrad von Mure Lesen und Schreiben und stellt sich als sehr begabt heraus.

Als Johannes mit einem Mönch in das Haus des Manesse (des Ziehvaters der Fides) kommt und dort ein Minnelied vorträgt, das er einmal abgeschrieben hat, schlägt Manesse vor, alle seit vielen Jahren gesungenen Minnelieder aufzuschreiben und in einem Sammelband zu archivieren. Der anwesende Bischof Heinrich von Klingenberg ist von der Idee begeistert, und sie beschließen, dass der junge Johannes Hadlaub der Richtige für diesen Tätigkeit sei. Johannes ist einverstanden. Außerdem trifft Johannes die junge Fides wieder, in die er sich verliebt.

Nun ist er unterwegs und sammelt alle Minnelieder, die er findet, schreibt sie ab und archiviert sie. Nebenbei schreibt er selbst Minnelieder, die er Fides zukommen lässt. Diese fühlt sich von den Briefen belästigt und sucht Rat bei ihrem Pflegevater. Der rät ihr, nichts zu unternehmen und ihm die Briefe auszuhändigen. Bei der Präsentation des Sammelbandes der Minnelieder stellt Manesse die Minnelieder des Johannes vor und teilt diesem mit, dass er vom Rat der Stadt Zürich in den Stand der Meister erhoben wurde. Er erhält einen Lorbeerkranz von Fides, die darüber nicht gerade glücklich ist, da sie seine Liebe noch immer nicht erwidert .

Johannes verreist nun für längere Zeit, um weitere Lieder zu sammeln. Als ihn das Heimweh zurück nach Zürich treibt, erfährt er, dass jemand um Fides’ Hand anhält. Da er sie immer noch liebt, versucht er ein letztes Mal, sie für sich zu gewinnen. Tatsächlich wird er von Fides auf das Schloss ihrer Mutter, das sie mittlerweile bewohnt, eingeladen. Dort bemerkt sie ihre Liebe zu ihm, und sie beschließen zu heiraten. Bei einer Feier geben sie ihren Beschluss bekannt und ziehen als Bürger in die Stadt.

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