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Marktgemeinde
Guttaring
Wappen Österreichkarte
Wappen von Guttaring
Guttaring (Österreich)
Guttaring
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Sankt Veit an der Glan
Kfz-Kennzeichen: SV
Fläche: 54,92 km²
Koordinaten: 46° 53′ N, 14° 31′ OKoordinaten: 46° 53′ 22″ N, 14° 30′ 42″ O
Höhe: 624 m ü. A.
Einwohner: 1.491 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 27 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9334
Vorwahl: 0 42 62
Gemeindekennziffer: 2 05 09
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Unterer Markt 3
9334 Guttaring
Website: www.guttaring.at
Politik
Bürgermeister: Herbert Kuss (FPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)

6 FPÖ, 5 SPÖ, 4 ÖVP

6
5
4
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Guttaring im Bezirk Sankt Veit an der Glan
AlthofenBrücklDeutsch-GriffenEbersteinFrauensteinFriesachGlödnitzGurkGuttaringHüttenberg (Kärnten)Kappel am KrappfeldKlein Sankt PaulLiebenfelsMetnitzMicheldorfMölblingSankt Georgen am LängseeSankt Veit an der GlanStraßburgWeitensfeld im GurktalKärntenLage der Gemeinde Guttaring im Bezirk Sankt Veit an der Glan (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Guttaring 21092007 05.jpg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Pfarrkirche Guttaring
Romanische Kirche in Deinsberg

Guttaring ist eine Marktgemeinde mit 1491 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Norden von Kärnten in Österreich.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Das Gemeindegebiet liegt in einer nach Süden hin offenen, kesselartigen Landschaft (Guttaringer Becken) zwischen Krappfeld und Görtschitztal und wird vom Silberbach durchflossen.

GemeindegliederungBearbeiten

Guttaring ist in sieben Katastralgemeinden (Baierberg, Deinsberg, Guttaring, Guttaringberg, Hollersberg, Verlosnitz, Waitschach) gegliedert und umfasst folgende 24 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Baierberg (50)
  • Dachberg (10)
  • Deinsberg (65)
  • Dobritsch (1)
  • Gobertal (10)
  • Guttaring (890)
  • Guttaringberg (63)
  • Höffern (19)
  • Hollersberg (85)
  • Maria Hilf (5)
  • Oberstranach (8)
  • Rabachboden (17)
  • Ratteingraben (20)
  • Schalkendorf (5)
  • Schelmberg (20)
  • Schrottenbach (0)
  • Sonnberg (4)
  • St. Gertruden (2)
  • Übersberg (95)
  • Urtl (38)
  • Urtlgraben (47)
  • Verlosnitz (6)
  • Waitschach (18)
  • Weindorf (13)

GeschichteBearbeiten

AntikeBearbeiten

Historisch bedeutsam ist die Gegend um Deinsberg mit der ehemaligen Pfarrkirche. Die in der westlichen Vorhalle eingemauerten römischen Inschriftensteine zeugen von einer frühen Besiedlung dieses Gebietes oberhalb des heutigen Gemeindezentrums, das früher noch Sumpfgebiet war.

MittelalterBearbeiten

Das heutige Gemeindegebiet kam im 10. Jahrhundert in den Besitz des Erzbistums Salzburg, das hier die Mutterpfarre für das ganze obere Görtschitztal einrichtete und Guttaring zum Sitz eines erzbischöflichen Amtes machte. Im August 1201 wurde unter dem Salzburger Erzbischof Eberhard II. und unter der Anwesenheit des späteren Herzogs Bernhard von Spanheim eine Synode abgehalten. Das nahe Friesach war damals die wichtigste Stadt Kärntens. Im Jahre 1346 erhielt der Ort einen Bergfried, der als Ruine noch heute besteht. Guttaring litt unter einer Reihe von Katastrophen, darunter das Erdbeben vom 25. Jänner 1348, das wie in fast ganz Kärnten eine vollständige Zerstörung anrichtete. 1469 und 1476 kam es zu verheerenden Türkeneinfällen, im Jahr 1483 zu einer Heuschreckenplage und 1348 wütete die Pest. Gegen Ende des Mittelalters (zwischen 1438 und 1505) wurde die Pfarre von Rom aus besetzt, was auf ihre damalige Bedeutung hinweist.

NeuzeitBearbeiten

1542 erfolgte die Erhebung zum Markt durch den Erzbischof Ernst von Salzburg. Die 1850 gebildete Gemeinde Guttaring wuchs 1865 durch die Eingemeindung von Waitschach an. Die Pest suchte Guttaring nochmals 1715 mit 399 Toten heim.

Die historische Eisengewinnung in der norischen Region, vor allem am nahen Hüttenberger Erzberg und in der Lölling, machte Guttaring zu einem Durchzugsort und Rastplatz auf dem Weg nach Althofen. In Guttaring selbst wurde aber auch bis ins Jahr 1834 im Urtlgraben in einem Floßofen, einem ältesten seines Typs in Europa, Eisen erschmolzen. Am Sonnberg wurde ein Braunkohlevorkommen abgebaut, das 1773 erstmals genannt wurde. Diese Kohle wurde bis 1839 zur Alaun- und Eisen(II)-sulfaterzeugung verwendet, zur Eisenerzeugung war sie jedoch wegen ihres hohen Schwefelgehaltes ungeeignet. Der Bergbau kam nach einem mehrfachen Wechsel der Eigentümer – darunter waren auch die Treibacher Industrie AG – schließlich 1939 wegen des Erschöpfens der Lagerstätten zum Erliegen.

1973 wurde Guttaring ein kleinerer Teil der aufgelösten Gemeinde Wieting angeschlossen.

BevölkerungBearbeiten

Laut Volkszählung 2017 hat Guttaring 1.481 Einwohner, davon sind die überwiegende Mehrheit Katholiken.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Pfarrkirche Guttaring: Kulturgeschichtlich ist die romanisch-gotische Pfarrkirche St. Rupert mit barockem Hochaltar, die urkundlich bereits 1160 erstmals erwähnt wurde, von Bedeutung.
  • Pfarrkirche Dobritsch: am Guttaringberg an der Grenze zur Stadtgemeinde Friesach
  • Filialkirche Deinsberg: In der ehemaligen Pfarr- und heutige Filialkirche wurden im Zuge einer Restaurierung in den Jahren 1968 und 1969 wertvolle Wandfresken aus der Mitte des 14. Jahrhunderts entdeckt und freigelegt.
  • Karner: Nördlich der Kirche befindet sich ein sehenswerter Karner, ein romanischer Rundbau mit erkerförmiger östlicher Apsis.
  • Maria Hilf ob Guttaring: Über dem Ort gut sichtbar liegt die spätbarocke Wallfahrtskirche Maria Hilf.
  • Maria Waitschach: Die weiter entfernte hochgelegene spätgotische Wallfahrtskirche ist eine ehemalige Filialkirche von Guttaring und ebenso ein beliebtes Wanderziel.
  • Die Ruine eines aus dem 16. Jahrhundert stammenden Floßofens mit benachbarter Raststation – dem ehemaligen sogenannten Verweserhaus – in der Urtl zeugt von historischer Eisengewinnung.
  • Eine Besonderheit des Ortes ist das „Feld der Steinernen Linsen“ zwischen Guttaring und St. Gertraud, in dem man leicht in Form und Größe an Linsen erinnernde Fossilien, sogenannte Nummuliten findet.
  • Guttaring verfügt über eine Reihe gut gepflegter und durch GPS-Daten genau dokumentierter Wanderwege, durch die man zu den verschiedenen Kirchen gelangen kann.
  • Im Jahre 1872 gegründet, zählt der Männergesangsverein Guttaring zu den ältesten Gesangsvereinen in Kärnten.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaftlich sind die Landwirtschaft, die Holzverarbeitung sowie der Fremdenverkehr von gewisser Bedeutung. Eine überregionale Bekanntheit besitzt der Gasthof von Ferdinand Kassl. Der bedeutendste Betrieb ist die Maschinenfabrik Stingl, die Maschinen und Steuerungsanlagen für die Holz- und Sägewerksindustrie erzeugt. Zahlreiche Arbeitnehmer pendeln aus, insbesondere in die Nachbargemeinde Althofen.

PolitikBearbeiten

Gemeinderat und BürgermeisterBearbeiten

 
Gemeindeamt (2007)

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen:[2]

Direkt gewählter Bürgermeister ist nach der Bürgermeisterwahl 2015 Herbert Kuss (FPÖ).

WappenBearbeiten

Dem Markt Guttaring wurde am 8. September 1618 durch König Ferdinand II. ein Wappen verliehen, das den Pfarrpatron Rupert, den ersten Salzburger Bischof, im bischöflichen Ornat zeigt.

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Im blauen Schild [wachsend], dem Beschauer zugekehrt, St. Rupert in bischöflichen Ornat mit weißer [silberner] Albe, rotem [golden gesäumtem] Vespermantel und goldener Inful, in der Rechten einen goldenen Kelch vor der Brust und in der linken einen goldenen Bischofsstab haltend.“[3]

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Egon Kaiser: 120 Jahre Freiwillige Feuerwehr Guttaring. Festschrift zum Markt Guttaring und seiner Feuerwehr, 1999.
  • Evelin Pirker, Dietmar Wanko: Die Norische Region. Styria, 1995, ISBN 3-222-12349-7, S. 44–59.
  • Valentin Ramschak: Gemeinde Guttaring. Chronik. Guttaring 1992.
  • Mitteilungen der Marktgemeinde Guttaring : amtliche Mitteilung. Periodische Druckschrift seit 2010
  • Guttaringer Pfarrbrief. Periodische Druckschrift seit 1990

WeblinksBearbeiten

  Commons: Guttaring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Amt der Kärntner Landesregierung: Gemeinderatswahl 2015 (Memento des Originals vom 15. August 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ktn.gv.at
  3. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 132