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Gymnasium Grafing

Gymnasium in der Stadt Grafing bei München

Das Gymnasium Grafing (kurz: GG) ist das erste und älteste Kreisgymnasium im Landkreis Ebersberg in Grafing (Bayern). Nachbargymnasien sind das Franz-Marc-Gymnasium in Markt Schwaben und das Gymnasium Kirchseeon.

Gymnasium Grafing
Hochbau des Gymnasium Grafing.jpeg
Schulform Gymnasium
Schulnummer 0106
Gründung 1947
Adresse

Jahnstraße 17
85567 Grafing

Ort Grafing bei München
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 2′ 40″ N, 11° 57′ 38″ OKoordinaten: 48° 2′ 40″ N, 11° 57′ 38″ O
Träger Freistaat Bayern
Schüler 1092 (Stand: 2016/17)
Lehrkräfte etwa 110 (Stand: 9/2014)
Leitung Paul Schötz
Website www.gymnasium-grafing.de

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Im Jahr 1946 konstituierte sich ein Zweckverband, der am 25. Mai 1946 beim bayrischen Ministerium für Unterricht und Kultus die Genehmigung zur Errichtung einer sechsklassigen Oberschule in Grafing beantragte. Ab dem Schuljahr 1947 besuchten bereits 168 Jungen die Oberschule für Jungen Markt – Grafing, wobei auch die Aufnahme von Mädchen gestattet war.[1]

Für die Kinder der umliegenden Gemeinden wurden 20 Reichsmark monatliches Schulgeld festgesetzt. Unterrichtet wurde zunächst in einem Haus neben einer Geflügelfarm an der Wasserburger Straße. Es gab fünf Klassenzimmer, einen Speicher als Raum für die zehn Lehrer. Die Unterrichtsführung gestaltete sich, wie in der Nachkriegszeit in Deutschland üblich, äußerst schwierig in komplett überfüllten Klassenzimmern.

Im Jahr 1953 gründete sich, um der Geldnot an der Oberschule entgegenzuwirken, ein Förderverein zur finanziellen Unterstützung der Oberschule. Dieser Verein ist als "Schulverein am Gymnasium Grafing e.V." auch heute noch aktiv.

Im Jahr 1956 zog die damalige Oberschule vorübergehend in die Rotter Straße 8, in der sich zuvor die Volksschule befand. Im Jahr 1962 wurde der Neubau des heutigen Geländes in der Jahnstraße 17 fertiggestellt und so bezog die Oberschule das heutige Schulgebäude (gen. Altbau). Im Jahr 1965 erfolgte dann die Umbenennung in Gymnasium Grafing.[2]

In den darauffolgenden Jahren nahmen die Schülerzahlen zu, sodass bereits 1971 ein weiterer Gebäudeteil hinzugefügt werden musste. Die Schülerzahlen stiegen in den 1970er-Jahren so sehr an, dass Schichtunterricht eingeführt werden musste. Mit der Eröffnung von drei weiteren Gebäudeteilen in den folgenden Jahren konnte einem Kollaps entgegengewirkt werden. Heute verfügt die Schule über sechs Gebäudeteile (Altbau, Hochbau, Langbau, Neubau, Pavillon und Turnhalle), die nacheinander erbaut und mehrmals renoviert wurden.[3] In der zweiten Hälfte der 2000er-Jahre erfuhr der Pausenhof des Gymnasiums eine Teilauffrischung, die im Jahr 2015 vervollständigt wurde.

Nach der Eröffnung des Gymnasium Kirchseeon 2008 nahmen die Schülerzahlen von ca. 1800 wieder konstant ab.

Von August 2013 bis Juni 2016 beherbergte das Gymnasium, wie auch viele andere Schulen im Landkreis, Asylbewerber. Unterschied zu anderen Schulen ist, dass die Asylbewerber nicht in Turnhallen, sondern in leerstehenden Containern (gen. Pavillon), die zuvor als Klassenzimmer genutzt worden waren, untergebracht wurden. Dieser Schritt hatte landkreisweit zu Aufsehen und Anerkennung, aber auch Kritik wegen der Kälte im Winter und schwieriger Sanitär-Verhältnisse geführt.[4] Wegen der abnehmenden Flüchtlingszahlen nach der Schließung der Balkanroute entspannte sich in der ersten Jahreshälfte 2016 die Situation für alle Städte und Gemeinden im Landkreis Ebersberg, weshalb beschlossen wurde, dass die Unterkunft im Mai 2016 geräumt und anschließend zu Unterrichtsräumen für Flüchtlinge im Berufsschulalter umgebaut werden solle.[5] Gegen die Räumung wurde von Seiten der Bewohner mehrmals protestiert.[6] Am 16. Juni 2016 wurde die Unterkunft endgültig geräumt.[5]

Im Sommer 2018 wird der älteste Gebäudeteil, der sogenannte Altbau, der seit 1967 bereits mehrfach umgebaut wurde (Bibliothek im Lichthof, Chemie- und Physikräume, Direktorat, Mensa), grundlegend saniert. Dafür sind etwa 8 Millionen Euro eingeplant. Renoviert werden unter anderem alle Physik- und Chemiesäle, die Elektro- und Brandmeldezentrale. Auch wird das Dach saniert und für den Bau einer Photovoltaikanlage vorbereitet. Die Umbauten sollen im Jahr 2019 vollendet sein.[7]

SprachenfolgeBearbeiten

Die Schule bietet sowohl eine naturwissenschaftlich-technologische als auch sprachliche Ausbildungsrichtung an. Eine Besonderheit der Sprachenwahl besteht darin, dass vier Fremdsprachen zur Auswahl stehen: Latein, Englisch, Französisch und Italienisch. Von diesen vier Fremdsprachen können maximal drei gleichzeitig belegt werden und müssen mindestens zwei belegt werden. Englisch ist dabei faktisch verpflichtend erste Fremdsprache. Als zweite Fremdsprache kann nur Latein oder Französisch gewählt werden. Ab der achten Klasse kann zusätzlich Französisch oder Italienisch hinzugewählt werden. Ab der zehnten Klasse kann entweder das erstbelegte Englisch oder die zweitbelegte Sprache (Latein oder Französisch) gegen Italienisch (spätbeginnend) getauscht werden. Jedoch verpflichtet man sich damit, Italienisch auch in der Oberstufe zu belegen.

AusstattungBearbeiten

Das Gymnasium verfügt über drei Chemiesäle, vier Biologiesäle, drei Physiksäle, zwei Informatikräume, drei Musikräume, drei Kunsträume, drei Sporthallen, einen Physikübungsraum und einen großen Mehrzweckraum. Des Weiteren besitzt das Gymnasium eine Mensa und eine Bibliothek mit über 25.000 Werken. Seit dem Schuljahr 2013/14 befindet sich in jedem regulär genutzten Klassenzimmer eine vollständige Medienausstattung mit Computer, VHS/DVD-Abspieler und Videoprojektor.

An der Schule gibt es seit dem Jahr 2009 eine "Offene Ganztagsschule" (OGTS), die vom Kultusministerium finanziell ausgestattet und vom "Verein Nachmittagsbetreuung" als Träger betrieben wird.

VerkehrsanbindungBearbeiten

Aufgrund der schwierigen Situation, dass weite Teile des südlichen Landkreises nicht über Bahnstrecken an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden sind, wurde ein umfassendes Landkreisschulbussystem geschaffen, in das das Gymnasium Grafing neben der Grund- und Mittelschule Grafing, der Realschule Ebersberg und der Mittelschule Ebersberg eingebunden ist.[8] Neben den Schulbussen und dem nichtmotorisierten Individualverkehr fahren Schüler aus Ebersberg, Steinhöring und anderen Gemeinden mit der S-Bahn München zum Haltepunkt Grafing Stadt. In der Gemeinde Steinhöring existiert ebenso ein ähnliches System.[9]

AustauschschulenBearbeiten

Für die Schüler, die Französisch als 1. oder 2. Fremdsprache lernen, wird derzeit (Stand 2015) in der 8. Jahrgangsstufe eine Austauschfahrt nach Saint Marcellin und nach Dijon oder Moulins angeboten, für alle neusprachlichen Schüler gibt es in der 9. Jahrgangsstufe ein Austauschprojekt mit Yssingeaux.

Schüler der 8. oder 9. Jahrgangsstufe können sich auch beim Bayerischen Jugendring für einen individuellen Schüleraustausch im Rahmen des Brigitte-Sauzay-Programms des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) bewerben. Es handelt sich hierbei um ein Schulbesuchsprogramm mit Familienunterbringung auf Gegenseitigkeit, das auf zwei Monate angelegt ist. Die französischen Schulen und Gastfamilien liegen im Zuständigkeitsbereich der Akademien Nancy-Metz und Nice.

SonstigesBearbeiten

  • Das Gymnasium Grafing ist die Heimatbasis der Bewegungskünste-Gruppe „Movimento“,[10] die aus dem Wahlkurs Bewegungskünste hervorgegangen ist und gespeist wird und mittlerweile europaweite Auftritte und Anerkennung gefunden hat.[11] Seit dem Schuljahr 2015/16 wird das Projekt zurückgestellt. Bis zuletzt haben 350 Schüler an dem Projekt teilgenommen, was mehr als einem Viertel der Gesamtschülerzahl entspricht.[12]
  •  
    Mauer-Kunstwerk nach Restauration
    Das Gymnasium Grafing besitzt seit einigen Jahren (aus einer Spende) zwei je ca. einen Meter breite Original-Bauteile der ehemaligen Berliner Mauer. Die Teile waren mehrere Jahre eher zufällig abgestellt und wurden 2012 an zentraler Stelle als Informationsort und ergänzt um ein Metall-Kunstwerk im Pausenhof aufgestellt.[13]

Personen mit Bezug zum Gymnasium GrafingBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Geschichte des GG auf gymnasium-grafing.de
  2. Schulverein am Gymnasium Grafing: Geschichte
  3. Besichtigung des Schulgebäudes
  4. Asylbewerber ziehen bald in Schulcontainer ein - merkur-online.de
  5. a b Polizei räumt Grafinger Asyl-Container. In: https://www.merkur.de//. 16. Juni 2016, abgerufen am 16. Juni 2016.
  6. Spezialeinheit der Polizei holt Asylbewerber von Containerdach. In: https://www.merkur.de//. 30. Mai 2016, abgerufen am 16. Juni 2016.
  7. Wieland Bögel Ebersberg: Sanierung des Grafinger Gymnasiums beginnt in den Sommerferien. In: sueddeutsche.de. 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 1. November 2017]).
  8. Schulbuspläne 2015 / 2016 - Schülerbeförderung - Landkreis Ebersberg. (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.lra-ebe.de. Archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 13. September 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lra-ebe.de
  9. Gemeinde Steinhöring | Schülerbeförderung im Schuljahr 2015/16. In: www.gemeinde-steinhoering.de. Abgerufen am 13. September 2015.
  10. Website von Movimento
  11. Movimento am GG (Memento des Originals vom 16. April 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.movimento-gg.de
  12. Movimento-Artisten - Pause mit offenem Ende. In: sueddeutsche.de. 18. Juni 2015, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 19. Juni 2015]).
  13. Enthüllung und Mauerfall. Abgerufen am 19. Juni 2015.