HRH (Anrede)

Anrede

HRH ist eine Abkürzung für den Prädikatstitel His/Her Royal Highness (engl. für Seine/Ihre Königliche Hoheit), der als Anrede (dann Your Royal Highness) für einige Angehörige der britischen Königsfamilie benutzt wird.

Georg V. verfügte am 11. Dezember 1917, dass der Titel Prinz/Prinzessin mit dem Zusatz Royal Highness allein den Kindern des Monarchen, den Kindern der Söhne und dem ältesten lebenden Sohn des ältesten Sohnes des Prince of Wales zusteht. Alle anderen Personen verloren den Titel, außer den Titeln, die bereits gewährt worden waren, soweit sie nicht widerrufen würden[1]. Diese Regelung schränkte den bis dahin erstmals von Königin Victoria festgeschriebenen Gebrauch der Anrede Highness in unterschiedlichen Formen ein und wird seitdem so angewendet. Die Regelung wurde am 31. Dezember 2012 von Elisabeth II. dahingehend geändert, dass zukünftig alle Kinder des ältesten Sohns des Prince of Wales den Titel Prinz/Prinzessin mit dem Zusatz Royal Highness führen dürfen.[2][3]

Zwar ist der Zusatz HRH grundsätzlich einem Prinzen oder einer Prinzessin vorbehalten, aber trotzdem nicht zwingend an diesen Status gebunden. So wurde Prinz Philip 1947 der Zusatz HRH verliehen, doch erst 1957 wurde er zu einem britischen (vorher war er ein dänischer und griechischer Prinz) Prinzen. In diesem Fall würde der Titel des Dukes sogar über den Prinzen gestellt. Ein weiteres Beispiel für dieses Verfahren ist Prinz Arthur, dem ebenfalls der Zusatz HRH zugestanden hätte.

Königin Elisabeth II. verfügte am 21. August 1996, dass Ehepartner von Mitgliedern der königlichen Familie den Prädikatstitel bei einer Scheidung verlieren würden, gleiches gilt für verwitwete angeheiratete Mitglieder der königlichen Familie, sofern sie wieder heiraten.[4] Diese Entscheidung beruhte auf der Scheidung von Prinzessin Diana von HRH Prinz Charles und wurde auch auf Sarah Ferguson angewendet.

Im Januar 2020 ließ Elisabeth II. verlautbaren, dass Prinz Harry, zweitgeborener Sohn von Prinz Charles und Prinzessin Diana, und dessen Ehefrau Meghan ihren HRH-Titel nicht mehr verwenden und künftig als Duke und Duchess of Sussex in der Öffentlichkeit auftreten würden. Dies nachdem das Paar einen zunächst ferienhalber übernommenen Zweitwohnsitz in Kanada bezogen und in einer Mitteilung an die Medien überraschend seine Mitarbeit in der königlichen Familie aufgekündigt hatte.[5] Im Widerspruch zur königlichen Anordnung scheint die von den beiden bereits im Juni 2019 zunächst über Dritte eingetragene Marke Sussex Royal zu stehen, unter der weiterhin mit Bezug auf ihren HRH-Titel und die nun abgelehnten Repräsentationspflichten Souvenir-Artikel und Wohltätigkeitsaktivitäten zum Kauf angeboten werden.[6]

Äquivalent in anderen LändernBearbeiten

Die deutsche weibliche Form lautet I.K.H. / Ihre Königliche Hoheit und die männliche Form S.K.H. / Seine Königliche Hoheit, der Plural lautet II.KK.HH. / Ihre Königlichen Hoheiten.

Das luxemburgische Äquivalent lautet Séng kinneklech Altesse, abgekürzt als S.K.A., Hier kinneklech Altesse, abgekürzt H.K.A. in der weiblichen Form. Im Plural lautet die Anrede Hier kinneklech Altessen, abgekürzt HH.KK.AA. Diese Anrede ist bis Heute für Mitglieder der großherzoglichen Familie von Luxemburg üblich.

Die französische Bezeichnung lautet Son Altesse royale, abgekürzt S.A.R. im Plural Leurs Altesses royales abgekürzt als LL. AA. RR.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. London Gazette. Nr. 30428, HMSO, London, 14. Dezember 1917, S. 13086 (PDF, abgerufen am 8. Mai 2019, englisch).
  2. London Gazette. Nr. 60384, HMSO, London, 8. Januar 2013, S. 213 (PDF, abgerufen am 21. Oktober 2013, englisch).
  3. Royal baby girl 'would be princess', BBC News. 9. Januar 2013. Abgerufen am 6. Juli 2013. 
  4. London Gazette. Nr. 54510, HMSO, London, 30. August 1996, S. 1 (PDF, abgerufen am 21. Oktober 2013, englisch).
  5. Caroline Davies: Royal couple sought a half-in half-out deal, but are ‘out’. In: The Observer. 18. Januar 2020, ISSN 0029-7712 (theguardian.com [abgerufen am 23. Januar 2020]).
  6. Caroline Davies: Prince Harry and Meghan could face costly fight for Sussex Royal brand. In: The Guardian. 20. Januar 2020, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 23. Januar 2020]).